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Auf der Mauer, auf der Lauer von Tallec, Olivier, Bilderbücher, Ohne (viel) Worte, Außergewöhnliches

Auf der Mauer, auf der Lauer

Tallec, Olivier

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Boje

Empfohlen ab: 5 Jahre

ISBN: 9783414823731

Inhalt

Ein Buch übers Streiten und Versöhnen: Die beiden kleinen Männer in diesem Buch können sich nicht leiden. Misstrauisch beobachten sie sich durch ihre Ferngläser, sie brüllen sich an und streiten sich. Denn hinter ihren Mauern aus Stein fühlt sich jeder von ihnen sicher. So vergehen die Tage und die Monate. Sie beobachten und warten, trotzen dem Regen und der Kälte und gehen ihrem Alltag nach.
Bis ein Vogel geflogen kommt, dem einer der beiden Männer neugierig folgt. Und plötzlich steht er dem anderen Mann direkt gegenüber – ohne eine schützende Mauer, die sie voneinander trennt …

Bewertung

Ein Buch ohne Worte und doch für größere Kinder. Wenn man dieses Vorhaben umsetzen möchte, muss man sich schon mit einem wichtigen Thema befassen und dies für ein recht breites Publikum mit verschiedenen Ansprüchen gestalten.
Olivier Tallec erzählt augenscheinlich die Geschichte über zwei Männer, die sich gegenseitig über Mauern hinweg beobachten und auch ein wenig Ärgern. Sie leben beide praktisch an der Mauer und ihre tägliche Beschäftigung ist das gegenseitige auspionieren. Damit die Männer auch als verschiedene Parteien zu erkennen sind, trägt der eine blaue Kleidung und seine Utensilien sind auch blau. Bei dem anderen Mann ist alles in orange gehalten. Warum sie sich so beobachtend verhalten, ist gar nicht klar. Aber es ist ja meist auch nicht klar, wie Vorurteile entstanden sind und warum sie sich manifestieren. Warum hassen manche Menschen andere Menschen, die doch genauso wie sie sind und nur Kleidung in anderen Farben tragen? Und damit ist es nicht nur eine Geschichte über zwei Männer, sondern eine Geschichte, die sich mit Angst, Hass, aber auch Versöhnung und Freundschaft befasst, da die beiden am Ende zueinanderfinden.
Dargestellt wird dies mit den beschriebenen zwei Farbtönen. Alle nicht so wichtigen Aspekte der Umgebung sind schwarzweiß gehalten. Die Zeichnungen sind sehr klar gestaltet und kommen mit wenigen Elementen aus, die aber alle zur Handlung passen. An zwei Stellen im Buch sind die Seiten so eingeschnitten, dass man verschiedene Konstellationen legen kann. Ein wenig ist es so, wie bei den Spielen, bei denen man Kopf, Rumpf, Beine und Füße mischen kann.
Als Mutter hatte ich zunächst das Gefühl, dass die Zeichnungen zwar lustig sind, sich die Geschichte aber extrem zieht. Mein junger Mitbetrachter hat mich aber eines Besseren belehrt und empfiehlt das Buch sehr. Weil die Männer aber Gewehre bei sich haben und das manchmal ganz schön gefährlich wirkt, findet er, dass es eher für größere Kinder (ab 6) geeignet ist.
O-Ton Paul (7): Für das Buch muss man 5 Sterne geben, weil es so super lustig ist. Auch wenn man das am Anfang nicht denkt.
Charlene Otremba und Paul (7) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Außergewöhnliches