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Der letzte Engel von Drvenkar, Zoran, Jugendbücher, Fantasy, Fantasy, Spannung

Der letzte Engel

Der Ruf aus dem Eis, Bd. 2

Drvenkar, Zoran

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: cbj

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783570171370

Inhalt

Stell dir vor, die Unsterblichkeit klopft an deine Tür und raubt dir dein Leben.

Stell dir vor, du heißt Motte und erwachst mit zwei Flügeln auf dem Rücken. Und dann gehst du auf deine eigene Beerdigung und bist für niemanden sichtbar, außer für zwei alte Damen. Und diese alten Damen haben sehr großes Interesse daran, dir deine Flügel abzunehmen.

Stell dir vor, du bist der letzte Engel. Und jetzt stell dir vor, du wirst wiedergeboren und dein erster Atemzug wandert um die Welt und lässt die Toten auferstehen. Stell dir das mal vor.

Bewertung

Motte dachte bis vor kurzem noch, er wäre ein ganz normaler Jugendlicher - geplagt nur von den Alltagsproblemen eines Heranwachsenden. Bald muss er jedoch leidlich erfahren, dass er ein Engel ist, der mit dem ersten Atemzug nach seinem erneuten Tod die Toten zum Leben erwecken kann.

Es ist also kein Wunder, dass Motte von zwei Gräfinnen und ihrem Diener, die ebendiese Auferweckung herbeiführen wollen, beerdigt und auch seiner Flügel entledigt wird, die Normalsterblichen eine längere Lebensdauer ermöglichen. Nachdem Motte von seinen Freunden nach der Beerdigung wieder ausgegraben wird, spürt er zum ersten Mal wieder Luft, atmet ein – und erweckt damit die Toten zum Leben, die sich nun aus den Gräbern hervorwühlen und auf der Suche nach ihrer stärksten Sehnsucht durch die Welt wandeln.

Die Menschheit ist entsetzt und weiß in ihrem Schock nicht die Ursache dieser Auferstehung zu deuten. Steht das letzte Gericht bevor, ist eine Seuche ausgebrochen oder waren die Toten nie wirklich tot? Während die Menschheit über dieses Geschehnis im Dunkeln tappt, wissen Motte und seine Freunde, die Bruderschaft und die Familie, allesamt Gruppen, die diese Auferstehung entweder verhindern oder herbeiführen wollen, genau, was hier vor sich geht: die Menianer, ein Volk, das vor einer halbe Million Jahre lebte, wird durch Mottes Atemzug in drei Tagen auferstehen und alles Leben auslöschen – indem sie den letzten Engel töten.

Dieser letzte Engel ist nicht irgendein x-beliebiger Engel, sondern Motte. Kein Wunder also, dass die Bruderschaft und Mottes Freunde dies verhindern wollen, während die Familie, allen voran die zwei uralten Gräfinnen und ihr Diener, die Wiederkehr der Menianer und den letzten Atemzug Mottes mit allen Mitteln herbeiführen wollen. Doch wer wird am Ende den Kampf gewinnen und über das weitere Schicksal der Menschheit entscheiden? Die hochbetagten, in ein fantastisches Märchen versessenen Gräfinnen oder die jahrelang kampferprobte Bruderschaft und Motte mit seinen Freunden?

 

„Der letzte Engel – Der Ruf aus dem Eis“ ist die Fortsetzung und Abschluss der Dilogie um den letzten Engel. Der erste Band wurde schon vor drei Jahren veröffentlicht, weswegen man eine Weile benötigt, um wieder in das Geschehen zurückzufinden und alle Personen zuordnen zu können.

Der Autor Zoran Drvenkar behält den Stil bei, in jeweils kürzeren oder längeren Kapiteln die Sichtweise ganz unterschiedlicher Personen zu beschreiben. Zu Anfang mag dies verwirrend sein, doch später ist die Beschreibung aus unterschiedlichen Sichtweisen ein gelungenes Mittel, die Spannung bis ins Unendliche zu steigern. So konnte ich das Buch auf den letzten 100 Seiten nicht mehr aus der Hand nehmen.

Diese so verschiedenen Sichtweisen, die mich bei dem ersten Band noch mehr störten, sind somit bei diesem Band aus meiner Sicht gelungener. Faszinierend und äußerst bewundernswert ist, wie unermesslich groß die Fantasie Zoran Drvenkars ist – damit kommt nie Langeweile auf und durch die ausführlichen Beschreibungen entsteht ein farbenfrohes, facettenreiches und vielfältiges Bild im Kopf des Lesers. Hierbei wird die Sprache keinesfalls zu anspruchsvoll, jedoch würde ich den Roman erst ab 16 Jahren empfehlen, da die Protagonisten teils nicht vor blutrünstigen Taten zurückschrecken.

 

Alles in allem empfehlen ich „Der letzte Engel – der Ruf aus dem Eis“ Jugendlichen ab 16 Jahren, die Liebhaber und Kenner des Thrillers, des Historien- und Fantasyromans sind und vergebe dem im Vergleich zum ersten Band besseren zweiten Band 5 Sterne.


Miriam Thiel (18) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Fantasy, Spannung