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Das zufällige Leben der Azalea Lewis

Ironmonger, J.W.

Übersetzung: Fritz, Franca , Koop, Heinrich

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: script5

Empfohlen ab: 16 Jahre

ISBN: 9783785583326

Inhalt

Geschieht alles aus einem bestimmten Grund?

Diese Frage quält Azalea Lewis, deren Leben von unfassbar vielen Zufällen bestimmt scheint. Da sie befürchtet, dass ihr Lebensweg vorgegeben ist und sie ihr Schicksal nicht ändern kann, vertraut sie sich einem Experten für Zufälle an: Dr. Thomas Post. Als dieser beginnt, die Rätsel ihrer Vergangenheit zu entwirren, werden seine Überzeugungen von der Liebe, dem Leben und seine Statistiken völlig auf den Kopf gestellt.

Bewertung

Azalea Lewis glaubt fest daran, dass ihr Leben von unglücklichen Zufällen vorbestimmt ist: Ihre Mutter starb an einem Mittsommertag, als Azalea gerade einmal drei Jahre alt war, zehn Jahre später sterben Azaleas Adoptiveltern an einem Mittsommertag in Afrika, wieder zehn Jahre später ihr vermutlicher Vater. Ist nun sie selbst, Azalea, an der Reihe, an einem Mittsommertag im Jahre 2012 ihre Familie in der Welt der Toten wiederzusehen?

Der Zufallsforscher Dr. Thomas Post, Lehrender an der University of London, mag diese Theorie der Azalea Lewis nicht so recht glauben. Für den Spezialisten in Sachen Zufälle lässt sich jedes Ereignis mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit feststellen – und die meisten Zufälle sind gar keine Zufälle, sondern in ihrem Eintritt sogar relativ wahrscheinlich. Trotz dieser so unterschiedlichen Auffassungen von Zufällen und der daraus folgenden Streitigkeiten fangen Azalea und Thomas eine Beziehung an und der Wissenschaftler erfährt immer mehr über Azaleas Kindheit und Familie. Gut zwanzig Jahre später fürchtet Azalea jedoch, dass auch sie bald der Tod heimsuchen wird. Doch wer hat Recht? Der Wissenschaftler Dr. Thomas Post, der nicht an Zufälle glaubt und nicht glauben möchte, dass Azalea bald sterben könnte oder Azalea Lewis, die ihre letzten Stunden gezählt sieht?

 

Der Roman „Das zufällige Leben der Azalea“ ist geprägt von einer Unmenge an vermeintlichen Zufällen. Welche Meinung man auch von Zufällen hat, liest man dieses Buch, so erscheint es immer unwahrscheinlicher, dass es Zufälle wirklich gibt. Vielmehr ist die mathematische Wahrscheinlichkeit für solche Ereignisse meist nicht einmal so gering. So ist es zum Beispiel kein so großer Zufall, wenn man in einer Großstadt wie London alle zwei Wochen einem Bekannten begegnet (wie Dr. Thomas Post zu dieser Erkenntnis kommt, steht ausführlich in dem Buch…).

Und doch verblüfft den Leser Azaleas Leben, denn durch diese „Todeszufälle“ scheint es, als wäre Azaleas Leben vorbestimmt. Nun hat der ein oder andere zukünftige Leser dieses Buches wahrscheinlich Angst, der Autor würde sich in hochkomplizierten Berechnungen der Stochastik verlieren, was gottseidank aber nicht der Fall ist.

 

Die Sprache und Dialoge der Protagonisten sind zwar verständlich, dennoch denke ich nicht, dass dieser Roman für jeden Jugendlichen geeignet ist. Zum einen befinden sich die Protagonisten zumeist im Erwachsenenalter, wodurch die Handlungen und Denkweisen der Erwachsenen nicht komplett nachvollzogen werden könnten, zum Anderen bewegen sich vor allem die Geschehnisse in Uganda nicht immer auf einer blut- und gewaltfreien Ebene. Deswegen empfehle ich das Buch erst ab 16 Jahren. Dadurch, dass die Erzählungen zwischen den Jahren 1909 bis 2012 variieren, wird die Spannung während des Lesens aufrechterhalten. Das einzige, was mich an „Das zufällige Leben der Azalea Lewis“ stört, ist, dass das Buch zu abrupt, ohne den Höhepunkt komplett auszuschöpfen, endet.

 

Alles in allem ist „Das zufällige Leben der Azalea Lewis“ jedem Britische-Inseln-, Afrika-, Mathematik- und Geschichte-Fan zu empfehlen. Ich vergebe 5 Sterne.


Miriam Thiel (18) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Abenteuer, Ferne Länder, Liebe