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City Down Under von Roy, James, Jugendbücher, Aus dem Leben, Alltag & Familie

City Down Under

Roy, James

Übersetzung: Malich, Anja

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Gerstenberg

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783836957588

Inhalt

City - eine anonyme Großstadt, irgendwo in Australien. Hier leben Jeremy, Dylan, Fliss und die anderen. Die meisten jungen Leute kennen einander nicht, doch ab und zu kreuzen sich ihre Wege zufällig zwischen Fähranleger und Strand, öden Vororten und Bürotürmen, Stadion und Pub. Unvermutet stoßen sie dabei immer wieder auf Verse eines unbekannten Dichters. Und das Leben in der City bietet noch weitere Überraschungen...

Bewertung

“City Down Under” von James Roy behandelt in vielen Kapiteln das Leben verschiedener Jugendlichen. Sie alle leben in der gleichen Großstadt in Australien, kennen sich jedoch (meist) nicht. In jedem Kapitel geht es um eine andere Person, die anonym von einem Moment ihres Lebens erzählt, jedoch tauchen die Personen oft auch in den Kapiteln über andere Personen auf, weswegen die Geschichte sehr verzweigt ist. Die einzelnen Geschichten hängen nur teilweise voneinander ab, jedoch tauchen ab und an die Verse eines Dichters auf; als Graffiti an einer Bushaltestelle, als Kritzelei in einem Zug...
Während die Jugendlichen ihr Leben leben, lesen sie diese Gedichte und interpretieren sie für sich. Zum Beispiel schreibt Jeremy einen Brief an seine Mutter, wo er über seine ersten Drogenerfahrungen berichtet, und verfasst - inspiriert vom unbekannten Dichter - selbst ein paar Gedichte. Während beispielsweise Hugh und Lily, die sich in einer Szene gerade kennenlernen, gar keine Begegnung mit einem literarischen Kunstwerk machen.
Es geht um Drogen, Liebe, Tod, Trauer, Eltern, Freunde... Wobei es keine Kerngeschichte gibt, keinen Handlungsstrang und deswegen auch keine Spannung. Das hat mich sehr gestört. Es ist ziemlich kompliziert, sich alle erwähnten Namen zu merken, um die unterschiedlichen Personen miteinander zu verknüpfen, und man muss ständig blättern und schon gelesene Kapitel nochmal lesen, um sicher zu sein, welche Jugendliche schon vorkamen. Ich denke, es geht darum, zu realisieren, dass jeder Fremde, der einem über den Weg läuft, seine eigene Geschichte hat - sein Glück, seine Hoffnungen, seine Enttäuschungen - und dass alle Menschen miteinander verbunden sind. Ich finde, das ist eine nette Idee, und ziemlich gut umgesetzt, aber auf 283 Seiten ist das sehr monoton und wird langweilig.
Den Versen des Dichters wird meiner Meinung nach zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Schließlich kommen sie nur eher selten vor, es scheint, als sei der Dichter auch einfach einer der vielen Jugendlichen, über die erzählt wird, nicht mehr und nicht weniger. Dafür muss man wirklich kein großes, auffälliges Haiku auf der Rückseite des Buches platzieren und den Dichter im eigentlich nur oberflächlichen Klappentext erwähnen.
Insgesamt ist das Buch durchaus lesenswert, wenn man keine mitreißende Story und fesselnde Spannung erwartet. Da man eine gewisse Reife braucht, um so ein Buch zu schätzen und zu verstehen, empfehle ich es Mädchen und Jungs ab 16 Jahren und gebe ihm 3 Sterne.
Daria Lipsky (16) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie