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28 Tage lang von Safier, David, Jugendbücher, Historie, Deutsche Geschichte

28 Tage lang

Safier, David

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Rowohlt

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783499211744

Inhalt

1943. Mira bringt sich und ihre kleine Schwester Hannah durch den harten Warschauer Ghetto-Alltag, indem sie unter Einsatz ihres Lebens Essen schmuggelt. Doch jetzt soll die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden. Mira schließt sich dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 TAGE lang.
28 TAGE, in denen Mira sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört: Amos, der noch möglichst viele Nazis mit in den Tod nehmen will, oder Daniel, der sich um die Waisen in den Bunkern kümmert.
28 TAGE, in denen sie sich immer wieder der Frage stellen muss: Was für ein Mensch willst du sein?

Bewertung

„28 Tage lang“ erzählt die Geschichte der sechzehnjährigen Mira, die mit ihrer Familie im Warschauer-Ghetto lebt. Sie sorgt dafür, dass ihre Familie mit dem Nötigsten versorgt wird, muss sich aber eines Tages entscheiden, ob sie so weiter machen will wie bisher, oder ob sie sich dem Widerstand anschließen will. Sie entscheidet sich für letzteres. Dann beginnen die Aufstände. 28 Tage lang leistet Mira widerstand, 28 Tage hat sie Zeit um für sich und ihre Familie zu kämpfen.
Dass David Safier eigentlich eher humorvolle Bücher schreibt ist mir durchaus bekannt gewesen, als ich mit diesem Buch angefangen habe. Allerdings habe ich noch keines seiner anderen Bücher gelesen, weswegen ich ganz ohne irgendwelche Erwartungen oder Vorurteile an dieses Buch herangegangen bin.
Wer sich den Klappentext durchliest wird wahrscheinlich damit rechnen, dass das alles gar nicht so schlimm wird. Oder alleine beim Anblick des Autorennames denken „Ach, das ist doch bestimmt harmlos“. Doch weit gefehlt. Safier erzählt ohne Beschönigungen von den Umständen im Warschauer Ghetto. Er hält sich dabei sehr nah an wahre Ereignisse und baut sogar einige Personen ein, die dem einen oder anderen wahrscheinlich bekannt vorkommen werden.
Es ist beeindruckend wie erdrückend und realitätsnah der Autor die letzten Tage im Ghetto darstellt und beschreibt. Anders als ich erwartet hatte, passt auch der Schreibstil von Safier sehr gut zum Buch. Anfangs hatte ich da so meine Bedenken, da er ja eigentlich auf ein anderes Gebiet spezialisiert ist. Der Umschwung ist ihm jedoch, soweit ich das beurteilen kann, gelungen. Es ist aber nicht so, dass das Buch nur ernst und direkt geschrieben ist. An vielen Stellen schimmert eine Prise schwarzer Humor durch die Seiten, welcher aber in keinster Weise übertrieben ist, sondern gut portioniert über das ganze Buch verteilt ist.
Mira ist keine typische Protagonistin. Das würde auch gar nicht in die Geschichte rein passen. Sie hat sowohl einige Stärken, aber eben auch einige Schwächen, die ihr immer wieder Steine in den Weg legen. Alles in allem ist sie eine sehr gelungene Romanfigur, mit der man bis zum Ende mit fiebert.
Die im Klappentext angepriesene Liebesgeschichte kommt hier leider sehr kurz. Da ich aber ein sehr großer Fan von Romantik bin, hat mich das leider etwas enttäuscht. Im Nachhinein betrachtet, hat der Autor aber auch hier alles richtig gemacht – denn zu viel „Liebe“ wäre in diesem Buch definitiv fehl am Platz gewesen.
Alles in allem schaffte Safier ein sehr bedrückendes Werk, welches zum Nachdenken anregt und einen noch eine ganze Weile beschäftigt. Besonders empfehlen würde ich „28 Tage lang“ an alle Geschichtsinteressierte, egal ob jung oder alt. Von mir bekommt das Buch knappe 4 Sterne.
Svenja Becker (17) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Deutsche Geschichte