Jugendbücher  >  Aus dem Leben
Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen von Juby, Susan, Jugendbücher, Aus dem Leben, Erwachsenwerden, Freundschaft

Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen

Juby, Susan

Übersetzung: Müller-Hierteis, Eva

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: cbj

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783570159989

Inhalt

Das Leben ist nichts für Feiglinge denken sich die drei Freunde Dusk, Neil und Normandy, zu Beginn des 11. Schuljahres und starten ein gewagtes Experiment: Einmal jede Woche wird abwechselnd einer der drei einem Menschen aus ihrer Schule eine Frage stellen, die bisher keiner auszusprechen wagte, obwohl alle nach der Antwort lechzen. Hasst die ewig grantige Sekretärin wirklich alle Schüler, ist der schöne Tyler jetzt schwul oder nicht, nimmt der Freak aus der 12. Drogen und hat die Coole aus dem Langlaufteam mit einem ihrer beiden Teamkollegen was oder gar mit beiden?

Was die drei besten Freunde allerdings damit lostreten, hätten sie nie geahnt. Ein kluges Buch über Freundschaft, Liebe und die Frage, was wir mit uns und unserem Leben anfangen und, was das eigentlich alles zu bedeuten hat.

Bewertung

In dem Jugendroman von Susan Juby geht es um die elftklässlerin Normandy. Zusammen mit ihren zwei besten Freunden gründet sie die Wahrheitskommission und schwört, von jetzt an jede Woche abwechselnd jemandem in ihrer Schule eine Frage zu stellen, die sich vorher noch nie jemand getraut hat auszusprechen. Doch bald müssen die drei heraus finden, dass die Wahrheit oft aus bestimmten Gründen unausgesprochen bleibt und dass sie nicht nur berauscht, sondern auch jede Menge Probleme mit sich bringen kann.

 

Das Buchcover gefällt mir sehr gut, obwohl ich vermute, dass die gewählte Farbnuance Jungen etwas abschrecken könnte. Auch wenn das Cover keinen direkten Bezug zum Inhalt des Buches hat, greift es doch den Aspekt des Künstlerischen auf, der die ganze Geschichte über eine zentrale Rolle spielt. Zudem passt das ungeordnete, etwas chaotische ziemlich gut, da das etwas ist, was Normandy und ihre Freunde mit der Wahrheitskommission auslösen.

Außerdem gefällt mir wie der Titel gestaltet wurde, da er gut zur Essayform der einzelnen Kapitel passt. Dass die Autorin Normandys Ich-Perspektive als Erzählform verwendet hat, gibt dem Leser die Möglichkeit, sich ganz in die Hauptfigur hinein zu versetzten und ihre Gefühle, ihr Verhalten und insbesondere auch ihre Einstellung zur Wahrheitskommission nachzuvollziehen. Dadurch, dass alle Kapitel in Form eines Essays geschrieben sind, gibt das dem Buch etwas neues, ungewöhnlich und hat zudem der Autorin, z. B. durch Fußnoten und Anmerkungen, die Möglichkeit zu einer kreativeren und ideenreicheren Gestaltung gegeben.

Je länger man liest, desto spannender wird das Buch, weil man als Leser von der Sucht nach mehr skandalösen Wahrheiten angesteckt wird und genauso wie Normandy und ihre Freunde immer mehr wissen möchte. Die Autorin ist sehr wortgewandt und ausdrucksstark in ihrem Schreibstil, ohne jedoch unnötig kompliziert zu werden, wodurch das Buch flüssig und leicht zu lesen bleibt.

Die Autorin erzählt in ihrem Buch die Geschichte von Normandy und all ihren Problemen, denen sie sich stellen muss. Nicht nur muss sie mit ihrer älteren, berühmten Schwester von einem Kunstgenie klarkommen, die die gesamte Familie in ihren Comics lächerlich gemacht hat und nach der alle ihr Leben ausrichten müssen, sondern auch noch mit der Wahrheitskommission, die eben nicht nur die Wahrheit, sondern auch jede Menge Probleme und Spannungen mit sich bringt.

 

Das Buch „Der Tag an dem wir begannen, die Wahrheit zu sagen“ ist eine ausdrucksstarke Geschichte über die Kraft der Wahrheit, über Freundschaft, Familie, Liebe und Kunst. Empfehlen würde ich es Mädchen und auch Jungen ab 13 Jahren, die Kunst und Philosophie mögen oder einfach ein gutes Buch lesen wollen.


Annina Hacheney (16) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Erwachsenwerden, Freundschaft