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Der Hund, den Nino nicht hatte

van de Vendel, Edward / van Hertbruggen, Anton

Übersetzung: Erdorf, Rolf

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Bohem

Empfohlen ab: 4 Jahre

ISBN: 9783855815524

Inhalt

Nino hatte einen Hund, den er nicht hatte. Einen Fantasiehund. Der traute sich alles, er machte alles, er verstand alles!

Eines Tages schenken Ninos Eltern ihm einen richtigen Hund. Aber traut sich der Hund auch alles? Macht der Hund auch alles? Versteht der Hund, was der Fantasiehund verstand?

Bewertung

Nino wünscht sich keinen Hund. Er hat ja einen. – Den, den er nicht hatte. Mit diesem wunderbaren Paradoxon feiern Edward van de Vendel (Text) und Anton van Hertbruggen (Illustrationen) die Kraft der Fantasie.

Denn Nino hat in der Tat Grund zur Sorge. Sein Vater ist viel weg und vor der düsteren, überwältigend schönen Landschaft der Illustrationen, die ein wenig an nordamerikanische Einöden erinnert, wirkt Nino so einsam, wie er sich fühlt. Oder fühlen würde, wenn da nicht sein Hund wäre. Sein Hund, den nur er sehen kann. Und der Leser, denn ganz schemenhaft angedeutet huscht er immer wieder durch das Bild.

Aber die traute Zweisamkeit zerbricht bald. Auf einmal bekommt Nino einen richtigen, einen echten Hund geschenkt. Und dieser Hund, tja, der hat doch etwas andere Bedürfnisse als der Fantasiebegleiter. Er hat Angst vor der Großmutter und geht nicht gerne ins Wasser. Vor allem aber kennt er Ninos Sorgen nicht.

Was also tun? Nino nimmt es pragmatisch: Seinen Hund, den er hat, liebt er so, wie er ist. Im Sand buddeln, statt im Boot über den See fahren, ist schließlich auch schön! Zusätzlich aber hat Nino nun noch einen Hirsch, den er nicht hatte. Und eine Giraffe, ein Nashorn und, und, und…

 

Mit „Der Hund, den Nino nicht hatte“, haben Edward van de Vedel und Anton van Hertbruggen ein tolles Kinderbuch geschaffen, das uns zwischen den Zeilen zum Philosophieren einlädt. Darüber, dass manche Wünsche, wenn sie erfüllt werden, ganz andere Ergebnisse erbringen, als gehofft. Darüber, dass man immer nur so einsam ist, wie man sich fühlt. Und darüber, dass die Fantasie uns nie im Stich lässt, wenn wir sie nur zu uns lassen. „Der Hund, den Nino nicht hatte“, ist ein Buch für Kinder, die auch mal nachdenklichere Töne mögen. Aber es ist auch etwas zum Entdecken und gemeinsam Schmunzeln. – Absolut empfehlenswert!

 

Saskia Geisler :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Außergewöhnliches