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Das literarische Kaleidoskop von Kehn, Regina, Jugendbücher, Sachbücher, Außergewöhnliches

Das literarische Kaleidoskop

Kehn, Regina

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Fischer KJB

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783596856183

Inhalt

Ob Kafka oder Mayröcker, Ringelnatz oder Storm, Charms oder Morgenstern – dieses besondere Projekt der Illustratorin Regina Kehn lebt von seinem ungewöhnlichen Ansatz. Sie zerlegt kurze Texte und Gedichte bedeutender deutschsprachiger Autoren in mehrere Teile, illustriert sie Satz für Satz und fügt den Text handschriftlich ein. Das Ergebnis ist ein Unikat: ein hinreißendes literarisches Kaleidoskop für Literaturliebhaber jeden Alters. Ein ebenso kraftvoller wie zärtlicher Zugriff auf wohlbekannte und verborgene Perlen der Literatur. Und ein ganz neuer Blick auf die Bildhaftigkeit von Sprache.

Bewertung

„Das literarische Kaleidoskop“ ist eine „Quasi-Sammlung“ von 17 mehr, oder weniger bekannten, Gedichten. Ich sage „Quasi-Sammlung“ da es eigentlich keine einfache Sammlung ist, das würde nicht zu diesem Buch passen! Die Gedichte sind zwar erlesen ausgesucht, aber nicht nur einfach festgehalten, nein, Regina Kehn hat ihnen neues Leben eingehaucht und zwar mit Bildern. Nicht jene Bilder, die nur wiedergeben was schon im Gedicht steht, sondern solche, die sich zwischen den Zeilen verstecken. Solche die nicht beim ersten Lesen da sind, solche die manche auch beim zweiten oder dritten Lesen nicht finden können, denn sie sind versteckt. Es sind nicht jene Bilder von Gedichten, die den Text unnötig machen (zwar wären sie auch allein schon ein Kunstwerk, aber trotzdem...) sondern solche, die wortwörtlich eine UNTERmalung sind.
Mir gefällt wie jedes Gedicht einen eignen Bildstil bekommt und trotzdem jedes einzelne Wiedererkennungswert und „roten Faden“, der sich durchzieht, hat. Mal ist alles in grau und schwarz, mal auf Packpapier, mal in der Schreibschrift einer Grundschullehrerin, mal gestempelt, mal farbenfroh, mal mit Bleistift, ein anderes mal mit Tusche... Die Abwechslung ist so groß, wie die Bandbreite der Gedichte. Mit der Gesichtsauswahl ist das so eine Sache: das hängt immer vom Geschmack ab. Deshalb kann ich da nur von mir sprechen und sagen, dass mir die Auswahl sehr gut gefallen hat (bis auf die zwei Fabeln, aber wie schon erwähnt: Geschmackssache). Von Krüss bis Ringelnatz ist alles dabei! Teilweise mit einem kleinen Augenzwinkern illustriert, aber auch immer genau auf den Punkt, bzw. Pinselstrich, gebracht, was gar nicht so einfach ist. Wie malt man einen Seufzer? Bei dieser Frage würde vermutlich beinahe jeder Maler einen ebensolchen ausstoßen, Regina Kehn jedoch schafft es, ihn aufs Blatt zu bringen.
Ich gebe volle 5 Sterne, denn diese „Quasi-Gedichtssammlung mit UNTERmalung“ ist ein wirklicher Bücherschatz, es ist eines von jenen Büchern die etwas ganz Besonderes sind und die es zu haben lohnt. Für jeden der Gedichte mag, aber keine Lust auf angestaubte Sammlungen oder Illustrationen hat, und trotzdem nicht die ursprüngliche Poesie gegen Modernität eintauschen möchte.
Elisa Lehmann (15) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Außergewöhnliches