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Colette von Arsego, Chiara / Vincenot, Aymeric, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Anders sein

Colette

Arsego, Chiara , Vincenot, Aymeric

Übersetzung: Illmann, Andreas

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Schaltzeit

Empfohlen ab: 3 Jahre

ISBN: 9783941362239

Inhalt

Colette, ist die Geschichte einer liebenswürdigen alten Dame. Eine Dame, deren Augen nicht mehr die Allerbesten sind. Trotzdem, (oder gerade deshalb), passieren ihr höchst merkwürdige Dinge, die seltsamerweise eines Tages sogar unsichtbare Wildtiere in ihr Leben bringen ...

Bewertung

Das ist ein sehr merkwürdiger Tag, den Colette da erlebt. Zumindest aus der Sicht der Leser und Bilderbuchbetrachter, denn die alte Dame selbst ist fest davon überzeugt, dass alles so ist wie immer. Schmusen mit einem Eisbären? Baden mit einem Walross? Und sich mit einem Igel die Haare kämmen? Nein, normal ist das sicher nicht, was Colette da widerfährt. Aber dass sie mit einem Krokodil an der Leine durch die Stadt geht und anstelle ihrer Enkelin ein Äffchen mit auf den Markt nimmt, erfüllt doch zumindest die Menschen um sie herum mit einiger Verwunderung. Doch ansprechen möchte niemand die alte Dame, weil man nicht so recht weiß, ob man vielleicht ihre Gefühle verletzt, wenn man ihr Verhalten merkwürdig findet, und so streicht Colette ahnungslos das Wohnzimmer (und eine Giraffe) neu, zupft einem Vogel Strauß eine Schreibfeder aus dem Hinterteil und lässt einen Leguan die Hausaufgaben ihrer Enkelin machen. Mit jeder Doppelseite wird die Geschichte skurriler und kurioser, und man kommt aus dem gespannten Kichern kaum noch heraus - was steckt bloß hinter all den Merkwürdigkeiten?!

 

Erst als Colettes Mann nach Hause kommt und lachend ihre vertauschten Brillen zurücktauscht, wird klar, warum sie eine Babyschildkröte für die Fernbedienung des Fernseher halten konnte - und woher die vielen Tiere überhaupt stammen! Sie sind aus dem Zoo entwischt, was auch groß in den Nachrichten gemeldet worden war - nur hatte Colette die ja nicht sehen können, weil die vermeintliche Fernbedienung ja nicht funktionierte.

 

"Colette" macht hier allen drei Kindern (3, 5 und 7) großen Spaß, weil sich Autor und Illustratorin offenbar gemeinsam sehr gut überlegt haben, wie man die vielen Tiere möglichst unauffällig in den Haushalt integrieren kann (ich warte drauf, dass hier einer auf die Idee kommt, sich mit dem Plüschigel die Haare zu kämmen). Das regt ganz toll dazu an, sich noch mehr auszudenken. Dass es sich bei dem Bilderbuch zusätzlich um ein Infobuch handelt - die letzte Doppelseite erklärt, warum es Brillen gibt -, ist hier jedoch völlig untergegangen.

Dazu ist die da verwendete Schrift zu klein und verschnörkelt und noch dazu auf recht dunklem Untergrund, wir hatten nach der schönen Geschichte gar keine Lust mehr, das zu entziffern. Die Seiten sind insgesamt recht dunkel, was aber durchaus zur Geschichte passt: schließlich sieht Colette alles nicht so gut.

Kleines Manko, das mich stört, den Kindern allerdings nicht groß aufgefallen ist: Ich finde, man merkt dem Buch an, dass es aus dem Französischen übersetzt wurde. Satzkonstruktionen und idiomatische Wendungen bleiben sehr dicht am Original, was im Deutschen mitunter etwas steif klingt. Gefreut habe ich mich darüber, dass die französische Ausgabe in Heftform beilag - aber das wird für viele Eltern möglicherweise gar nicht so interessant sein. Wir vergeben 4 Sterne.

 

Maren Bonacker mit Anton (3), Lisa (5) und Moritz Bäcker (7) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Anders sein