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Ben will heute einen Gips! von Cuvellier, Vincent, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Alltag & Familie

Ben will heute einen Gips!

Cuvellier, Vincent / Badel, Ronan

Übersetzung: Steindamm, Constanze

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Lappan

Empfohlen ab: 4 Jahre

ISBN: 9783830312161

Inhalt

Ben möchte einen Gips haben - einen echten! Dann würden ihn alle bewundern und etwas draufschreiben. Aber muss man sich wirklich unbedingt weh tun, um einen Gips zu bekommen? Bei seinen Überlegungen fällt Ben vom Sessel und holt sich eine dicke Beule. Na immerhin, schon mal nicht schlecht für den Anfang!

Bewertung

Ben ist ein kleiner Junge, der weiß was er will - und heute möchte er einen Gips. Er möchte von seinen Freunden bewundert und bedauert werden. Mit einem Gips fühlt man sich wie ein Abenteurer. Er stellt sich vor, wie toll es doch wäre, wenn sein Arm in einem Gips wäre und alle Kinder ihn bestaunen würden. Jeder würde sich darum reißen, darauf zu unterschreiben!

Doch schnell holt ihn seine Mama wieder in die Wirklichkeit: Für einen Gips muss man einen schlimmen Unfall haben und ins Krankenhaus. Will Ben das wirklich?

 

Die Idee für dieses Bilderbuch scheint direkt dem Kopf eines kleinen Kindes entsprungen zu sein, denn fast jedes Kind ist fasziniert von Pflastern, Verbänden oder einem Gips. Dass man diese Sachen eigentlich nur bekommt, wenn man sich sehr verletzt, wird dabei lieber vergessen. So auch bei diesem kleinen Jungen mit dem grimmigen Gesicht.

Die Zeichnungen sind schlicht, fast schon puristisch, und erinnern in ihrem sehr harten Stil ein wenig an frühe Charlie Brown Comics. Passend dazu ist auch die Mutter nie zu sehen. Ihre „Stimme“ kommt quasi aus dem Off. Ben steht auf jeder Seite im Vordergrund - er sitzt oder steht auf dem Sofa und daran ändert sich über die Seiten recht wenig. Die Geschichte wird hier also fast ausschließlich über die Worte erzählt. Deshalb ist es sehr schade, dass es keine klare Unterscheidung zwischen Gesagtem und Gedachtem gibt. Zusätze wie „sagt Mama“, „denkt sich Ben“ fehlen, weshalb man als Vorleser ein wenig Stimmtalent beweisen muss, um die Geschichte klar zu gliedern und die Figuren zu trennen.

Etwas irritierend war für uns, dass von dem Buch ein sehr starker, unangenehmer Geruch ausgeht und selbst nach Tagen noch deutlich zu riechen ist. Sogar meine Finger rochen nach dem Vorlesen so. In Zeiten von umweltfreundlichen Lacken auf Wasserbasis finde ich sowas nicht zeitgemäß.

 

Die Geschichte endet witzig und insgesamt hat meine Tochter häufiger „ooohhh, Ben!!“ gekichert. Doch der Stil ist mir zu hart und skizzenhaft, mir fehlt eindeutig das Runde, Niedliche, was ich an Bilderbüchern so schätze. Wer es eher reduzierter mag, wird seine Freude an dem kleinen Trotzkopf Ben haben.

 

Mareike Dietzel :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie