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Der Duft des Lindenbaums von Münch, Peter, Jugendbücher, Aus dem Leben, Historie

Der Duft des Lindenbaums

Münch, Peter

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2008

Verlag: Ravensburger

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783473352838

Inhalt

Sarajewo, 2005. Der junge Student Elvis stößt auf das Tagebuch der 12-jähigen Nina, die an einem der letzten Tage des Bosnienkrieges von einer Granate tödlich getroffen wurde. Ihr Tagebuch erzählt vom Leben und Überleben im Krieg.
"Warum? Sie töten unsere Seelen, die nur dafür da sind, um zu lieben. Aber trotzdem werde ich euch nicht verfluchen, weil auch ihr Väter von Kindern seid, die Frieden und Glück suchen." Die zwölfjährige Nina aus Sarajewo schreibt diese Sätze in ihr Tagebuch, wenige Tage bevor sie auf dem Schulweg durch eine Granate getötet wird. Basierend auf Ninas Tagebuch schickt der Journalist Peter Münch einen fiktiven Freund Ninas auf die Suche nach dem toten Mädchen und dem Sinn des Krieges.

Unsere Meinng: Nina ist 12 Jahre alt und möchte eigentlich nur eins: ein normales Mädchen sein, das sich verliebt, mit ihren Freundinnen spielt und gerne tanzt. Doch das wird wohl ein unerfüllbarer Traum bleiben, denn Nina lebt in Sarajevo, und in Sarajevo herrscht Krieg. Ihre größten Ängste, ihre Wünsche und ihre Gefühle hält Nina in ihrem Tagebuch fest. Der letzte Eintrag stammt vom 26. August 1995. Einen Tag später stirbt Nina durch eine Granate. Hinterlassen hat sie neben Kummer und Schmerz nur ihr kleines Tagebuch, auf dessen Grundlage jetzt Peter Münch von Ninas Leben und der Sinnlosigkeit des Krieges berichtet.
Das Buch besteht zum Teil aus Ninas Tagebucheinträgen, dazu hat Münch noch eine Person erfunden, Vili, der dem Krieg nach Deutschland entfliehen konnte. Vili reist nun nach Sarajevo und begibt sich auf Ninas Spuren. Der Leser kann sehr schön diese Spurensuche mitverfolgen. Das Buch ist sehr gefühlvoll und irgendwie vorsichtig geschrieben, dieser Schreibstil hat mir sehr gefallen. Auch ist es sehr traurig, wie Nina versucht hat den Krieg zu vergessen, und mit ihren Freunden beim Spielen der schrecklichen, von Granaten zerstörten Stadt zu entfliehen und in fremde Welten zu tauchen. Mir ist sehr deutlich bewusst geworden, wie stark die Kinder in Kriegsgebieten den Krieg um sie herum spüren, viel stärker als die Erwachsenen. Das Buch endet mit Ninas letztem Tagebucheintrag, in dem sie wahnsinnig glücklich ist und euphorisch in dicken Großbuchstaben beschreibt, wie ihr Tanzwettbewerb war. An einem Tag diese Freude und dann am nächsten Tag tot, dieser krasse Unterschied macht die Stimmung noch trauriger. Ich würde das Buch für Leute empfehlen, die mindestens 13 Jahre alt sind, und die Ausmaße und die Sinnlosigkeit des Krieges schon in vollen Zügen erfassen können, und vergebe 4,5 Sterne.
Julia Gurol (13 Jahre) - Kinder-Redaktion Buecherkinder.de

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