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Antoinette kehrt zurück von Vieweg, Olivia, Junge Literatur, Aus dem Leben, Erwachsenwerden, Manga & Graphic Novel, Problemthemen

Antoinette kehrt zurück

Vieweg, Olivia

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Egmont Graphic Novel

Empfohlen ab: 15 Jahre

ISBN: 9783770455003

Inhalt

Antoinette hat geschworen, niemals nach Deutschland zurückzukehren. Sie lebt in Los Angeles und arbeitet als Creative Director in einer Werbefirma, beobachtet aber täglich durch ihre Webcam ihr Heimatdorf. Doch sie muss zurückkommen und sich ihrer Vergangenheit stellen, sie muss noch einmal das Mobbing durchleben, dass sie aus ihrer Heimat vertrieben hat …

Bewertung

Olivia Viewegs Graphic Novel „Antoinette kehrt zurück“ liefert eine Geschichte mit Gänsehautpotential.

Die Protagonistin Antoinette muss sich ein letztes Mal von ihrem neuen, perfekten Leben abwenden um mit ihrem alten abzuschließen. Sie kehrt in ihr Heimatdorf zurück, um endlich abzurechnen. Es ist ein Exkurs in ihre dunkle Vergangenheit, der alle an ihre Grenzen stoßen lässt und auch den Leser nicht kalt lässt.

Die vermeintliche Landidyll wird gebrochen, liebe Mädchen werden zu Schreckensgespenstern und die Grenzen zwischen gut und böse verwischen. Das Thema und der Verlauf der Geschichte haben mich von Anfang bis Ende gebannt, ich konnte wirklich mit Antoinette mitfühlen, ihren Schmerz und ihre Wut erleben, die Ignoranz der anderen und die Scheinharmonie, die jeden zweifeln lässt.

Das Cover gefiel mir von Anfang an, doch gerade in Hinblick auf die Handlung ist es nochmals passender. Es greift die Thematik auf indem es Antoinette durchlässig macht, ihre Vergangenheit zeigt, die immer ein Teil von ihr bleiben wird und sie sicherlich auch prägt. So spricht das Cover mit seinem Thema und der Aussage sicherlich viele an und bietet die Möglichkeit Gemeinsamkeiten zu finden, zieht den Leser also an und ist für mich somit sehr gelungen.

 

Alles war durchgängig nachvollziehbar, verständlich und authentisch so radikal manche Handlungen auch erscheinen mögen, die kleinen englischen Einschübe während der USA Szenen tragen zur besseren Vorstellung und zur Atmosphäre bei.

Beim Lesen/Anschauen entsteht ein das Gefühl einen Film zu schauen, so fließend sind die Handlungen trotz Hohlräumen, so spürbar, intensiv und eindrucksvoll durch gut gewählte Perspektiven, Ausschnitte und Seiteneinteilungen. Auch der bewusste Verzicht auf Farben kreiert eine Atmosphäre, die Thematik und Handlung unterstreicht.

Was mir allerdings nicht gut gefiel waren die Zeichnungen sowie die Schrift. Mir persönlich liegt der Stil nicht und er passte für mich nicht zu der starken Story. Teilweise war es mir zu übertrieben und grob gezeichnet, doch das ist natürlich Geschmackssache , denn der Stil ist von vorn bis hinten einheitlich durchgezogen.

Mich sprachen die Figurendarstellungen einfach nicht sonderlich an, da sie meiner Meinung nach die Charaktere nicht widerspiegeln und sehr vereinfachen. Alles war mir zu Comichaft, ich hätte es mir künstlerisch und poetischer gewünscht.

 

Definitiv kein Kindercomic sondern eine Graphic Novel mit bewegendem Thema, guter Story und eigenem Stil.

 

Elisa Lehmann (16) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Erwachsenwerden, Manga & Graphic Novel, Problemthemen