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Alles dreht sich von Eichinger, Rosemarie, Jugendbücher, Aus dem Leben, Krankheit

Alles dreht sich

Eichinger, Rosemarie

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Chicken House

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783551520494

Inhalt

Max will, dass wir die ganze Sache systematisch angehen und er sagt, es gibt Schlimmeres. Und irgendwie hat er Recht. Im Gegensatz zu Max weiß ich nur nicht, wie ich meinen Gehirntumor systematisch angehen soll. Allerdings bin ich auch nicht gestört und psychisch labil. Das ist Max‘ Privileg. Mit einer Liste fängt es an. Was man unbedingt noch tun muss, bevor man abkratzt. Und plötzlich sind wir mittendrin in unserer Aktion. Weil wir etwas Sinnvolles tun wollen, aufrütteln. Sogar Pia macht mit. Weil man nicht wegschauen darf. Das ist das Wichtigste. Mehr oder weniger. Jedenfalls gehört es zu den wichtigen Dingen. So wie Max und Pia.

Bewertung

Linda. 15 Jahre. Hirntumor. Heilungschancen: minimal. Zukunft: perspektivenlos. Doch dann platzt der leukämiekranke Max in ihr Leben und mit Max die Liste. Die Liste mit allem, was sie noch tun wollen, bevor sie viel zu jung sterben werden. Doch die Liste ist erst der Anfang, denn da gibt es noch diese Lüge. Das Schlimmste was Max jemals getan hat: Er hat Linda angelogen, ihre Freundschaft auf einer Lüge erbaut. Er muss es ihr sagen, muss alles klarstellen, am besten vor aller Welt. Doch gibt es nicht viel schlimmere Dinge in unserer Welt? Ist diese Lüge im Gegensatz dazu nicht gerade lächerlich? Auf einmal sind Linda, Max und Lindas Freundin Pia mittendrin: Sie wollen etwas bewegen, etwas verändern, gegen die Ungerechtigkeit in der Welt ankämpfen, einmal in ihrem Leben etwas Großes erreichen. Aber vor allem wollen sie eins: Die Leute aufmerksam machen. Auf die Billiglöhne und die Kinderarbeit in anderen Ländern und auf die Konsumsucht unserer Wohlstandsgesellschaft. Ihre Nachricht verbreitet sich rasend und die Reaktionen der anderen ermutigen sie immer weiter zu machen, weiterzugehen, bis sich alles um sie herum dreht. Linda. 15 Jahre. Hirntumor. Aufgeben: keine Option!
Der Inhalt des Buches hat mich sehr überrascht, da ich beim Lesen des Klappentextes eher einen „Krebs-Roman“ à la „Bevor ich sterbe“ von Jenny Downham erwartet hatte. Doch in „Alles dreht sich“ ist die Liste der Dinge, die Linda und Max tun wollen bevor sie sterben nur der anfängliche Aufhänger für die weiteren Abenteuer der beiden und gerät recht schnell in Vergessenheit. Der Schreibstil der Autorin ist locker und gut zu lesen, sodass das Buch sehr schnell zu Ende geht. Die Handlung ist eher lose, die meiste Zeit werden die Gespräche zwischen Linda, Max und Pia und Lindas Gedanken wiedergegeben. Doch dadurch erreicht die Autorin, dass die Botschaft die die drei weitergeben wollen dem Leser sehr eindrücklich vermittelt wird. Was mich etwas verwirrt hat war die wechselnde Erzählperspektive der Protagonisten. Zwar hat es das Buch vom Erzählstil dadurch sehr abwechslungsreich gemacht, doch es war nicht immer klar aus wessen Sicht das Kapitel geschrieben war, was ich oft erst nach ein oder zwei Seiten herausfinden konnte. Ich denke, dass das Buch ein sehr wichtiges Thema unserer heutigen Gesellschaft anspricht und auch zum Nachdenken anregt. Einige Spannungspunkte in der Handlung hätten der Geschichte sicher gutgetan, doch insgesamt ist es ein sehr gelungenes, aktuelles und trotz manch ernster Stelle ein lustiges und unterhaltsames Buch, das ich mir auch gut als moderne Schullektüre vorstellen könnte.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Tessa Marie Scholler (15) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Krankheit