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Über uns das Meer von Giebken, Sabine, Jugendbücher, Abenteuer, Abenteuer

Über uns das Meer

Giebken, Sabine

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Magellan

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783734856013

Inhalt

Er weckt ihren Ehrgeiz, dieser Apnoetaucher mit dem seltsamen Namen Angel: Mit nur einem Atemzug taucht er in die Tiefe, weiter hinunter als jeder sonst, und Lou geht an ihre Grenzen, um ihn dorthin zu begleiten. Das Risiko reizt sie, ja, aber mehr noch lockt sie das Gefühl der Freiheit, das sie in der Umarmung des Wassers empfindet. Doch Angel sucht noch etwas anderes dort unten. Wie ein Geist folgt ihm seine Vergangenheit ins Meer, und Lou hat Angst, ihn für immer an die Schwärze zu verlieren. Als die Geister Wirklichkeit werden, kommt es weit unter der Meeresoberfläche zur Konfrontation, und plötzlich muss Lou nicht nur um Angel fürchten, sondern auch um ihr eigenes Leben.

Bewertung

Sabine Giekens Roman „Über uns das Meer“ nimmt uns alle mit auf eine reise tief in den Ozean hinein und zu uns selbst.

 

Die 18-jährige Lou haut mitten im Abi von Zuhause ab und flieht auf die Insel Elba, ins Haus ihrer verstorbenen Großmutter. Dort lernt sie bei einem Job in einer Tauchschule den faszinierenden Apnoe-Taucher Angel kennen. Sofort ist sie fasziniert von ihm und diesem extremen Sport, Meter tief zu tauchen mit nur einem Atemzug. Doch ihren eigentlichen Problemen kann sie auch unter dem Meeresspiegel nicht auf Dauer entfliehen.

 

Noch bevor man das Buch überhaupt öffnet wird man von der Schönheit des Meeres empfangen. Das Cover, besonders auch die ersten Seiten sind wunderschön gestaltet und inspirieren schon vor vor dem ersten Kapitel. Dieses gibt uns dann einen Einblick in Lous Vergangenheit, den man aber erst im Laufe des Buches so ganz verstehen kann.

Die Protagonisten gefielen mir alle sehr gut, natürlich besonders Lou. Ihr Charakter war detailreich ausgearbeitet, sie wurde lebendig: von Kleidung bis zu Musik authentisch und auch ihre Gefühle, Ängste und Wünsche waren deutlich zu spüren. Die radikalen Entscheidungen die sie trifft sind trotzdem mit Zweifeln durchwoben, so wirkt sie nahbar, man kann sich mit ihr identifizieren obwohl sie tut was sich kaum einer trauen würde.

Sanft umspülen einen die Worte und man kann sich in sie hineinfallen lassen, sieht die tausend verschiedenen Blautöne, das Licht, die Dunkelheit, spürt die Enge in der Lunge und die Freiheit im Herzen. Das ist es war mir gut gefiel: Das Gefühl und der Schreibstil die perfekt zum Thema des Buchs passten. Es ist wie ein kleiner Ausflug ans Meer, in seine Tiefen, seine Endlosigkeit und auch seine Gefahr.

 

Und doch verlief das Lesen schleppend, ich quälte mich bald durch die Seiten, denn so richtig geschah nichts. Alles plätscherte vor sich hin, eine Welle nach der anderen rollte aus und die nächste wieder heran. Trotz der kurzgehaltenen Kapitel und vielen kleinen Handlungen verlor ich bald den Spaß an der Geschichte. Die familiären Probleme dagegen fand ich sehr gut ausgearbeitet und so deutlich spürbar, so dass sie wirklich auch für den Leser bedrückend wurden.

 

Letztlich kann ich sagen dass mir Schreibstil, Charaktere und Meeresthema sowie die Familienproblematik sehr gut gefielen und hohes Potential für ein Lieblingsbuch hatten, die Geschichte drumherum mir aber nicht gefiel. Deshalb bleibt es lediglich ein gutes Buch für zwischendurch, für alle die sich ein bisschen auf den Wellen treiben lassen wollen.

 

Elisa Lehmann (16) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Abenteuer