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Der Fotograf von Auschwitz von Engelmann, Reiner, Jugendbücher, Historie, Biografie , Deutsche Geschichte

Der Fotograf von Auschwitz

Das Leben des Wilhelm Brasse

Engelmann, Reiner

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: cbj

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783570159194

Inhalt

Als Wilhelm Brasse (1917-2012) mit 22 Jahren in das Stammlager Auschwitz eingeliefert wird, ahnt er nicht, dass er als gelernter Fotograf zum Dokumentarist des Grauens wird. Seine Aufgabe ist es, die KZ-Insassen zu fotografieren. Menschen, die kurze Zeit später in den Gaskammern umgebracht werden. Menschen, die von Josef Mengele zu »medizinischen Forschungsarbeiten« missbraucht werden und denen die Todesangst ins Gesicht geschrieben steht. Hätte er die Arbeit verweigert, wäre das sein eigenes Todesurteil gewesen. Als Brasse 1945 alle Fotos verbrennen soll, widersetzt er sich, um Zeugnis zu geben von dem unfassbaren Grauen. Reiner Engelmann hat Wilhelm Brasse noch kennengelernt und schreibt sein Leben für Jugendliche auf. Ein erschütterndes Dokument – wider das Vergessen.

 

Mit Originalfotos aus dem Museum Auschwitz.

Bewertung

Wer waren die Menschen in den Konzentrationslagern? Wie sah ihr Leben davor aus? Währenddessen? Danach? Das alles sind Fragen, die sich jeder immer wieder stellt. Eines der Opfer war Wilhelm Brasse. Seit 1940 war er Häftling in Auschwitz. Aufgrund seiner Berufsausbildung zum Fotografen war es seine Aufgabe die Häftlinge zu fotografieren, das Grauen festzuhalten. „Der Fotograf von Auschwitz“ ist seine Geschichte.

 

Der Holocaust ist ein immer wiederkehrendes Thema, er darf nicht vergessen werden. Wilhelm Brasse hat einen Teil zur Erhaltung dieser Erinnerung beigetragen: Seine Fotografien. Fast fünf Jahre lang hat er Fotos von den Häftlingen gemacht, die nach Ausschwitz kamen. Die Schrecken, die er erlebt und gesehen hat, erzählt Reiner Engelmann sehr bildlich, bleibt dabei aber noch in einem erträglichen Rahmen. Das Buch ist in kurze Kapitel aufgeteilt, die jeweils ein Ereignis beschreiben. Dadurch ist es einfach dem Autor zu folgen.

 

Obwohl man durch die Schule, Filme usw. heutzutage weiß, was damals in den Konzentrationslagern für menschenverachtende Umstände herrschten, berührt mich jedes Schicksal, von dem ich erfahre, von Neuem. Das Leben des Fotografen von Ausschwitz bildet da keine Ausnahme. Seinen Mitmenschen vor ihrem unmittelbaren Tod in die Augen sehen zu müssen und zu wissen, dass man vollkommen machtlos ist, dieser Situation war Brasse jeden Tag ausgesetzt. Obwohl auf die Abbildung von Fotos fast vollständig verzichtet wurde, sieht man die geschilderten Situationen praktisch vor sich. Erschreckend nah und erschreckend real.

 

Wie beinahe jedes Buch zu diesem Thema verdient es auch dieses Buch gelesen und wahrgenommen zu werden. Ein berührendes Dokument über ein Opfer der Nationalsozialisten. Von mir bekommt „Der Fotograf von Auschwitz“ 5 Sterne.

 

Svenja Becker (18) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Biografie , Deutsche Geschichte