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All die verdammt perfekten Tage von Niven, Jennifer, Junge Literatur, Aus dem Leben, Erwachsenwerden, Freundschaft, Problemthemen

All die verdammt perfekten Tage

Niven, Jennifer

Übersetzung: Ernst, Alexandra

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Limes

Empfohlen ab: 16 Jahre

ISBN: 9783809026570

Inhalt

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…

Bewertung

Finch und Violet kennen sich kaum und treffen an einem ungewöhnlichen Ort aufeinander - auf dem Glockenturm der Schule, bereit zu springen. Gemeinsam schaffen sie es dort runter und beginnen eine Reise, deren Ziel noch ungewiss ist.

Finch ist jemand, der anders ist, ein Außenseiter. Violet hingegen führte ein scheinbar perfektes Leben bis ein Unfall ihre Welt auf den Kopf stellte. Während Violet sich langsam wieder dem Leben öffnet, rückt Finch immer näher an einen gefährlichen Abgrund…

 

Das Cover des Buches fand ich sehr kreativ und ansprechend. Es wird dargestellt, dass ein Junge - vermutlich Finch - zu einem Mädchen - vermutlich Violet - hochklettert, die auf dem Mond ruht. Es hat etwas sehr beruhigendes und magisches.

Die Handlung beginnt an dem Zeitpunkt, an dem die beiden auf dem Glockenturm stehen. Es wird kapitelweise immer abwechselnd aus Violets oder Finchs Perspektive erzählt. Zwischendurch gibt es Rückblicke in die Vergangenheit.

Mir gefallen die beiden Hauptfiguren wirklich sehr. Beide sind sehr unterschiedlich, doch konnte ich mich mit beiden identifizieren. Finch ist ein Außenseiter, weil er anders denkt und sich anders verhält. Er fühlt sich verurteilt und ausgeschlossen, was, wie ich denke, zu oft passiert, vor allem im jugendlichen Alter. Genau deshalb gefällt er mir so gut. Man erhält einen authentischen Eindruck in seine Gedanken und Gefühle und kann nachvollziehen, warum er anders ist und warum dies nichts Schlechtes ist. Violet hingegen wirkt auf den ersten Blick wie ein typisches Mädchen. Aber je länger man ihre Geschichte verfolgt, desto mehr bemerkt man, dass sich unter der Fassade viel mehr befindet. Auch sie ist ein einprägsames Beispiel dafür, dass der Schein trügen kann. Violet wird für vollkommener gehalten, als sie sich selbst sieht. Finch hingegen wird als Freak bezeichnet, nur weil er den Mut hat, sich nicht anzupassen. Wie sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelt, ist wunderschön mitzuerleben. Ich habe mit den beiden gelacht und geweint.

Die Handlung hat gegen Ende eine Wendung genommen, die ich nicht erwartet hätte, die aber doch einen würdigen Abschluss darstellt.

 

Bei „All die verdammt perfekten Tage“ geht es um das wahre Leben. Es steht weniger die Spannung als das Menschliche im Vordergrund. Man erhält einen intimen Einblick in das Leben zweier Jugendlicher, die das Leben gezeichnet hat und die versuchen, gegen die Dunkelheit anzukämpfen. Ich empfehle das Buch Lesern ab etwa 14 Jahren und vergebe 5 Sterne an eine wirklich ergreifende und berührende Geschichte über das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen.

 

Lidan Chai (19) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Erwachsenwerden, Freundschaft, Problemthemen