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Der Märchenerzähler von Michaelis, Antonia, Jugendbücher, Krimi & Thriller, Spannung

Der Märchenerzähler

Michaelis, Antonia

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2011

Verlag: Oetinger

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783789142895

Inhalt

Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden?

Bewertung

Abel, ein drogendealender Schulschwänzer, isoliert sich generell von seinem Umfeld. Mit Mitschülern spricht er nur, um seinen Stoff zu verkaufen, und im Unterricht schläft er. Er ist ein Außenseiter. Doch als Anna sich ein wenig in ihn verliebt und in sein Leben tritt, ändern sich einige Dinge. Beide gehen auf die selbe Schule und haben auch einige Kurse gemeinsam. Keiner kann verstehen, dass Anna sich mit dem "polnischen Kurzwarenhändler" einlässt. Doch sie spürt, dass in Abel noch viel mehr als ein Drogendealer steckt. Sie sieht in ihm einen einfühlsamen Jungen, der seine Schwester über alles liebt und sich um sie kümmert, als wäre sie seine eigene Tochter. Und da ist noch etwas an Abel, dass Anna fesselt. Seine Märchen, Geschichten und Worte! Denn Erzählen, und mit den Worten spielen, das kann Abel. Ein Märchen, welches er Anna und Micha in mehreren Teilen vorträgt, bezeugt dies. Doch mit der Zeit wird deutlich, dass die Geschichte des Märchenerzählers nicht nur ein Märchen ist - sondern auch mit der Realität verschwimmt.
Ein Buch, welches fesselt, begeistert und vor allem berührt! Ein Buch, welches man nicht mehr aus der Hand legen kann, ohne dass man darüber nachdenkt. Ein Buch, welches wundervolle Worte mit einer bedrückenden Geschichte vereint. All das, und noch viel mehr, ist "Der Märchenerzähler"! Noch nie hat es ein Jugendbuch geschafft, mich so in den Bann zu ziehen. Am liebsten würde ich es immer wieder lesen, um die Geschichte wieder so hautnah zu erleben! Die Worte, mit denen Antonia Michaelis dieses Buch verfasst hat, sind wunderschön. Dieses Buch strotzt nur so vor tollen Sätzen, die man nicht nur einmal liest. Der Leser genießt dieses Buch, er genießt jedes Wort, ja, sogar jeden Buchstabe. Es ist auch sehr wichtig, dieses Buch aufmerksam zu lesen und nichts zu überfliegen, denn die Verbindung zwischen Märchen und Realität, muss der Leser selbst entdecken. Für mich definitiv ein großes Highlight 2011! Ich werde dieses Buch sicher nicht nur einmal lesen, und kann es jedem empfehlen. Egal, ob Junge oder Mädchen, ob Mann oder Frau. Nur beim Alter würde ich eine Grenze setzen: Ich denke, dass das optimale Alter bei 16 liegt. Wenn man jung ist, und zart beseelt, würde ich eher davon abraten, da die Geschichte trotz schöner Worte auch ein wenig grausam sein kann. Ich gebe diesem Buch 5 Sterne, würde aber gerne noch 100 dazulegen!
Kevin Hartwig (17 Jahre) - Jugend-Redaktion Buecherkinder.de



Abel, Abel, Abel ... Abel mit den eisblauen Augen und den strubbeligen blonden Haaren. Abel im Militärparka und den Stöpseln im Ohr ... Anna verliebt sich, Hals über Kopf, obwohl alle anderen flüstern: "Drogendealer, Außenseiter, Lügner!" "Ich weiß was, was du nicht weißt!" "Ach der Tannatek, der Pole, der Kurzwarenhändler!"
Doch Anna merkt, dass es da einen anderen Abel gibt. Einen, der seine Schwester über alles liebt und ein Abel, der ein Märchen erzählt. Das Märchen von der kleinen Klippenkönigin zieht die sonst so unschuldige Anna in ihren Bann. Und als die eisigen Lippen von Abel sie das erste Mal berühren, spürt sie die samtene Wärme vom Märchenerzähler. Viel zu spät merkt sie, dass die Grenzen von Realität und Märchen verschwimmen und beide Welten miteinander verbinden. Was wäre, wenn das Märchen kein Märchen mehr ist? Was ist, wenn Anna einen Mörder küsst? Die Gefahr ist schon viel näher als sie es für möglich hält ...
Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein Märchen mit Thrillerelementen und einer guten Portion echtem Leben, so gut zu lesen ist. Antonia Michalis wählt wunderschöne Worte, um jeden Charakter und jeden Ort im Buch greifbar zu beschreiben. Immer wieder hatte ich Bilder im Kopf , die das Lesen noch spannender machten. Immer wenn der Märchenerzähler anfing seine Geschichte zu erzählen, tauchte ich völlig ab und war von der Geschichte gefangen. Ich litt mit der kleinen Klippenkönigin und sah sogar den Hoffnungsschimmer am Horizont. Die süße Liebesgeschichte zwischen Abel und Anna ist alles andere als einfach, doch sind die Gefühle der beiden immer nachvollziehbar und bittersüß. Aber nicht alles ist nur gut in dieser Geschichte, denn manchmal ist die Realität hart und grausam und als die Grenzen zwischen beiden Welten verwischen, hatte ich das Gefühl, ein anderes Buch zu lesen. Eines, das traurig macht und mir Tränen in die Augen treibt. Trotzdem ist der Autorin dieser Mix gut gelungen und es war schade, als ich das Buch zuklappen musste. Es war viel zu schnell vorbei ...
Dieses Buch würde ich immer wieder lesen, weil es mich sehr berührt hat und gleichzeitig spannend bis zum Schluss war. Ich empfehle es ab 14 Jahren und würde niemandem der älter ist von dieser Geschichte abraten. Ich vergebe 5 Sterne.
Franzi Huhnke für Buecherkinder.de

Themen: Spannung