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Alles so leicht von Haston, Meg, Jugendbücher, Aus dem Leben, Krankheit, Problemthemen

Alles so leicht

Haston, Meg

Übersetzung: Ernst, Alexandra

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Thienemann

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783522202152

Inhalt

Stevie hat nichts mehr zu verlieren. Sie ist fest entschlossen, aus diesem Körper, aus diesem Leben zu verschwinden. Aber alle wollen sie daran hindern. Ihr Vater, der sie ins Therapiezentrum einweisen ließ. Anna, die so ganz anders ist als die anderen Seelenklempner. Und selbst den Mädchen, mit denen sie ein Zimmer und ein Schicksal teilt, fühlt sich Stevie jeden Tag näher. Aber sie wird sich nicht öffnen, sie hat schließlich einen Plan.

Bewertung

Meg Hastons packender Debütroman „Alles so leicht“ ist ganz und gar keine „leichte Lektüre. Ganz im Gegenteil: er behandelt ein ziemlich düsteres Thema, das einen nicht so leicht loslässt - Essstörungen, Schuld und Trauer.

 

Stevie zählt die Tage herunter, ihr Plan ist wortwörtlich „todsicher“. In 27 Tagen wird sie Tod sein, genau wie ihr Bruder. Sie wird über die Grenze von Leben und Tod schweben, federleicht und ganz aus eigener Kraft. Doch dann kommt alles anders. Ihr Vater weist sie in eine Klinik für Essgestörte ein. Mit allen Mitteln kämpft sie für ihren Plan, verweigert und blockiert, doch irgendwann scheinen sich ihre Augen zu öffnen…

 

Ein Roman, der echter nicht sein könnte, denn die Autorin weiß, von was sie schreibt. Als Psychologin und „Überlebende“ wie sie sich bezeichnet, zeigt sie auch die Facetten, die sonst verborgen bleiben. Stevie offenbart dem Leser einen Einblick in eine fremde Welt voll Kälte, Zorn und Strenge. Dabei sagt sie, was sich viele nicht zu schreiben trauen, sie fesselt mit ihren Ansichten und berührt mit ihrem Schmerz. Die Sprache wirkt vertraut, balanciert zwischen Distanz und Nähe, zwischen Humor und Ernst, wodurch die Identifikation mit der Figur leichter wird und das Thema näher kommt. Denn was wissen die meisten schon darüber? Wer kennt die Hintergründe ohne selbst direkt oder indirekt mit der Krankheit betroffen zu sein? Und wer interessiert sich wirklich dafür? Nach diesem Buch hoffentlich mehr Menschen.

 

Dies ist keines dieser sensiblen Bücher, die ja nichts falsches sagen wollen, womöglich noch versteckte Ratschläge geben oder voller Fakten stecken. Worum es hier geht ist der Ton, das Gefühl und eine kleine Portion Ironie. Und nun noch ein großes Lob an das Design. Pure Coverliebe brach bei mir aus als ich es zum ersten Mal sah und der Einband verspricht, was der Inhalt hält: Zerbrechlichkeit, Poesie und Leichtigkeit.

Ein wirklich gelungenes Buch, das ein sehr ernstes Thema voll Ehrlichkeit und einer Prise Humor meistert. Volle 5 Sterne dafür (ich habe es in nur einer Nacht verschlungen!)

 

Elisa Lehmann (17) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Krankheit, Problemthemen