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Das Kaff der guten Hoffnung von Lüftner, Kai, Kinderbücher, Kinderliteratur, Freundschaft

Das Kaff der guten Hoffnung

Jetzt erst recht!

Lüftner, Kai

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Sauerländer

Empfohlen ab: 9 Jahre

ISBN: 9783737350662

Inhalt

Kinderheime? Alter Hut für Kalle, schließlich hat er bereits 136 solcher Häuser von innen gesehen – und auf dem schnellsten Weg wieder verlassen! Er sucht kein Zuhause, keine netten, lieben Adoptiveltern, sondern einzig und allein seinen Bruder. Im »Kaff der guten Hoffnung« steht Kinderheim Nummer 137, und dieses Mal ist Kalle sicher: Hier wird er eine Spur finden. Zunächst stößt er aber auf einen hinterhältigen Grafen, der die gesamte Stadt – und damit auch das Waisenhaus – dem Erdboden gleich machen will, um sie in eine Wellness-Oase zu verwandeln. Und auf drei Außenseiter, die vielleicht seine Freunde sein könnten – aber dafür müsste Kalle erst mal erkennen, dass ein Kinderheim mehr sein kann, als eine reine Zwischenstation …

Bewertung

Kalle ist ein Waisenjunge. Schon viele Waisenhäuser hat er von innen gesehen, doch in keinem hält er es lange aus. Kalle hat eine Mission: er sucht seinen älteren Bruder, den er seit vielen Jahren schmerzlich vermisst und der sein einsames Leben erträglicher machen könnte. So landet er diesmal im "Kaff der guten Hoffnung" und zwar ziemlich weit oben, fast auf dem Gipfel des Gigantokatepetel, der zum Örtchen Klein-Kalabrien gehört.
In dem örtlichen Kinderheim regiert die Heimleiterin H.G. Galgenstrick, die sich leider auch für eine grandiose Schauspielerin hält und ihr "Können" immer wieder versucht unter die Leute zu bringen.
Doch nicht nur Kalle taucht in Klein-Kalabrien auf, sondern auch ein finsterer Graf mit seinem Diener und einem Dackel, die beide auf den Namen Dieter hören. Der Graf hat nichts Gutes im Sinn, möchte er doch die Herrschaft des Ortes an sich reißen und an Stelle des Kinderheimes eine fantastische Wellness-Oase setzen. Da gibt es nun für Kalle und drei weitere "unvermittelbare" Kinder viel zu tun um den Bruder zu finden, den Grafen zu vertreiben und den eigentlichen Gipfel des Gigantokatepetel zu erforschen und zu retten. Das dabei für Kalle auch gute Freunde herausspringen bemerkt er zunächst fast gar nicht.
Kai Lüftner ist ein Meister der Sätze. Er schreibt, dass sich einem beim Vorlesen Knoten in die Zunge legen, dass man überlegen muss, an welcher Stelle man denn nun Luft holen sollte und ist dabei so amüsant, dass man vor Lachen manchmal nicht mehr lesen kann. Er benutzt eine Sprache, die ganz wunderbar farbenfroh und phantasiereich ist, sie ist anspruchsvoll und wird erfahreneren Lesern großen Spass bringen, jüngere oder weniglesende Kinder brauchen eventuell einige kleine Erklärungen, um das ganze Ausmaß an Sprach- und Satzwitz zu erfassen.
Wir haben das Buch abends als Vorlesebuch gelesen, meine Söhne sind zehn und zwölf Jahre. Der Größe verschlingt Bücher wie andere Kinder Gummibärchen, der Jüngere tut sich etwas schwer. So fiel ihm auch das Verstehen von manchen Textpassagen zu Beginn nicht leicht und er benötigte Erklärungen, während der Ältere schon herzhaft vor sich hin kicherte. Es ist ein großartiges Buch, dass letztendlich auch den Jüngeren meiner Söhne anspornte, sich weiterhin damit auseinanderzusetzen, um zu erfahren, wie es weitergeht mit Kalle und seinen Kompagnons. Er bekam rasch auch ein Gespür für die Art und das Tempo des Textes und konnte prima folgen.
Auf ziemlich genau 200 Seiten entwirft Kai Lüftner Figuren und Gestalten, die herrlich skurril und witzig sind. Oder fies, dümmlich und gefährlich. Liebevoll, vertrottelt und zauselig. Einfach tolle Personen! Sie erleben bis zum Ende der Geschichte einiges an spannenden und lustigen Episoden, so dass man sich freut, zu erfahren, dass es anscheinend noch mindestens eine Fortsetzung geben wird. Kalles Geschichte wird durch tolle Illustrationen von Dominik Rupp begleitet.
Unser Fazit: Lest Kai Lüftner! Ihr werdet es nicht bereuen! Freut euch auf eine tolle Geschichte mit ganz fantastischer Sprache! Wir wollen mehr davon! Ganz klare 5 Gigantokatepetel-große Sterne für "Das Kaff der guten Hoffnung" vom genialen Milchpiraten-"Vater" Kai Lüftner!
Ines R. mit Ian (12) und Ole (10) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Freundschaft