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Der Klang der Hoffnung von Zail, Suzy, Jugendbücher, Historie, Deutsche Geschichte

Der Klang der Hoffnung

Die Geschichte einer unmöglichen Liebe

Zail, Suzy

Übersetzung: Koob-Pawis, Petra

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: cbj

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783570159903

Inhalt

»Achtet aufeinander und kommt wohlbehalten wieder nach Hause.« Das ist die letzte Bitte, die Hannas Vater an seine beiden Töchter und seine Frau richtet, als sie Mitte 1944 an der Rampe von Auschwitz voneinander getrennt werden. Für die 15-jährige Hanna, die als begabte Pianistin kurz vor der Aufnahme ins Konservatorium stand, sind diese Worte die letzte Verbindung zu ihrem alten Leben. Das und ihre Liebe zur Musik. Und diese Liebe bietet ihr nicht nur einen inneren Zufluchtsort, sondern auch die Chance zu überleben. Wird sie doch abkommandiert, regelmäßig im Haus des Kommandanten aufzuspielen.

Bewertung

Der Roman „Der Klang der Hoffnung – Die Geschichte einer unmöglichen Liebe“ handelt von Hanna, die mit 15 Jahren zusammen mit ihrer großen Schwester Erika und ihren Eltern in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert wird. Dort wird sie wegen ihrer Begabung für das Klavierspiel abkommandiert, um für den Kommandanten zu spielen. Sie verabscheut ihre Arbeit und den Leiter des Konzentrationslagers, genauso wie seinen immer gleichgültig wirkenden Sohn Karl, der kaum älter ist als sie.

Während sie herausfindet, dass Karl vielleicht gar nicht ist, wer er zu sein scheint, muss Hanna täglich um ihr Überleben und das ihrer Familie fürchten.

 

Das Titelbild wurde meiner Meinung nach sehr passend zur Geschichte gewählt, da es die beiden zentralen Themen, Hannas Liebe zur Musik und ihren Aufenthalt im Konzentrationslager, gelungen aufgreift und miteinander in Verbindung stellt. Es stimmt den Leser auf die Geschichte ein und vermittelt ihm einen passenden ersten Eindruck davon, was er von dem Buch erwarten kann.

Die Geschichte wird aus der Ich- Perspektive von Hanna erzählt, wodurch man sich in die Hauptfigur hineinversetzen, ihre Erfahrungen miterleben und ihre Gefühle nachvollziehen kann. Der Autorin ist es gelungen mit ihrem einfachen Schreibstil ausdrucksstark und gleichzeitig sehr feinfühlig Hannas Gefühle über den Verlauf der Geschichte den Leser selbst durchleben und mitfühlen zu lassen und dadurch ihre Taten zu erklären und verständlich zu machen.

Die Spannung entsteht gleich auf den ersten Seiten und entwickelt und steigert sich über das Buch hinweg weiter, unterstützt durch kürzere, dramatische Situationen und Ereignisse, die dafür sorgen, das dem Leser nie langweilig wird und eigentlich immer etwas passiert.

 

Die Autorin erzählt in ihrem Buch gefühlvoll die Geschichte eines jüdischen Mädchens im Konzentrationslager und erschafft damit gleichzeitig ein Bild vom Grauen des Alltags für die Häftlinge. Ausdrucksvoll wird gezeigt wie Birkenau die Menschen verändert, wie sie von den Wärtern schlechter als Tieren behandelt werden, aber auch, wie Häftlinge, um zu überleben, sich gegeneinander wenden, wie sie einander bekämpfen und in ihrer Situation gezwungen sind, Schlimmes zu tun. In ihrem Buch erzählt die Autorin nicht nur wie es Hanna ergeht und wie sie sich fühlt, sie erschafft ein Porträt des Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, mit all seinen Facetten und Gräueln.

 

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, da es einem ein wichtiges Thema der Geschichte, ohne aufdringlich zu sein, näher bringt und gleichzeitig die Geschichte von Hanna erzählt, die eigentlich nichts anderes will als ihre Zeit als Teenager zu genießen und Klavier zu spielen.

Empfehlen würde ich das Buch jedem ab 13 Jahren der sich für Geschichte oder Musik interessiert und jedem der einfach ein spannendes Buch lesen möchte. Ich vergebe 5 Sterne.

 

Annina Hacheney (16) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Deutsche Geschichte