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Alles - worum es geht von Teller, Janne, Jugendbücher, Aus dem Leben, Problemthemen

Alles - worum es geht

Teller, Janne

Übersetzung: Engeler, Sigrid C. , Kollmann, Birgit

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783446243170

Inhalt

Was bringt einen jungen Mann dazu, grundlos Gewalt anzuwenden? Kann man Intoleranz und Extremismus verstehen? Ist Rache ein gutes Motiv? Können gute Absichten einen Mangel an Verständnis ausgleichen? In ihrem neuen Jugendbuch stellt Janne Teller wieder unbequeme Fragen und führt unsere Vorstellungskraft dahin, wo es wehtut. Mit eindrücklicher Schärfe und Intensität, knapper Syntax und assoziativer Kraft erzählt sie acht Kurzgeschichten über Vorurteile und Intoleranz, Mord und Todesstrafe, Identität und geistige Behinderung, Integration und kulturelle Unterschiede, Träume und Irrtümer. Sie zwingt uns, Stellung zu beziehen, und fordert zum Nachdenken und Diskutieren über unsere Gesellschaft auf.

Bewertung

„Alles, worum es geht“ besteht aus sieben Kurzgeschichten und einem Text/Essay. Es ist beinahe unmöglich zusammenzufassen um was es geht, denn wie die Autorin selbst sagt „sie schreibt zwischen den Zeilen“ und das ist es, was man nicht in Worte verfassen mag. Ich habe es versucht, mindestens zehn mal, aber es geht nicht. Beginnt man zu lesen, wird man hinein gesogen in dieses Alles, das man nicht beschreiben kann. Es ist wie bei einem Traum, während man schläft erscheint alles ganz logisch und die Bilder bleiben, auch wenn man wach ist, bestehen, ja der gesamte Traum, sobald man aber versucht ihn in Worte zu fassen zerplatzt er wie eine Seifenblase. Genau so ist es mit diesem Buch. „Alles ist ein Zustand des besiedelten Alleinseins auf der anderen Seite der Einsamkeit.“ schreibt Janne Teller. Der Satz bedarf keiner Erklärung, er steht so da als wäre das „Zwischen-den-Zeilen“ hinauf gerückt, deshalb ist er meine Lieblingsstelle, und ich muss ihn hier erwähnen. Ich liebe es, es ist eines der besten und außergewöhnlichsten Bücher aller Zeiten. Die Knappheit, Klarheit und Bestimmtheit der Worte fesselt vom ersten Moment, gibt häufig aber erst im letzten einen Sinn. Man befindet sich mit auf der Reise, in der die Geschichte entsteht. Es ist, als wäre sie noch nicht zu ende, und als entstände jenes erst in dem Moment, in dem man es liest. Deshalb passt merkwürdigerweise auch die Klassifizierung „Kurzgeschichtensammlung“ nicht so recht. Das klingt beinahe altmodisch, wie eine Sammlung an Gute-Nacht-Geschichten, aber das ist es so ganz und gar nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Handlung zwischen den Zeilen geschieht und auch ihre Aussage, so unaufdringlich und versteckt dort liegt. Der Titel trifft es ziemlich gut, denn es ist eben ein kleiner Einblick, wie eine Kostprobe, des „Alles“, in das uns die Autorin mitnimmt. Zugegeben, anfangs musste ich mich daran gewöhnen, wusste bis zuletzt nicht was ich von dem Buch halten soll, denn man kann es nicht einfach so am Stück lesen, verschlingen. Den Fehler habe ich gemacht, dann „erschlägt“ es einen, dann findet man die Wege zwischen den Zeilen nicht mehr und verliert die Verbindung. Das ist mir am Schluss, beim Text der Autorin über deren „Alles“ bewusst geworden.Es bleiben eben kleine Kostproben, die sich nicht zu einem Gericht zusammenfügen lassen.
Um es kurz zu machen, 5 Sterne für ein außergewöhnlich gutes, klares Werk (das trifft es wohl am besten).
Elisa Lehmann (15) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Problemthemen