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Der Koffer meiner Mutter von Haacke, Christina, Junge Literatur, Aus dem Leben, Krankheit

Der Koffer meiner Mutter

Haacke, Christina

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Schwarzkopf und Schwarzkopf

Empfohlen ab: 15 Jahre

ISBN: 9783862653409

Inhalt

Elli ist 30, hat eine glückliche Tochter, führt eine glückliche Beziehung und ein normales, zumindest nicht unglückliches Leben. Bis zu dem Tag, als sie auf dem Dachboden ihrer Großtante einen alten Koffer findet. Sie erinnert sich an die Zeit, als sie 17 Jahre alt war, jung und verliebt und verwirrt, und sich das Leben plötzlich verabschiedete. Einfach so. Mittendrin. Es ist der Koffer ihrer Mutter. Und Elli beschließt, endlich auszupacken.
DER KOFFER MEINER MUTTER ist die Geschichte einer jungen Frau, die beginnt, sich den Erinnerungen an die Krankheit und den frühen Tod ihrer Mutter zu stellen. Erzählt aus der Sicht der 17-jährigen und der erwachsenen Elli ist der Roman ein intensives und berührendes Leseerlebnis, getragen durch eine klare und poetische Sprache.

Bewertung

Wer Elli trifft, wird ihr Leben für toll halten. 30 Jahre alt, ein fester Beruf, ein liebevoller Mann und eine bezaubernde Tochter. Doch eines Tages holt sie ihre Vergangenheit wieder ein. Sie findet den Koffer ihrer Mutter, die vor 13 Jahren gestorben ist. 13 Jahre lang hat Elli die Erinnerungen verdrängt, doch nun ist es Zeit, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Elli und ihre Mutter waren wie Licht und Schatten, sie kamen mehr oder weniger miteinander klar. Doch dann hat ihre Mutter Marlene plötzlich nur noch 6 Monate zu leben. Ein Countdown beginnt. Die damals 17- jährige Elli wird von ihren Gedanken und Gefühlen übermannt. Reicht die Zeit, um Marlene endlich wirklich kennenzulernen und zu verstehen? Was macht man, wenn der Tod einfacher ist als das Leben? Und am wichtigsten - wie soll es nun weitergehen?

 

Das Cover gibt einem das Gefühl von Leichtigkeit und Frieden, was ich sehr passend finde. Der Titel passt perfekt zur Geschichte. Auch gut gefallen hat mir, dass die Abschnitte mit Seiten, auf denen ein Koffer war, getrennt wurden.

Der Schreibstil von Christina Haacke ist recht ungewöhnlich. Viele Sätze wurden nur mit Kommata getrennt und wurden dadurch entsprechend länger. Zwar musste ich mich daran erst gewöhnen, aber ich mag diesen Schreibstil wirklich sehr. Er passt unheimlich gut zur Geschichte, denn diese schnelle Abfolge von Sätzen ist impulsiv und emotional. Er drückt die Gefühle von Elli und auch Marlene so aus, dass man den Schmerz und die Verwirrung wahrhaftig spürt.

 

Manchmal wusste ich zunächst nicht, aus wessen Sicht ein Kapitel geschrieben wurde. Aber auch das fand ich nicht schlimm, sondern wirklich gut. Gedanken lassen sich im echten Leben auch nicht immer ordnen und sind verwirrend. Dieser Stil verleiht dem Buch etwas wirklich Lebendiges und vor allem etwas Reales. Zugegebenermaßen musste ich mich aufgrund der Sprache beim Lesen manchmal wirklich konzentrieren oder Stellen zweimal lesen, aber der Effekt war es auf jeden Fall wert.

 

Die Geschichte ist unglaublich berührend und emotional. Zu wissen, dass die Autorin sich in dem Buch mit ihrer persönlichen Vergangenheit beschäftigt, macht es noch echter. Elli dabei zuzusehen, wie sie sich mit dem Tod ihrer Mutter auseinandersetzt, war sehr menschlich und auf eine traurige Art und Weise wunderschön. Für „Der Koffer meiner Mutter“ vergebe ich 5 Sterne. Ich empfehle es Jugendlichen ab 14 Jahren. Eine wirklich berührende Geschichte.


Lidan Chai (18) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Krankheit