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Der Pfad von Bertram, Rüdiger, Jugendbücher, Historie, Deutsche Geschichte, Freundschaft

Der Pfad

Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit

Bertram, Rüdiger / Schulmeyer, Heribert

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2017

Verlag: cbj

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783570172360

Inhalt

Frankreich 1941: »Gut oder böse?« ist mehr als nur der Name eines Spiels, mit dem sich der zwölfjährige Rolf und sein Vater die Zeit auf der Flucht vertreiben. Wie so viele andere deutsche Flüchtlinge, die von der Gestapo gesucht werden, sitzen die beiden in Marseille fest, weil sie keine Ausreisegenehmigung erhalten. Ihr Ziel ist New York, wo Rolfs Mutter auf sie wartet, doch der einzige Weg in die Freiheit ist ein steiler Pfad über die Pyrenäen. Fluchthelfer Manuel, ein Hirtenjunge kaum älter als Rolf, soll sie über die Berge führen. Heimlich und gegen das Verbot seines Vaters, nimmt Rolf seinen geliebten Hund Adi mit, und so machen sie sich zu viert auf einen gefährlichen Weg in eine ungewisse Zukunft.

Bewertung

Rolfs Vater war einmal ein berühmter Journalist. Damals, als er noch in Berlin mit seiner Frau und seinem Sohn Rolf lebte. Nun sind er und Rolf, wie viele andere Menschen auch, auf der Flucht vor den Nazis, während seine Frau ihr Ankommen in Amerika vorbereitet. Doch als ihre Flucht aus dem bedrohten Frankreich in das sichere Spanien schon so gut wie sicher erscheint, wird Rolfs Vater plötzlich mitten in den Pyrenäen festgenommen. Also beschließen Rolf und Manuel, der Junge, der ihn und seinen Vater über die Berge führen sollte, in eine naheliegende Stadt zu reisen, an der viele Festgenommene wieder freikommen, denn sie hoffen, dort Rolfs Vater wiederzufinden. Doch der Weg ist lang und beschwerlich und voller Gefahren, z. B. deutscher Soldaten oder verschiedener Wildtiere und reißender Strömungen.

 

Wieder einmal hat Rüdiger Bertram einen Roman geschrieben, von dem man einfach nicht die Finger lassen kann: er ist spannend, fesselnd, und man lernt dabei sogar etwas. Die Geschichte der beiden Jungen, die sich auf ihrer gemeinsamen und beschwerlichen Reise über die hohen Pyrenäen anfreunden und sich dabei Geschichten aus ihrem früheren Leben erzählen, hat mich begeistert und zugleich berührt, als ich daran denken musste, wie schwer es viele Menschen damals hatten. Beeindruckt hat mich auch, dass es damals nichts mehr gezählt hat, was man noch vor dem Krieg war. Der Autor hat dies sehr gut miteingebaut, indem er einige wichtige Personen der damaligen Zeit als Kellner oder andere weniger bedeutende Berufe dargestellt hat, z. B. wird ein sehr wichtiger Komponist aus Wien aufgrund des Krieges zu einem einfachen Kellner in einer französischen Bar.

Auch schön fand ich, wie sich die verschiedenen Figuren, die im Laufe der Geschichte vorkommen, trotz der unterschiedlichen Nationalitäten und sozialen Schichten gegenseitig geholfen haben. Trotz der Tatsache, dass ich bereits viel über den zweiten Weltkrieg wusste, habe ich mit diesem tollen Buch noch einiges mehr erfahren. Ich wusste z. B. nicht, dass mehrere Menschen auf der Flucht vor den deutschen Soldaten nach Spanien geflohen sind.

 

Eigentlich kenne ich diesen Autor nur von witzigen Büchern (z. B. die Reihe „Coolman“) oder Abenteuergeschichten (z. B. die Reihe „S.W.A.P.“), doch diesmal hat er eine für ihn völlig neue Romanart zu Papier gebracht, und dies ist ihm sehr gelungen. Von einer Sache hat er sich jedoch nicht ganz getrennt, und zwar von den Comic-Zeichnungen von Heribert Schulmeyer, die in diesem Buch jeweils am Anfang und am Ende zu finden sind.

Ich empfehle dieses Buch an alle Kinder ab 13 Jahren und vergebe ihm seine wohlverdienten 5 Sterne. 

 

Matteo Schmidt (13) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Deutsche Geschichte, Freundschaft