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Der Tod auf dem Apfelbaum von Schärer, Kathrin, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Außergewöhnliches , Tod & Trauer

Der Tod auf dem Apfelbaum

Schärer, Kathrin

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Atlantis

Empfohlen ab: 4 Jahre

ISBN: 9783715207018

Inhalt

Ein alter Fuchs fängt ein Zauberwiesel. Er lässt es wieder frei, weil es ihm verspricht, dass ab sofort jeder Apfeldieb auf seinem Baum kleben bleibt – für immer und ewig. Von da an kann er ungestört sein Obst genießen … bis sein Tod kommt, ihn zu holen. Der Fuchs will noch nicht sterben. Er bittet den Tod, ihm einen letzten Apfel zu pflücken: Jetzt sitzt der Tod auf dem Baum fest, und der Fuchs triumphiert. Aber er wird älter. Seine Frau stirbt, die Kinder werden alt, und er gehört nirgends mehr dazu. Soll das endlos so weitergehen? Schließlich bittet er den Tod, zu ihm herunterzusteigen und ihn mitzunehmen.

Bewertung

Der Tod ist ein schwieriges, ein endgültiges Thema. Oft wissen Erwachsene selbst nicht damit umzugehen – wie dann mit einem Kind darüber sprechen?

 

Zum Glück gibt es immer wieder mutige Kinderbuchmacher, die sich an den Tod heranwagen und uns Hilfestellung geben. Ein Buch, über das wir gemeinsam sprechen können, ob jung oder alt. Kathrin Schärers „Der Tod auf dem Apfelbaum“ unterscheidet sich insofern von vielen dieser Bücher, weil es nicht um den Tod eines geliebten Menschen, nicht um den Umgang mit dem Abschied geht. Vielmehr beschäftigt es sich mit dem eigenen Sterben, mit der Angst vor dem Tod.

Wir folgen dem Fuchs dabei, wie er älter wird. Etwas zerzaust sieht er schon aus. Aber immer noch warm und sympathisch. Diese Sympathie erschafft Kathrin Schärer, ohne zu glätten oder zu verniedlichen. Es ist klar, dass der Fuchs nicht nur Äpfel, sondern auch Tiere frisst, dass er es als Einschränkung im Altern empfindet, dass die anderen keine Angst mehr vor ihm haben. Den Kindern wird hier nichts verschwiegen und doch gelingt es Schärer eine Atmosphäre der Geborgenheit entstehen zu lassen.

Der Fuchs ist der listige Fuchs, wie wir ihn aus den Fabeln kennen. Ein schlaues Tier, dass es sogar schafft, den eigenen Tod auszutricksen. Doch je älter der Fuchs wird, desto mehr muss er erkennen, dass das nicht genügt. Dass der Sinn des Lebens eben weniger das am-Leben-sein, sondern das Zusammen-Sein ist. – Und so überrascht es nicht, dass wir auf den letzten Seiten zusehen, wie der Fuchs seinen Tod umarmt und anschließend, zerzaust wie eh und je, doch friedlicher als zuvor, tot auf der Wiese liegt.

 

Das Sterben ist ein Teil des Lebens. Sicher ist das in „Der Tod auf dem Apfelbaum“ auch so einfach zu ertragen, weil der Fuchs schon sehr, sehr alt ist. Dennoch kann das Buch eine große Hilfe sein, gemeinsam mit Kindern über das Ende des Lebens zu sprechen, egal, ob es einen konkreten Anlass gibt, oder die Kinder die Thematik einfach so kennenlernen sollen. Denn so sehr wir uns auch wünschen, dass es anders wäre: Auch Kinder sind immer wieder mit Tod, Sterben und Verlusterfahrungen konfrontiert und können in diesem Zusammenhang eigene Ängste entwickeln, gerade wenn ein Thema von ihnen abgedrängt und weggeschlossen wird. Gut also, wenn wir Bücher wie das von Kathrin Schärer an unserer Seite haben.

 

Saskia Geisler :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Außergewöhnliches , Tod & Trauer