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Anna, Anton, Augenstern von Dumas, Kristina, Bilderbücher, Sachbilderbücher, Aus dem Leben, Wissen

Anna, Anton, Augenstern

oder wie man auf der ganzen Welt zu seinem Namen kommt

Dumas, Kristina / Worms, Ina

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Annette Betz

Empfohlen ab: 5 Jahre

ISBN: 9783219116762

Inhalt

»Ene mene mu – und so heißt du!«

So oder so ähnlich werden Vornamen ausgesucht? Oh nein! Denn um einen schönen Namen zu finden, geben sich Eltern hier und überall viel Mühe! Erfahrt mit Anna und Anton, wie man auf der ganzen Welt zu seinem Namen kommt: Von den Namenslisten und Verwandtentipps bei uns über die Namensgeister der Inuit bis zu den sprechenden Namen der Lakota-Indianer gibt es vielerlei ungewöhnliche Geschichten und erstaunliche Informationen zu entdecken!

Bewertung

Mit dem Namen, den Eltern ihrem Kind geben, verbindet sich für dieses lebenslang ein wesentlicher Teil seiner Identität. Viele Kinder haben deshalb das Bedürfnis, sich näher mit der Herkunft und Bedeutung ihres Namens zu beschäftigen. Ein Sachbuch, welches sich diesem Thema widmet und speziell für Kinder geschrieben wurde, wird daher bestimmt viele interessierte Leser finden.

 

Die Gestaltung des Titelbildes lenkt den Blick des Betrachters vor allem auf den Namen-Schriftzug, der in großen, mit verschiedenen Mustern versehenen Lettern und darauf befindlichen Figuren- und Symbolelementen innerhalb einer weißen Kugelform vor rotem Hintergrund ins Auge fällt. Um die (Welt?-)Kugelform gruppieren sich –stellvertretend für Namen aus verschiedenen Erdteilen- Porträtbilder mit Namensschildchen von Anna, Pablo, Piotr, Imani und Nanuk. Das sehr ansprechend gestaltete Nachsatzpapier mit der zeichnerischen Darstellung der Erdteile und dort vorkommender Namen hätte ich mir aus ästhetischen Gründen auch als Vorsatzpapier gewünscht, auf welches jedoch leider verzichtet wurde. Stattdessen erscheint an dieser Stelle ein vorgesehenes Namensfeld mit dem Impressum verkoppelt. Abgesehen von dieser nicht sonderlich geglückten Gestaltungsidee überzeugt im Folgenden Inhalt und Form im Bezug zur Thematik weitgehend, wenn auch einige Seiten zeichnerisch etwas überladen wirken.

Die zahlreichen Zeichnungen, bei denen immer wieder ein kleiner braun-weiß-gefleckter Hund auftaucht und bestimmte Szenen kommentiert, erklären begleitend den Text, sind humorvoll und kindgerecht und laden zur weiteren Beschäftigung ein. Anfangs wird der soeben geborenen kleinen Anna der Name gegeben, welchen schon Oma und Tante trugen. Weitere Namensgebungen favorisieren den Wohlklang oder die besondere Bedeutung des Namens, hinter dem oft spannende Geschichten oder Verbindungen zu Berühmtheiten und literarischen Gestalten stehen. So denkt man beim Namen Ludwig gleich an den berühmten bayrischen Märchenkönig oder bei Ronja an die mutige Räubertochter aus der literarischen Vorlage. Andere Namen nehmen Bezug zu bestimmten Religionen wie der Bibel, der Thora oder dem Koran. Wie schön ist es dann für den Träger des Namens, wenn dieser dessen Bedeutung und damit zusammenhängende Geschichten kennt.

Mystisch aufgeladen erscheint die Namensgebung bei den Inuit, bei denen neugeborene Kinder die Namen momentan herrenloser Namensgeister erhalten, um drohendes Ungemach zu verhindern. Wie die Namensgebung bei den Indianern oder Isländern erfolgt, ist ebenso interessant wie die anregende Aufforderung zur Überlegung, wie man als Isländer oder Indianer heißen würde, die zum Mitmachen und Überraschen-lassen einlädt.

 

Dieses wissensvermittelnde Sachbuch ist eine informative und unterhaltsame Lektüre, welches sich ebenfalls gut für die Einbindung in den Schulunterricht oder für die Projektarbeit mit Kindern eignet.

 

Hanna Nebe-Rector (Malkastl.de) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Aus dem Leben, Wissen