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Atemnot von Bick, Ilsa J., Jugendbücher, Aus dem Leben, Problemthemen

Atemnot

Bick, Ilsa J.

Übersetzung: Burger, Anke Carolin

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: INK

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783863960643

Inhalt

Es gibt Geschichten, in denen das Mädchen seinen Prinzen findet, und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. So eine Geschichte ist das hier nicht. Jenna Lords Leben verlief bisher nicht gerade wie im Märchen. Ihr Vater ist ein kontrollbesessener Neurotiker und ihre Mutter Alkoholikerin. Früher war ihr älterer Bruder ihr einziger Halt, doch jetzt ist er im Irak stationiert. Und vor einigen Jahren wäre Jenna beinah bei einem Hausbrand ums Leben gekommen. Es gibt Geschichten, in denen das Monster das Mädchen umbringt und alle um das unschuldige Opfer trauern. So eine Geschichte ist das hier auch nicht. Mitch Anderson hat viele Qualitäten: Er ist ein engagierter Lehrer und Lauftrainer. Ein liebevoller Ehemann. Ein Mann mit einer ziemlichen … Anziehungskraft. Und dann gibt es noch die Geschichten, bei denen man schwer sagen kann, wer der Prinz und wer das Monster ist, wer das Opfer und wer es verdient, bis an sein Lebensende glücklich und zufrieden zu leben. Diese Geschichten sind die besten.

Bewertung

Unerwartet schwermütig

Nachdem ich noch die anderen Bücher von der Autorin im Hinterkopf habe, war ich ein bisschen überrascht, wie anders „Atemnot“ war. Doch diese Überraschung meine ich keineswegs negativ.

 

„Atemnot“ lässt sich schwer beschreiben. Die Story ist eine andere, als ich erwartet hatte, die Hintergründe sind komplett anders. Eigentlich hat mich grundsätzlich erst mal alles überrascht. Insgesamt ist alles unglaublich schwermütig. Jenna ist seelisch völlig am Ende und niemand gibt ihr Halt. Keiner sieht, wie es ihr geht und sie ist völlig allein. Erst Mr. Anderson beginnt Schicht für Schicht die wahre Jenna zu enthüllen. Aber man kann nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden. Alle Umstände und Hintergründe machen es dem Leser nicht möglich, da eine klare Grenze zu definieren. Überhaupt verschwimmen hier die Grenzen. Man kann nicht einteilen, ob die Aktionen der Figuren richtig oder falsch sind. Sie tun ihnen in dem Moment einfach gut und deshalb belässt man es dabei. Man kann niemanden verurteilen.

 

Die Erzählweise ist sehr besonders. Jenna spricht ihre Geschichte für einen Kommissar auf Band. So ist man sehr eng an ihre Gefühle, ihre Verwirrung und die große Traurigkeit gebunden. Es werden nicht alle Fragen geklärt, aber das war auch in Ordnung. Ich war am Ende sowieso völlig überrollt und ich habe es akzeptiert, dass Jenna mich einfach so ohne ein Wort entlassen hat. Es hat gepasst. Ich weiß nicht, ob man für diese Art der Geschichte tatsächlich eine Empfehlung aussprechen kann. Ich habe auf jeden Fall nichts zu bemängeln, was einem potenziellen Leser jetzt gedanklich Steine in den Weg legen könnte. Man sollte es auf jeden Fall nicht missachten, denn Jennas Geschichte ist es wert, gehört zu werden.

 

Ramona Nicklaus (20) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Problemthemen