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Das Feuerzeichen von Haig, Francesca, Jugendbücher, Dystopie, Dystopie, Erwachsenwerden, Spannung

Das Feuerzeichen

Band 1

Haig, Francesca

Übersetzung: Wolf, Kathrin

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Heyne

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783453270138

Inhalt

Vierhundert Jahre in der Zukunft: Durch eine nukleare Katastrophe wurde die Menschheit zurück ins Mittelalter katapultiert. Es ist eine Welt, in der nur noch Zwillinge geboren werden. Zwillinge, die so eng miteinander verbunden sind, dass sie ohne einander nicht überleben können. Allerdings hat immer einer von beiden einen Makel. Diese sogenannten Omegas werden gebrandmarkt und verstoßen.

 

Es ist die Welt der jungen Cass, die selbst eine Omega ist, weil sie das zweite Gesicht besitzt. Während sie Verbannung, Armut und Demütigung erdulden muss, macht ihr Zwillingsbruder Zach Karriere in der Politik. Cass kann und will diese Ungerechtigkeit nicht länger ertragen und beschließt zu kämpfen. Für Freiheit. Für Gerechtigkeit. Für eine Welt, in der niemand mehr ausgegrenzt wird. Doch die Rebellion hat ihren Preis, denn sollte Zach dabei sterben, kostet das auch Cass das Leben …

Bewertung

Zach und Cass sind Zwillinge wie alle anderen in einer Zeit nach einer riesigen Explosion, die die Welt verändert hat. Zach ist ein Alpha, perfekt, ohne Fehler und Cass ein Omega, mit Makeln behaftet und von der Gesellschaft verstoßen. Alphas werden dazu erzogen, Omegas zu hassen und missachtend zu behandeln. Das Problem ist, dass beide Leben immer unweigerlich miteinander verknüpft sind. Stirbt einer der Zwillinge, stirbt der andere auch.

Cass hat genug davon, zweitklassig behandelt zu werden. Sie möchte etwas ändern. Aber wie tut man dies in einer Welt, die von Hass und Gewalt zerfressen ist? Schadet sie ihrem Bruder, so schadet sie sich selbst. Jede Tat hat ihren Preis.

 

An der Gestaltung des Covers und dem Text auf der Rückseite erkennt man deutlich, dass es sich um eine Dystopie handelt. Die Idee von Alphas und Omegas gefiel mir auf Anhieb und ich fand es sehr raffiniert, den ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets zu verwenden. Den Aufbau fand ich gut gelungen. Zunächst wird von Cass aktuellem Leben erzählt, dann folgt eine Rückblende in ihre Kindheit, die den Grundstein dafür legt, dass ihr Bruder Zach die Omegas so sehr hasst.

Die Sprache ist schlicht und für ein Jugendbuch angemessen. Umgangssprache kommt wenig vor. Die Handlung wird in mehrere Kapitel unterteilt, dabei wird immer aus der Sicht von Cass erzählt. Cass ist eine sehr sympathische Hauptperson. Sie hat eine außergewöhnliche Gabe und ist zudem sowohl stark als auch gütig. Trotz der Art, wie sie behandelt wird, hasst sie die Alphas nicht, sondern möchte friedlich mit ihnen zusammenleben.

 

Mir gefiel die Idee der unterschiedlichen Zwillinge wirklich gut, weil es mal etwas anderes ist und ich sowas noch nicht gelesen habe. Das spannende daran ist, dass keine Seite gewinnen kann, ohne sich selbst zu schaden. Zudem sind die unterdrückten Omegas deutlich unterlegen, aber man hofft die ganze Zeit, dass sie einen Weg finden, sich trotzdem zu widersetzen. Die Handlungen sind nicht vorhersehbar, weshalb die ganze Zeit Spannung herrscht. Am Ende kommt eine Wendung, mit der ich so überhaupt nicht gerechnet hatte und die mich sehr gepackt hat. Das Feuerzeichen ist eine spannende Dystopie, die den Leser mitreißt und zeigt, wie zerstörend Hass ist. Ich empfehle dieses Buch Lesern ab 14 Jahren und vergebe 4 Sterne.


Lidan Chai (19) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Dystopie, Erwachsenwerden, Spannung