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Der Gesandte des Mondlichts von Robillard, Jean-Marie / Desbons, Marie, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Märchen & Fantasie

Der Gesandte des Mondlichts

Robillard, Jean-Marie , Desbons, Marie

Übersetzung: Scheffel, Tobias

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: TintenTrinker

Empfohlen ab: 5 Jahre

ISBN: 9783981632361

Inhalt

Der Märchenerzähler Sastrawane Mandia hat dem Maharadscha schon viele Geschichten geschenkt. Aber dieses Mal hält er ein weißes Buch für ihn bereit. Erbost und erstaunt reagiert der Meister auf diesen Affront seines Untergebenen. Er erahnt noch nicht, welch wunderbare, neue Welten sich ihm eröffnen werden. Ein unfassbarer Schatz aus Fantasie, Schöpfungskraft und kulturellem Erbe. Das Buch entführt mit seinen künstlerischen Illustrationen in eine wunderbare Traumwelt voller Exotik.

Bewertung

Ein Zauber liegt in diesem Buch. Ein stiller und ruhiger Zauber, eine Magie, die gleichsam warm und wohlig ist und doch den Geist auf weite Reisen schickt. Tobias Scheffel ist es ausgezeichnet gelungen, den wortmalerischen Text Jean-Marie Robillards ins Deutsche zu übertragen und so können wir lesend mitverfolgen, wie der weise Sastrawane Mandia seinem Herrn, dem Großen Radscha, ein leeres Buch bringt. Der jedoch hatte sich schon seit dem Aufstehen auf eine Geschichte gefreut und der Betrachter kann nur über den Mut des Alten staunen: Winzig klein steht er da auf einmal vor seinem riesigen und grimmig aussehenden Herrn – es ist die einzige Illustration des Buches, die in eher kühlen Farben gehalten ist. Sonst strahlen selbst die Bilder der Nacht einen besonderen Glanz aus und Marie Desbons hat mit ihren Bildern zu Robillards Text eine Umsetzung geschaffen, die die Magie der Worte weiterträgt und spielerisch ergänzt.

Eine Mischung aus vielen verschiedenen Welten, aus vertraut erscheinenden Märchenerzählungen, begegnen dem erwachsenen Leser bei dieser Lektüre und lüde das Ende des Buches einen nicht dazu ein, sich mit seinen Gedanken auf die Reise zu begeben, die Sehnsucht nach diesem wundersamen Ort, an dem sich der Diener und sein Herrscher treffen, ließe uns wohl frustriert zurück.

 

„Der Gesandte des Mondlichts“ feiert die alte Tradition des Geschichtenerzählens genauso wie das Genießen und Fördern der eigenen Fantasie. Gleich mehrere Geschichtenansätze werden hier nicht zur Gänze auserzählt und können so vom Leser selbst weitergesponnen werden. Ein großes Fragezeichen bleibt jedoch: Ist dieses Buch kindgerecht? Der Verlag empfiehlt es ab 5 Jahren. Allerdings reichen hier komplexer Satzbau und Fremdwörter einander die Hand. Möglicherweise reicht manchen Kindern der zauberhafte Klang des Buches und sie erschließen sich die eigentliche Bedeutung mit dem Herzen. Ein Gewinnerbuch für jedes Kind ist „Der Gesandte des Mondlichts“ allerdings wohl leider nicht. – Er sei daher auch und vor allem etwas Älteren empfohlen, die schöne, märchenhafte Illustrationen lieben und in den Geschichten von 1001 Nacht schon oft versunken sind.

 

Saskia Geisler :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Märchen & Fantasie