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Der Krieg ist ein Menschenfresser von Zöller, Elisabeth, Jugendbücher, Historie, Deutsche Geschichte

Der Krieg ist ein Menschenfresser

Zöller, Elisabeth

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783446245105

Inhalt

Leipzig im August 1914: Es herrscht Volksfeststimmung. Der Krieg hat begonnen! Ferdinand und August fahren an die Front, Richtung Frankreich, im Gepäck einen Fotoapparat und eine braune Ledertasche. Berlin im März 1918: Sophie macht sich auf den Weg zu ihrem Jugendfreund Max. Doch der ist kaum wiederzuerkennen. Kriegsverrückt, sagen die Ärzte. Außerdem soll er Beweismittel unterschlagen haben. Irgendein Vorfall an der Front. Es droht das Kriegsgericht. Alles scheint sich um eine braune Ledertasche zu drehen …

Bewertung

Ferdinand ist gegen den Krieg. Er denkt, dass dieser komplettes Verderben bringt und nichts ist, als ein Menschenfresser. Diese Einstellung hat er vielleicht auch von seinen Eltern mitbekommen, denn auch diese halten nicht viel von dem endlosen Gemetzel, auch wenn sie damit ziemlich die einzigen sind. Denn seit der Krieg ausgebrochen ist, herrscht Volksfeststimmung in Leipzig. Auch Ferdinands Freund August ist voller Überzeugung, dass der Krieg ein tolles Erlebnis ist und versucht Ferdinand dazu zu überreden, sich zusammen mit ihm freiwillig zu melden. Lange ist Ferdinand dagegen. Solange, bis er erfährt, dass Anni, das hübscheste Mädchen weit und breit, es toll findet, wenn Männer in den Krieg ziehen. Und so machen sich auch Ferdinand und August mobil, der eine aus Wille und Überzeugung, der andere weil er denkt, damit das Herz seiner Traumfrau erobern zu können. Doch was bringt einem die Traumfrau, wenn man den Krieg nicht überlebt?!
Die beiden jungen Männer machen sich auf den Weg nach Frankreich. Ferdinand hat immer eine Ledertasche und seinen Fotoapparat bei sich. Denn er möchte unbedingt nach Hause berichten, wie es im Krieg ist. Jedoch wird den Soldaten angeordnet, dass sie in ihren Briefen nicht über Tod, Leid, Hunger und andere Dinge berichten dürfen, die ein schlechtes Licht auf den Krieg werfen. Und auch Ferdinands Eltern dürfen in ihrer Zeitung nichts schlechtes über den Krieg schreiben, das dies sonst zensiert wird. Nichts und Niemand kann Ferdinand jedoch davon abhalten, den Krieg so darzustellen, wie er wirklich ist. Und so gerät er schon bald in große Gefahr.

Elisabeth Zöller schreibt in „Der Krieg ist ein Menschenfresser“ sehr lebensnah über die Zeit zwischen 1914 und 1918. Sie schildert den Krieg aus allen Sichten. Aus denen von Kriegsfeinden, Kriegsliebhabern, ja auch aus Sicht der Leuten, die geradezu den Krieg verehren. Doch egal, mit welcher Einstellung die jungen Männer nach Frankreich ziehen, während ihrer Einsätze werden sie alle einer Meinung: Sie hassen den Krieg. Denn viele ihrer Kameraden sind durch ihn schon umgekommen. Viele Freunde hat er gefressen und viele Familien zerstört. Und nicht nur an der Front herrscht Chaos, sondern auch Zuhause. Denn dort wird das Essen knapp und die Familien können sich nichts mehr leisten. Die Autorin zeigt, dass nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht und dass die so nett scheinenden Offiziere oft die schlimmsten Vaterlandsverräter von allen sind.
Am Ende des Buches findet sich eine Tabelle mit den Kriegsdaten, sowie ein Glossar, in dem viele der Fachbegriffe, die im Buch verwendet wurden nochmals erklärt werden. Der Geschichtsroman umfasst ca. 260 Seiten, die in 57 Kapitel unterteilt sind. Das Cover zeigt in schwarz weiß in Mädchen mit geschlossenen Augen, der Titel sowie die Autorin und der Verlag stechen mit der roten Farbe sehr ins Auge. Das Cover scheint sehr historisch und ist daher sehr passend zur Story. Ich empfehle das Buch allen Jugendlichen ab 13 Jahren, die gerne Geschichtsromane lesen und denke, dass es sich auch sehr gut als Klassenlektüre im Deutsch oder Geschichtsunterricht eignen würde. Von mir bekommt „Der Krieg ist ein Menschenfresser“ 4 Sterne.
Lisa Fehr (16) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Deutsche Geschichte