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Das Mädchen und der Soldat von Sax, Aline, Jugendbücher, Aus dem Leben, Außergewöhnliches , Deutsche Geschichte

Das Mädchen und der Soldat

Sax, Aline / de Bode, Ann

Übersetzung: Pressler, Mirjam

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Jacoby & Stuart

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783941787704

Inhalt

Ein winziger Ort in Belgien hinter der Frontlinie während des Ersten Weltkriegs. In dem Gasthaus, in das die Soldaten kommen, lebt ein blindes kleines Mädchen. Eines Tages findet sie sich auf »ihrer« Bank neben einem Fremden wieder, einem schwarzen Soldaten, der nach gerösteten Nüssen duftet. Langsam entwickelt sich eine Freundschaft. Er erzählt ihr vom heißen Afrika und von seiner Frau und seinem Kind. Sie erzählt ihm von ihrem Vater, der auch an der Front kämpft. In dem kleinen Mädchen entdeckt der Soldat nichts von dem Misstrauen, das die anderen Menschen ihm, dem Schwarzen, entgegenbringen. Er fühlt sich gut in ihrer Nähe, sie hat keine Angst vor ihm. Doch eines Tages bleibt die Bank leer, und das blinde Mädchen macht sich auf die Suche nach »ihrem« Soldaten. Sie wird ihn finden …

Bewertung

Das Mädchen setzt sich auf die Bank. Neben ihr sitzt ein Soldat, der nach gerösteten Nüssen riecht. Der Bank wird ihr neuer Treffpunkt, doch eines Tages taucht der Soldat nicht auf. Das Mädchen macht sich auf die Suche nach ihm…

 

Der Titel definiert das Buch perfekt. Es geht um ein Mädchen und um einen Soldaten. Namen werden nicht genannt, was auch nicht passend wäre, da es nicht um einzelne Personen geht, sondern um das, wofür sie stehen.

Das Buch ist sehr anschaulich illustriert. Es wird immer abwechselnd aus Sicht des Mädchens und des Soldaten geschrieben, die Seiten sind auch immer dementsprechend andersfarbig. Zwischendurch gibt es viele schemenhafte Bilder, die gegebene Situationen veranschaulichen. Insgesamt vermittelt die Aufmachung eine eher dunkle und bedrückende Stimmung, was auch zum Inhalt passt. Schließlich spielt die Handlung in der Kriegszeit und fokussiert unter anderem afrikanische Soldaten, die aus ihrer Heimat gerissen wurden und nicht gleichwertig behandelt wurden.

Beide Charaktere sind sehr simpel gehalten. Sie ist jung und unschuldig, aber durch den Krieg hat sie bereits zu viel ihrer Kindheit verloren. Er vermisst seine Heimat und riskiert sein Leben für einen Krieg, mit dem er nichts zu tun haben möchte. Es wird sehr deutlich vermittelt, dass es keine Gewinner im Krieg gibt und dass alle Seiten leiden, wenn auch auf unterschiedliche Arten. Dass zwei sehr gegensätzliche Charaktere gewählt wurden, empfand ich deshalb sehr gut, da es zeigt, dass trotz der Unterschiede beide Opfer des Krieges sind und dass trotz der Differenzen überall Freundschaften geschlossen werden können.

 

„Das Mädchen und der Soldat“ ist eine simple und genau dadurch machtvolle Geschichte über das Leben im Krieg. Insgesamt handelt es sich um ein sehr kurzes Buch mit unter 100 Seiten, dessen Geschichte sich auf einige Tage beschränkt.

Ich empfehle es Lesern ab 12 Jahren, die sich für Reelles und/oder Historisches interessieren, prinzipiell aber auch jedem, der sich für zwischenmenschliche Beziehung interessiert.

Ich vergebe gute 3 Sterne.


Lidan Chai (19) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Außergewöhnliches , Deutsche Geschichte