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Das Leben, das uns bleibt von Pfeffer, Susan Beth, Jugendbücher, Dystopie, Spannung

Das Leben, das uns bleibt

Pfeffer, Susan Beth

Übersetzung: von der Weppen, Annette

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Carlsen

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783551582751

Inhalt

Wie das Leben vor der Katastrophe war, daran kann sich Miranda kaum noch erinnern. Eine vollständige Familie, genug zu essen, eine funktionierende Heizung - es scheint ewig her zu sein. Fast alle ihre Freunde und Verwandten haben den Ort verlassen oder sind gestorben. Nur wenn es ums Essen geht, sitzen plötzlich viel zu viele Leute am Tisch. Die Rationen sind winzig, nie ist genug da. Doch eines Tages steht Mirandas Vater vor der Tür. Mit seiner Freundin und einem Baby. Und einem Jungen, den Miranda noch nie gesehen hat. Plötzlich ist die Hoffnung zurück.

Bewertung

Nachdem ein Asteroid in den Mond geschlagen ist und ihn weiter an die Erde herangeschoben hat, hat sich das Leben der Menschen, so wie sie es bisher kannten, fast grundlegend verändert: Die Tage sind von einem Grau gezeichnet, Regen scheint plötzlich wie ein Wunder, die Sonne bekommt man gar nicht mehr zu Gesicht. Es fehlen die elektrischen Geräte , Essen gibt es nur (wenn man Glück hat) auf Zuteilung und immer muss man mit der Angst leben, alle, die man je kannte, wären bereits verstorben.
Die junge Miranda lebt mit ihrer Mutter und ihren Brüdern Matt und Jon als einzige noch in ihrem alten Haus. Die Jungs gehen fischen, wenn es das Wetter erlaubt; sie und ihre Mutter kümmern sich um den Haushalt. Privatsphäre ist eine Seltenheit geworden und so konserviert Miranda all ihre Gedanken in ihrem Tagebuch.
Eines Tages stehen Mirandas Vater, seine neue Frau und ihr gemeinsames Baby, zusammen mit drei weiteren Flüchtlingen vor der Tür. Eine heikle Situation, denn wie soll man noch an Zusammenhalt und Hoffnung glauben, wenn das die Lebensqualität aller weiter beeinträchtigt?
Ich habe erst im Nachhinein erfahren, dass „Das Leben, das uns bleibt“ der Abschluss einer Trilogie ist, die im Vorfeld sehr gelobt wurde. Der Tagebuchstil aus Mirandas Sicht ist sehr einfühlsam und verständlich geschrieben, manchmal schweift er aber zu sehr ins Erzählende aus. Ich habe etwas mehr Spannung und Geschehnisse vermisst; erst zum Ende hin, als die Gefahr in Form eines Tornados aufzieht, gewinnt die Geschichte an Fahrt. Man muss die vorigen Teile nicht kennen, um in die Geschichte eintauchen zu können, was ich sehr angenehm fand. Einige Stellen haben mich mit ihrer Weisheit überrascht, im Großen und Ganzen fand ich das Buch jedoch eher durchschnittlich und leicht verdaulich. Es wird mehr Wert auf die Beschreibung der (oberflächlichen) Beziehungen unter den Charakteren gelegt, als auf deren emotionalen Umgang mit der äußeren Situation. Zwar gibt kein überspitztes Drama, aber auch keine wirklichen Gefühlsausbrüche. Immer wieder wird betont, wie gefasst alle doch sind.
„Das Leben, das uns bleibt“ ist ein passabel geschriebenes Endzeitszenario, das auf jeden Fall junge Leser zum tiefgründigen Denken anregt und ihnen hoffentlich die Botschaft mitgibt, dass nicht alles für selbstverständlich hingenommen werden kann.
Mich hat es nicht vollkommen überzeugt, daher vergebe ich 3 Sterne.
Beatrice Buchholz (22) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung