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Der Tag, an dem Paul wieder bunt wurde

Fritsch, Marlene / Konrad, Volker

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Patmos

Empfohlen ab: 5 Jahre

ISBN: 9783843608299

Inhalt

»Oma, wie wird man eigentlich bunt?«, fragt Paul. Oma hatte mit Paul Fotoalben angeschaut. Darin waren auch einige Schwarz-Weiß-Bilder. »Aber das sind wir doch schon!«, lacht sie. Dann wird sie nachdenklich: »Manchmal ist es aber in den Köpfen der Menschen noch ganz schön schwarz-weiß.«

Als die beiden auf dem Weg in die Stadt verschiedene Menschen treffen, versteht Paul, was Oma damit meint. Denn wenn diese Sätze sagen wie: »Ausländer sind gefährlich« oder »Mädchen können nicht Fußball spielen«, wird alles um sie herum plötzlich schwarz-weiß. Sogar Paul selbst passiert das. Und so macht er sich mit Oma auf die Suche, wie aus schwarz-weißen Gedanken wieder bunte werden können ...

Bewertung

Als Paul von seiner Oma erfährt, dass Fotos früher schwarz-weiß waren, kann er dies zuerst nicht verstehen. Doch als Oma ihm erklärt, dass die Fotos in Farbe noch nicht erfunden waren, wird ihm die Sache bald klar. Doch dann sagt Oma, dass auch heute noch nicht immer alles in Farbe ist, dass viele Menschen noch immer in schwarz-weiß denken, dass es entweder gut oder schlecht gibt und nichts dazwischen. Wieder versteht Paul zuerst nicht. Doch als die beiden auf die Straße gehen, leuchtet es Paul langsam aber sicher ein, was Oma ihm sagen wollte. Denn immer wenn die Menschen, etwas bestimmtes sagen, wie zum Beispiel, dass alle Ausländer gefährlich sind und man sich wegen ihnen nicht mehr auf die Straße trauen kann, werden sie schwarz-weiß. Aber auch der alte Mann, der sagt, dass Kinder keinen Respekt mehr haben, ist plötzlich nicht mehr bunt. Und auch Paul beginnt schwarz-weiß zu werden, als er behauptet, dass Mädchen nicht fußballspielen können. Doch mit Omas Hilfe versteht er schnell, dass solche Aussagen davon kommen, wenn andere etwas besser können, mehr Geld verdienen, schlauer oder dümmer sind, dicker oder dünner, fauler oder fleißiger, oder wenn die Menschen Angst vor etwas haben, was sie nicht kennen. Und schon bald lernt Paul, dass er selbst denken, sich selbst ein Bild machen muss, um wieder bunt zu werden.

 

In „Der Tag an dem Paul wieder bunt wurde“ geht es um Vorurteile. Diese sind mit dem Schwarz-weiß-Denken veranschaulicht und werden dadurch sehr gut sichtbar und für die Kinder verständlich. Marlene Fritsch und Volker Konrad greifen mit der Geschichte ein allseits bekanntes Problem auf, mit dem auch Kinder häufig schon konfrontiert werden. Denn oft sprechen sie die Meinung der Eltern, Großeltern etc. nach, ohne zu wissen, um was es eigentlich geht. So verbreiten sich Vorurteile immer weiter.

Das Buch versucht kindgerecht, dies zu vermeiden und den Kindern beizubringen sich auf der einen Seite selbst eine Meinung zu bilden, auf der anderen Seite aber auch, dass all die Aussagen nicht auf alle Menschen zutreffen, sondern nur Vorurteile sind.

Das Cover zeigt Paul, der beim Aussprechen seiner Vorurteile schwarz-weiß wird. Es zeigt dadurch auch, dass niemand frei von Vorurteilen ist. Das Buch ist für Kinder ab dem Vorschulalter geeignet, da es zum einen relativ viel Text beinhaltet, zum anderen der Inhalt für die jüngeren Kinder noch nicht verständlich ist.

 

Ich vergebe 5 Sterne für ein Buch zu einem immer aktuellen Thema, das aber gerade in Zeiten der Flüchtlingskrise und einem stetigen Wertewandel aktueller denn je zu sein scheint und an dessen Aussage sich auch viele Erwachsene ein Beispiel nehmen sollten.

 

Lisa Fehr :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie, Anders sein