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Anders von Steinhöfel, Andreas, Jugendbücher, Aus dem Leben, Alltag & Familie, Anders sein

Anders

Steinhöfel, Andreas

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Königskinder

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783551560063

Inhalt

Nach dem Unfall sind Zeit und Welt aus den Fugen. 263 Tage liegt der Winterjunge im Koma, exakt die Anzahl jener Tage, die seine Mutter vor elf Jahren mit ihm schwanger war. Dann erleben die Menschen um ihn herum ein Wunder: An einem prächtigen Sommertag kehrt Felix Winter zurück ins Leben. Und nennt sich von nun an anders, nämlich Anders. Er hat keinerlei Erinnerung mehr an die Zeit vor dem Unfall oder an den Unfall selbst … und es gibt jemanden, der alles dafür tun wird, dass das so bleibt.

Bewertung

Normalerweise ist man von Andreas Steinhöfel eher den lockeren Ton der Rico- und-Oscar-Reihe gewohnt. Aber mit „Anders“ hat der Autor einen ganz anderen Ton angeschlagen. Er erzählt eine sehr aufwühlende und zum Nachdenken anregende Geschichte.

 

Felix Winter wird nach einem schrecklichen Unfall genau an seinem elften Geburtstag aus dem Leben gerissen. 263 Tage liegt er im Koma – exakt die Anzahl der Tage, die seine Mutter vor 11 Jahren mit ihm schwanger war. Dann geschieht ein Wunder: An einem prächtigen Sommertag kehrt der Winterjunge zurück ins Leben. Aber von nun an nennt er sich anders, nämlich Anders. An die Zeit vor dem Unfall oder den Unfall selbst kann er sich nicht mehr erinnern. Und es gibt jemanden, der alles dafür tun wird, dass es so bleibt…

 

Der Titel „Anders“ passt sehr gut zum Buch. Vor dem Lesen kann man sich kaum etwas darunter vorstellen, allerdings machte mich dieser sehr neugierig. Ein Cover ist fast nicht vorhanden; man sieht die Hälfte eines Jungengesichtes mit einer Mütze obendrauf. Nachdem ich allerdings das Buch gelesen hatte, stellte ich fest, dass das Titelbild sehr gut zum Inhalt passt.

Der Klappentext hat nicht zu viel verraten und mich neugierig gemacht. Aber nach dem Lesen des Buchrückentextes hatte ich erwartet, dass es sich bei „Anders“ um einen Kriminalroman mit Täter, Tat und Opfer handelt. Das ist es nicht, sondern vielmehr ein sehr fantasievoller Jugendroman.

Der Roman ist in relativ lange Kapitel unterteilt und hat einen Prolog und Epilog. Am Anfang eines jeden Kapitels ist ein in Gelb- und Grüntönen gestaltetes Bild, ansonsten ist das Buch bilderfrei. Die äußere Erscheinung des Buches ist schlicht, aber edel. „Anders“ hat einen Schutzumschlag und ein Lesebändchen.

 

Andreas Steinhöfel schildert die Geschichte als allwissender Erzähler. Diese Perspektive ist gut gewählt, da ich sonst manche Zusammenhänge nicht verstanden hätte. Die Geschichte wird meist in einem fort erzählt. Allerdings wird man vom Autor oft an einen anderen Ereignisschauplatz entführt, sodass man mitbekommt, was gerade woanders passiert. Die Sprache ist bildhaft und anschaulich und ich wurde deshalb schnell in die Geschichte reingezogen.

„Anders“ ist eigentlich sehr kompliziert und anspruchsvoll erzählt – auch, weil Andreas Steinhöfel sehr viele Metaphern verwendet, wie beispielsweise in diesem Satz: „Nur hier findet er wirklich Ruhe, nur hier schweigt sein Kopf der sonst schier zu bersten droht unter den unaufhörlichen Eindrücken kaskadischer Worte und disharmonischer Musik; und nur hier schweigt sein Körper, in dem jede Farbe, sobald sie seine Augen trifft, einen Geruch erzeugt, jedes Lichtpartikel einen Geschmack, und der von innen verbrennt, weil er Luft als Feuer einatmet, und der sofort wieder abkühlt , weil er sie als Schnee wieder entlässt.“ Nach diesem Satzschema ist das ganze Buch aufgebaut. Wie man unschwer erkennen kann, sind die Sätze sehr verschachtelt, ziehen einen aber trotzdem in ihren Bann, da der Inhalt sehr spannend ist.

 

Anders ist ein bemerkenswertes Buch, das absolut weiterzuempfehlen ist. Es ist zwar anspruchsvoll, liest sich aber dennoch sehr gut. Ich empfehle es für Kinder und Jugendliche (aber auch für Erwachsene!) ab etwa 12 Jahren und gebe volle 5 Sterne.

 

Raphael Mergehenn (11) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie, Anders sein