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Anton und die Spielverderber von Könnecke, Ole, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Alltag & Familie

Anton und die Spielverderber

Könnecke, Ole

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 3 Jahre

ISBN: 9783446240155

Inhalt

Anton kommt ganz fröhlich daher und fragt, wer Saft und Kekse mag. Die Mädchen lassen ihn abblitzen, sie sind beschäftigt: ernsthafte Gartenarbeiten. Da möchte Anton gerne mitmachen. Darf er aber nicht. Anton wird sauer, legt sich hin und sagt: "Dann bin ich eben - tot." Auch Lukas hat kein Glück. Er darf ebenfalls nicht mitspielen und stellt sich tot. Dann beginnen die Mädchen zu streiten. Schließlich liegen alle Kinder am Boden und rühren sich nicht, bis irgendetwas an ihren Beinen hochkrabbelt: Igitt, Ameisen! Jetzt gibt´s endlich Saft und Kekse, für die Mädchen und die Jungen.

Bewertung

Da kommt Anton. Gut gelaunt und mit Saft und Keksen ausgestattet. Bereit zum Spielen. Nur: Die anderen "spielen" nicht, sie "arbeiten" - im Garten nämlich. Und ohne eigenen Rechen oder eine eigene Harke darf Anton nicht mitmachen. So ist das. Da greift Anton zu einem drastischen Mittel. Wenn er nicht mitmachen darf, dann ist er eben tot. Dann wird´s den anderen schön leid tun, ihn weggeschickt zu haben. Spricht´s und legt sich stocksteif hin. Der gewollte Effekt bleibt jedoch aus. Nicht nur, dass Lukas völlig fasziniert ist und sich sofort daran macht, Anton ein schönes Grab zu buddeln, nein, die anderen sind so auf ihr Spiel konzentriert, dass sie nicht mal zu bemerken scheinen, dass Anton tot ist. Aber dass die Schaufel fehlt, mit der Lukas nun gräbt, das merken die Mädchen und holen sie sich zurück. Gemein, findet Lukas. Und ist dann eben auch tot ...
Was hier auf den ersten Blick makaber wirken mag, ist tatsächlich eine wunderbar lebensnahe Beobachtung - denn welches Kind hat sich nicht schon mal voller Ingrimm vorgestellt, wie alle es beweinen und sich wünschen, immer lieb zu ihm gewesen zu sein? Moritz (6), Lisa (4) und Anton (2) lieben das Buch gleichermaßen - Moritz liest es den kleinen Geschwistern manchmal spontan vor, und dann sitzen alle zusammen auf dem Sofa und lachen sich schlapp. Es bleibt nämlich nicht bei nur zwei "toten" Kindern im Buch - letztlich liegen sie alle vier stocksteif auf dem Rücken und rühren sich auch dann noch nicht, als es anfängt zu regnen. ("Es regnet", sagt Greta. "Na und, wir sind tot", sagt Lukas.) Erst als hunderte kleiner Ameisen auf den Kindern herumkrabbeln, kommt wieder Leben in alle vier Freunde. Und endlich können sie alle zusammen Saft und Kekse essen.
Die gewohnt sparsamen Illustrationen von Ole Könnecke und der knappe Text machen die wunderbare Komik der Geschichte aus. Eine Konfliktlösung wird nicht gesucht oder geboten - muss aber auch nicht. Denn oft bedarf es nicht mehr als ein paar hundert Ameisen, um einen unnötigen, blöden Streit zu schlichten. Ganz klar: Eins unserer Lieblingsbücher!
Maren Bonacker :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie