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Adorkable von Manning, Sarra, Jugendbücher, Aus dem Leben, Liebe

Adorkable

Manning, Sarra

Übersetzung: Harms-Nicolai, Marianne

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: bloomoon

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783760789583

Inhalt

Im "wahren" Leben ist Jeane eine Außenseiterin, ein Freak, ein absoluter Dork in seltsamen Klamotten. Doch was niemand weiß: Jeane ist auch "Blogging Queen", hat über eine halbe Million Follower auf Twitter, schreibt Kolumnen für Zeitungen und gilt als Stimme ihrer Generation. Michael Lee, der allseits beliebte Teenie-Schwarm und Highschool-Star, langweilt sich hingegen in seinem goldenen Leben. Wenn zwei solch unterschiedliche Personen aufeinandertreffen, muss es einfach krachen! Doch während sich die beiden gegenseitig die Hölle heiß machen, kommt es im Eifer des Gefechts zum ersten Kuss. Eine Katastrophe! Doch es kommt noch schlimmer: Denn sie können gar nicht mehr aufhören, einander zu küssen...

Bewertung

Jeane trägt Klamotten, die manche in ihren schlimmsten Albträumen nicht anziehen würden. Außerdem schreckt sie nicht davor zurück, ihren Lehrern ordentlich die Meinung zu sagen und dem einzig richtigen Freund, den Jeane hat, wird ihre permanente Angriffslustigkeit auch schon zu viel. Jeane ist nämlich „adorkable“, das ist eine Mischung aus „adorable“ und „dorky“, nämlich aus „bezaubernd“ und, weniger schmeichelhaft, „idiotisch“. Dass Jeane damit bei ihren Mitmenschen gar nicht gut ankommt, ist natürlich vorprogrammiert, doch anstatt sich darum zu kümmern, wieder ein intaktes soziales Umfeld herzustellen, hält sie sich lieber in den sozialen Netzwerken auf. Sie hat eine halbe Million Follower auf Twitter, schreibt in ihrem eigenen Blog und postet jeden Tag ein Foto von ihrem neuen und kreativen, teilweise auch unzumutbaren Outfit. Michael ist das komplette Gegenteil von Jeane: er ist einer der beliebtesten Jungen in ihrer Schule, er schreibt nur gute Noten und er trägt, sehr zu Jeanes Missgunst, Klamotten von „langweiligen“ Labels wie Abercrombie & Fitch, Hollister oder American Apparel. Eigentlich hasst Jeane alles an Michaels perfekter und langweiliger Welt, doch als Jeanes Freund sich plötzlich für Michaels Freundin interessiert, tut sich eine ungewollte Gemeinsamkeit zwischen den beiden auf. Noch dazu, so unwahrscheinlich es auch scheint, beginnen sowohl Jeane als auch Michael, Gefühle füreinander zu entwickeln. Dass daraus irgendwann eine große Katastrophe entstehen wird, ist den beiden von Anfang an klar, doch die beiden merken bald, dass sie nicht mehr von einander lassen können.
Dass Jeane kein angenehmer Mitmensch ist, kann man sich nur zu einfach vorstellen. Auch mich hat sie an manchen Stellen des Buches mit ihrer direkten und oft egoistischen Art ziemlich aufgeregt. Doch wenn man versteht, wieso Jeane sich so benimmt, wird der Grund ihres manchmal so unausstehlichen Handelns klar. Denn Jeane wohnt, trotz ihrer jungen 17 Jahre, allein in einer Wohnung, ihre Eltern scheinen sich nicht wirklich für sie zu interessieren und ihre Schwester trifft sie höchstens einmal im Jahr. So ist es kein Wunder, dass Jeane sich in ihre Internetwelt zurückzieht und dort ihre Freundschaften pflegt. Deshalb ist es umso verwunderlicher, dass sich zwischen Jeane und dem so gut erzogenenen Michael so etwas wie Liebe entwickeln kann. Als ich auf dem Klappentext die Aufschrift „Das Buch der Generation Facebook + Twitter“ las, machte ich mir schon Sorgen, dass ich ein Buch darüber lesen würde, wie Jugendliche tagtäglich ihren Facebook-Account aufrufen und mehr oder weniger sinnvolle Sachen posten würden. Doch in „Adorkable“ hat diese Facebook-, Twitter- und Co-Manie nie den Roman dominiert. Das regelmäßige Checken von Twitter und Co. wurde eher als ganz alltäglich und normal empfunden, sodass es nie wirklich gestört hat. Die Autorin Sarra Manning zeigt so, dass man Twitter oder Facebook nicht als „böse Dämonen“ betrachten sollte, die die Jugendlichen immer mehr in die sozialen Netzwerke verschleppen, sonder viel mehr soll klar werden, dass Twitter und Co einfach zum normalen Leben eines Teenagers gehören und eine gelungene Bereicherung des Alltages darstellen. Dass Michael sich in Jeane verlieben konnte, ist dem Leser am Anfang ziemlich unverständlich, da er sie doch immer als hässliche Verrückte in Oma-Kostümen bezeichnete. Doch im Verlauf des Romans wird klar, warum sich die beiden ineinander verliebten, woraus sich die zweite Botschaft dieses Buches ergibt: „Sei alles, nur nicht normal. Denn erst deine Eigenheiten, Macken und Tücken machen dich zu einem besonderen und begehrenswerten Menschen“.
In diesem Sinne empfehle ich diesen abwechslungsreichen, spannenden und durchaus lehrreichen Roman ab 16 Jahren all denjenigen, in denen auch eine mehr oder weniger ausgeprägte Verrücktheit schlummert (was eigentlich auf jeden zutrifft, denn wer ist schon komplett normal?). Ich vergebe 5 Sterne.
Miriam Thiel (16) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Liebe