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Dark Noise von Ruile, Margit, Jugendbücher, Krimi & Thriller, Digitale Welt, Spannung

Dark Noise

Ruile, Margit

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2017

Verlag: Loewe

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783785584460

Inhalt

Erscheint im März 2017

 

Zafer arbeitet als freiberuflicher Bildretuscheur. Und er ist der Beste. Er kann sogar die Wassertropfen auf einer Sektflasche so täuschend echt nachbilden, dass der Betrachter seiner Filmsequenzen glaubt, er würde sich darin spiegeln. Einen Mann in das Überwachungsvideo einer Tiefgarage einzufügen ist dagegen ein Kinderspiel. Merkwürdig ist nur, dass dieser Auftrag anonym war. Tage später erkennt Zafer durch Zufall eines seiner Videos in den Nachrichten über einen Journalistenmord wieder. Es zeigt, wie der mutmaßliche Täter den Tatort, eine Tiefgarage, verlässt. In Wirklichkeit ist der Mann nie dort gewesen. Aber das weiß nur Zafer.

Bewertung

Zafer lebt in der Dunkelheit. Sein Apartment verlässt er nur sporadisch, meist dann, wenn er kein Essen mehr da hat. Er bewegt sich in der digitalen Welt. Seine Aufgabe ist es, Dateien zu bearbeiten und zu verändern. Eines Tages bekommt er einen Auftrag, der nicht nur die Grenzen der Legalität testet, sondern ihn in ein größeres Geschehen hineinzieht, von dem er nichts weiß. Dabei begegnet er Emily, die er als Musikerin kennenlernt, die aber hinter verschlossenen Türen ganz anderen Aktivitäten nachgeht. Sie scheinen auf unterschiedlichen Seiten zu stehen, doch über beiden lauert Argos - das Auge - das alles und jeden sieht.

 

Das Cover und der Titel gefallen mir sehr gut. Was genau „Dark Noise“ ist, wird im Buch erklärt und zieht sich als Thema durch die ganze Handlung. Das Cover erinnert an unterirdische Tunnel, die im Buch auch konstant präsent sind. Das Buch ist in relativ kurze Kapitel unterteilt, die meist aus Emilys oder Zafers Sicht erzählt werden. Manchmal gibt es noch eine Art allwissende Person, die vor allem in der ersten Hälfte des Buches die Handlung beschreibt. Dies hat mich sehr irritiert, weil ich mich ständig gefragt habe, wer diese Person ist und warum aus ihrer Sicht erzählt wird. Es wirkt zudem ein wenig zu gewollt abstrakt, als wolle man unbedingt, dass es einen tiefgründigeren Sinn gibt.

Die Sprache ist sehr angenehm. Es werden englische Begriffe eingebaut, so wie „Dark Noise“, die immer erklärt werden. Es gefällt mir, dass die Charaktere keine übertriebene Jugendsprache verwenden. Persönlich habe ich mich weder mit Zafer noch mit Emily identifizieren können. Trotzdem finde ich die beiden sympathisch, weil sie beide versuchen das Richtige zu tun und damit kämpfen, anders zu sein. Gut gefällt mir auch, dass es sich nicht um eine klassische Liebesgeschichte handelt.

Bei der gesamten Handlung habe ich ein wenig das Gefühl, dass sie sehr oberflächlich ist. Mit etwas weniger als 300 Seiten geschehen die Dinge sehr schnell, dafür bleiben aber auch einige Fragen am Ende offen. Für mich ist das Buch eher unterhaltsam als tiefgründig. Ich empfehle „Dark Noise“ Jugendlichen ab 14, die Interesse an einer spannenden Geschichte haben. Auch wenn das Buch die digitale Welt thematisiert, tut es dies auf eine Weise, die für jeden verständlich ist. Ich vergebe 3 gute Sterne an dieses unterhaltsame Buch!

 

Lidan Chai (20) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Digitale Welt, Spannung