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27 von Frank, Kim, Junge Literatur, Aus dem Leben, Spannung

27

Frank, Kim

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2011

Verlag: Rowohlt

Empfohlen ab: 15 Jahre

ISBN: 9783499215773

Inhalt

Mika hat Angst. Angst vor dem Tod. Dem Tod mit 27. Die Zahl verfolgt ihn, so wie sie die meisten großen Musiker verfolgt hat, die dann zu Mitgliedern des Klub 27 wurden, doch Mika hat nichts mit Musik zu tun. Das Bewusstsein, niemand zu sein, treibt ihn dazu, jemand gewesen sein zu wollen, und er tut alles, um seinen selbst auferlegten Fluch zu erfüllen. Er wird einer der Großen, eine Ikone, lebt ein Leben, das er nicht mehr kontrollieren kann, das unaufhaltsam auf sein Ende zusteuert.
Er wird gewesen sein. Wird dazugehören. Er wird mit 27 sterben.

Bewertung

Kim Frank (ehemaliger Sänger der Band "Echt") thematisiert in seinem Roman "27" den Klub 27. Dies ist eine Gruppe von Musikern, die im Alter von 27 Jahren starben.
Mika hat ebenfalls die Angst, mit 27 Jahren zu sterben, da ihn die Zahl schon sein ganzes Leben lang begleitet. Jedoch waren alle Mitglieder des Klub 27 Menschen, die etwas in ihrem Leben erreicht haben. Mika hat jedoch nichts erreicht. Er sitzt den ganzen Tag zu Hause und guckt Fernsehen. "Was man halt so macht, wenn man nichts macht." Seine Mutter ist nie zu Hause, da sie aus beruflichen Gründen reisen muss. Was er mit seinem Leben noch anfangen soll, weiß er nicht. Er hat keine Pläne, keine Zukunftsplanung. Nachdem er von dem Klub 27 erfährt, möchte er in seinem Leben unbedingt etwas erreichen und berühmt werden. Mit Musik hat er eigentlich nichts zu tun, doch seine Mutter organisiert ihm ein Praktikum bei einer Plattenfirma. Durch diese wird er Mitglied einer Band, die ihn zu einem großen Star macht. Er hat sein Ziel erreicht, Mika ist eine Ikone. Doch die Angst mit 27 Jahren zu sterben, begleitet ihn auch weiterhin. (Diese Beschreibung des Inhalts ist kein Spoiler, ähnliches steht auch auf der Rückseite des Buches.)
Der Debütroman des Autors ist wirklich sehr gut gelungen! Das Cover ist schlicht und zeigt eine Reihe, mit 27 Jahren, verstorbener Musiker, wodurch es gut zur Geschichte passt. Die Zahl 27 hebt sich in roten Ziffern von dem sonst schwarzweiss gehaltenen Bild ab. Die Sprache ist zwar an manchen Stellen etwas ordinär, der umgangssprachliche Stil passt jedoch sowohl zum Protagonisten, als auch zur Geschichte. Spannend und bewegend beschreibt Kim Frank die Story eines jungen Erwachsenen, dessen Leben sich plötzlich komplett ändert. Durch die Ich-Perspektive und die gelungene Darstellung der Gedanken und Gefühle von Mika ist es sehr leicht, sich in ihn hineinzuversetzen. Man lebt sein Leben, freut sich mit ihm und leidet mit ihm. Ein Aspekt, welcher mir in diesem Buch besonders gut gefallen hat und dafür sorgte, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen, sodass es für mich schnell zum Pageturner wurde. Die Frage, ob Mika mit 27 Jahren sterben wird, begleitet den Leser durch das ganze Buch. Das Ende finde ich zwar gelungen, dennoch hat es nicht meinen Vorstellungen entsprochen, weshalb ich ein wenig enttäuscht war. Man sollte einen Roman jedoch nicht an seinem Ende messen, sondern an seiner Geschichte, und da hat "27" deutlich überzeugt!
4 Sterne!
Kevin Hartwig (17 Jahre) - Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung