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Das hier ist kein Tagebuch

Sassen, Erna

Übersetzung: Erdorf, Rolf

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Verlag Freies Geistesleben

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783772528613

Inhalt

Er tut es widerwillig, aber doch. Tag für Tag zeichnet Boudewijn auf, was mit ihm los (bzw. nicht los) ist, was er fühlt (oder nicht fühlen kann), weil seine Mutter sich umgebracht hat. Schreibend, denkend und erinnernd löst er sich allmählich aus der Starre einer tiefen Depression. Und die Wut auf diese dumme egoistische Kuh weicht echter Trauer.

Der Kurzschluss in Boudewijns Kopf kommt verspätet – Jahre nach dem Tag des großen Schocks. Was soll das bringen, wenn er auf Anordnung seines Vaters jetzt jeden Abend das schmerzvolle Lied der Maria über die Kreuzigung Jesu, das Stabat Mater, hört und Tagebuch führt?

Zum Vorschein bringt es etwas, das zu lesen echt wehtut, weil Erna Sassen so punktgenau den Ton trifft. Dabei bleibt dieses Tagebuch eines Sechzehnjährigen dank gekonnter Dramaturgie nicht nur bleischwer. Und neben den fürchterlichen werden auch schöne Ereignisse geschildert.

Bewertung

Boudewijns Mutter hat sich das Leben genommen. Als er einige Zeit später selbst die Lust am Leben zu verlieren droht, nötigt ihn sein Vater jeden Tag etwas in ein Tagebuch zu schreiben und das Stabat Mater von Pergolesi zu hören. Widerstrebend schreibt Bou nun jeden Tag seine Gedanken auf und lässt den Leser an seiner Wut, Trauer und Angst teilhaben. Aber auch an seiner Hoffnung, die vor allem seine Schwester Fussel und seine Klassenkameradin Pauline bei ihm aufflammen lassen ...

 

Das Cover gefällt mir sehr gut und hat mich auch aufmerksam auf das Buch gemacht.

Die Geschichte wird in Tagebucheinträgen aus der Sicht von Bou erzählt. An manchen Tagen, wenn es ihm besonders schlecht geht, schreibt er auch nur „Müde. Nichts gemacht. Keine Lust“. Das mag jetzt vielleicht nach einer sehr bedrückenden Stimmung im Buch klingen, aber ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen. Man erfährt schließlich auch wie Bou sich wieder aufrappelt und aus dem schwarzen tiefen Loch, in das er gefallen ist (metaphorisch gesprochen), versucht herauszukommen.

Die Idee der Geschichte, sich mit dieser schwierigen Thematik von Tod und Depressionen in Tagebuchform auseinander zu setzen, finde ich gut. Allerdings fand ich das ganze manchmal zu oberflächlich, da Bou in seinen Einträgen alles nur kurz anschneidet und seine Entwicklung mir zwischendurch etwas zu schnell ging, was vielleicht auch einfach an der Kürze der Einträge lag.

 

Insgesamt habe ich das Buch aber gern gelesen und finde, dass es etwas Besonderes ist, was mir so noch nicht in der Bücherwelt begegnet ist. Ich empfehle das Buch ab 14 Jahren und vergebe 4 von 5 Sternen.

 

Lena Hansen (17) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie, Erwachsenwerden, Tod & Trauer