Jugendbücher  >  Liebe
Delirium von Oliver, Lauren, Jugendbücher, Liebe, Liebe

Delirium

Oliver, Lauren

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2011

Verlag: Carlsen

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783551582324

Inhalt

Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals.
Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.

Bewertung

Lena lebt in einer Zukunft, wie sie für uns nur schwer vorstellbar ist. Dort ist es erstrebenswert, möglichst bald von jeglichen Anzeichen der Liebe, geheilt zu werden.
Wissenschaftler haben anhand verschiedener Studien herausgefunden, dass ohne Gefühle jener Art, die Menschen friedvoller zusammen leben. Deshalb haben sie ein Gegenmittel entwickelt, um in einem Eingriff (um das 18. Lebensjahr herum), das Gehirn soweit zu "manipulieren", dass der Mensch emotional stumpfsinnig wird und sich nicht mehr verlieben kann. Somit ist auch jeder Mensch auf dem selben Glückslevel und niemand scheint sonderlich unglücklich. Aber auch Beziehungen jeglicher Art, wie Freundschaften, werden nicht mehr wichtig, da man keine Bindung mehr zu diesen Menschen kennt. Man lebt sein Leben, wie es einem vorgegeben wird. Inklusive zugewiesenen Partner, Anzahl der Kinder und Arbeitsplatz.
Lena ist fast 18. Jahre alt und sehnt sich nach dem Eingriff, da ihre Mutter aus Liebe zu ihrem Vater Selbstmord beging. Warum die Operation bei ihr nicht funktionierte? Das weiß keiner so genau. Doch seitdem ist die Familie unter Beobachtung, denn Sympathisanten gegenüber der Amor Deliria Nervosa verschwinden oftmals einfach so oder werden hart bestraft. Deswegen ist es auch wichtig, dass Lena in den Tests vorher gute Punktezahlen erwirkt, um einen geeigneten Partner zu bekommen und vor allem einen guten Eindruck zu machen. Leider geht bei der ersten Testreihe einiges schief - inklusive einer Herde Rinder im Labor - sodass der Test wiederholt werden muss.
Doch dann ist es zu spät, denn Lena hat Alex erblickt und danach kennengelernt. So scheint es und bewahrheitet sich auch, dass Lena längst von der Amor Deliria Nervosa infiziert wurde, denn sie hat ihr Herz und ihre Liebe längst Alex zugestanden ...
Lauren Oliver bietet uns hier eine weitere Geschichte im mittlerweile zahlreichen Dystopienfundus. Dennoch hat sie ihre ganz eigene Art zu Schreiben und auch die Geschichte schafft es, mitzureißen. Gerade eben das Thema der Liebe in Zeiten einer vorgegeben Lebensweise, bei der von einer Regierung in alle Bereiche des Alltags eingegriffen wird, inklusive der Gefühlswelt, ist interessant zu lesen.
Was würden wir ohne die Liebe tun? Natürlich wären unsere Entscheidungen rationaler - aber auch wirklich besser? Wäre es schön, einen Partner zu haben, der zwar irgendwie aufgrund einer Punktzahl zu mir passt, aber mit dem ich eigentlich nicht leben möchte?
Dieses Thema wirft nicht wenige Fragen auf und auch die Charaktere sind sympathisch dargestellt, dennoch hatte ich den Eindruck, dass es einer tiefergehenden Betrachtung mangelte - aber ich hege die Hoffnung, dass dies im zweiten Band wettgemacht wird.
Ein weiteres wichtiges Thema sind familiäre und freundschaftliche Beziehungen. Diese sind meiner Meinung nach zwar gut "angeschnitten" worden, könnten aber noch näher erläutert und dargestellt werden - gerade was den weiteren Verlauf und die Suche nach Antworten angeht.
Positiv ist meiner Meinung nach, dass es wirklich nur eine Liebesgeschichte zwischen zwei Personen ist und nicht, wie dem Trend folgend, eine Dreiecksbeziehung.
Für den zweiten Band erhoffe ich mir noch mehr Informationen über die dystopischen Gesellschaftsstrukturen und wie es genau zu diesem Umbruch kam. Ansonsten ein interessantes Werk, dass doch etwas zum Nachdenken anregt: 4 Sterne
Lisa Scholl :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Liebe