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Das Gegenteil von Einsamkeit von Keegan, Marina, Junge Literatur, Aus dem Leben, Erwachsenwerden

Das Gegenteil von Einsamkeit

Keegan, Marina

Übersetzung: Jakobeit, Brigitte

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: S. Fischer

Empfohlen ab: Junge Erwachsene

ISBN: 9783100022769

Inhalt

Nur wenige Tage nach ihrem Yale-Abschluss stirbt die 22jährige Marina Keegan bei einem Autounfall. Und hinterlässt der Welt brillante Stories voller Lebenslust.

 

›Das Gegenteil von Einsamkeit‹ bewegt Millionen Menschen in hundert Ländern. Marina Keegan war ein Ausnahmetalent. Sie vereint schwerelosen, sensiblen Optimismus mit literarischer Reife. Die Stories sind klangvoll, witzig, und doch gebrochen, manchmal wild und angriffslustig; sie sind ein stürmisches Plädoyer für die Jugend, die Lebensfreude, begeistern durch ihre Hoffnung und Entschiedenheit: Lasst euch nicht gleich von McKinsey anheuern, findet eure Bestimmung, habt Vertrauen in eure Zukunft! Eine flammende Aufforderung, die eigene Jugend und den Sinn des Lebens (wieder) zu entdecken.

Bewertung

Marina Keegan war zweiundzwanzig, als sie in einem Autounfall tödlich verunglückte. Nur wenige Tage zuvor hatte sie ihren Abschluss an der Yale University gemacht. Schriftstellerin wollte sie werden, doch war sie bereits eine. „Das Gegenteil von Einsamkeit“ ist eine Sammlung von Kurzgeschichten und Essays, die Marina Keegan verfasst hat. Sie erfassen ihren Lebensgeist und ihre Lebensfreude, appellieren an jeden, das Leben zu genießen und geben einen Hinweis darauf, was Marina noch hätte schaffen können mit ihrem Talent. Aber sie hat mit ihren Geschichten auch so schon etwas erschaffen, das die Welt berührt.

Zunächst einmal hat mich Marina Keegans Schicksal sehr berührt. Die Einleitung von Anne Fadiman, Marinas Professorin, war sehr emotional und ergreifend, aber vor allem menschlich. Es ist nicht nur eine talentierte, vielversprechende Schriftstellerin gestorben, sondern ein viel zu junger Mensch, eine Freundin, eine Tochter.

Bei verstorbenen Personen stellt sich immer die Frage, ob man sie so lobt, eben weil sie verstorben sind. Ich persönlich denke, dass Marina Keegan eine wirklich talentierte Autorin war, deren tragischer Tod ihren Geschichten noch mehr Wichtigkeit gibt.

Ich finde Lebensfreude ist wirklich das passendste Wort, um „das Gegenteil von Einsamkeit“ zu beschreiben, außerdem auch noch Worte wie Hoffnung, Freude und der Wille, zu fühlen, zu existieren, zu leben. Marina Keegan beschreibt in jeder ihrer Geschichten das Leben, wie es oft ist: chaotisch, anstrengend, überwältigend. Dabei stellt sie sowohl die positiven als auch negativen Aspekte dar. Sie zeigt die Momente, die das Leben offensichtlich verändern und die Momente, die unscheinbar wirken, aber unsere Leben genauso definieren und ausmachen.

Nach jeder Kurzgeschichte und jedem Essay habe ich erst einmal angefangen, nachzudenken. Sie haben mich alle berührt, manche unterschwelliger als andere, aber sie alle haben mir deutlich vor Augen geführt, dass ich das Leben mit all seinen schmerzhaften, unordentlichen und verletzenden Seiten will. Denn zu leben heißt, zu fühlen.

Die Geschichten haben mich inspiriert, mich nicht einfach damit zufrieden zu geben, vor mich hin zu leben. Marina Keegan deutet in jedem Satz das Versprechen an, dass es im Leben noch mehr gibt. Es wartet nur darauf, von uns entdeckt zu werden. Und genau das sollte jeder von uns tun - sein Leben würdigen, indem wir es nutzen, indem wir es leben.

 

Ich vergebe 5 Sterne an „Das Gegenteil von Einsamkeit“, das uns vor Augen führt, wie wertvoll unsere Leben sind, wie viel noch vor uns liegt. Marina Keegan selbst hat die wenigen Jahre, die sie hatte, genutzt und wahrhaftig gelebt und ihre Lebensfreude mit ihren Werken an uns weitergegeben.

 

Lidan Chai (18) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Erwachsenwerden