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Der letzte Werwolf von Duncan, Glen, Junge Literatur, Fantasy, Fantasy

Der letzte Werwolf

Duncan, Glen

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Fischer

Empfohlen ab: 16 Jahre

ISBN: 9783100153517

Inhalt

Seit über 150 Jahren werden Werwölfe überall auf der Welt unerbittlich gejagt. Nun ist es soweit: es gibt nur noch einen einzigen – Jacob Marlowe. Marlowe, lebensmüde und gepeinigt von den Erinnerungen an seine Taten, will aufgeben. Doch ein brutaler Mord und eine außergewöhnliche Begegnung bringen ihn dazu, sich dem Kampf um sein Leben neu zu stellen.

Bewertung

Was machst du, wenn du der letzte deiner Art bist, und nur noch wenige Tage zu leben hast? Jake Marlowe ist ein Werwolf – nicht irgendeiner, sondern tatsächlich der letzte seiner Art. Seit er die Verwandlung durchgemacht hat, wurden Werwölfe überall auf der Welt gejagt und vernichtet. Die Organisation die dahinter steckt, die WOKOP, hat es sich zum Ziel gesetzt, nahezu jedes okkulte Phänomen aus dieser Welt zu verbannen. Und merkwürdigerweise überlebt seit vielen Jahrzehnten kein von einem Werwolf Gebissener mehr diesen Biss, als sei es ihnen vorherbestimmt, auszusterben. Der Anführer dieser "Jagdgesellschaft", wie sie sich nennt, Grainer, will Jake persönlich töten, denn dieser hatte einst seinen Vater umgebracht und gefressen. Und zum Entsetzen seines langjährigen Vertrauten Harley hat Jake nicht vor, sich in irgendeiner Weise dagegen zu wehren. Er ist lebensmüde, und hat genug von allem und jedem. Doch dann passiert alles Schlag auf Schlag: Harley wird brutal ermordet, Jake erfährt, dass Vampire hinter ihm her sind – und er begegnet auf dem Bahnhof einem weiblichen Werwolf, von dem die WOKOP keine Ahnung zu haben scheint. Zum ersten Mal seit fast 200 Jahren zeigt er wieder Gefühle ...
Man muss wirklich sagen, es handelt sich hierbei um ein außergewöhnliches Buch. Nicht nur, dass es äußerst spannend geschrieben ist und immer wieder neue, unerwartete Enthüllungen bereit hält ... es ist auch eine Werwolfgeschichte der ganz anderen Art. Es geht um den Wolf im Menschen, um die Macht und ein uraltes Geheimnis, es geht um Liebe und Verrat, und besonders um Sex. Instinkte und die ungebrochene wilde Natur, und das Wissen um das größte Vergnügen was es gibt: Zu töten was man liebt, macht dieses Buch zu einem Leseerlebnis der ganz anderen Art.
Jake Marlowe wird dem Leser nach und nach immer sympathischer, denn er ist nicht nur ein Werwolf, sondern in ihm scheint auch ein Philosoph verlorengegangen zu sein. Immer wieder kommt es zu witzigen, aber leider auch wahren philosophischen Gedankengängen, die er als Ich-Erzähler darlegt. Was passiert mit einem, wenn man länger lebt als alle anderen? Viele wünschen sich das vielleicht, aber hier merken sie, dass es vielleicht doch nicht ganz so erstrebenswert ist. Was ist verkehrt in dieser Welt? Immer wieder zwischendurch, und sei es nur durch kleine Zwischenbemerkungen oder Beschreibungen, geht der Autor auf eine äußerst scharfsinnige und subtile Weise auf die Spezies "Mensch" ein.
Wer jetzt denkt: Das ist nichts für mich, ich bin doch nicht zum Philosophieren hier, auch der hat sich getäuscht. Eine unglaublich fesselnde Geschichte, die zudem noch eine Fortsetzung verspricht, irgendwann, wer weiß, denn das Geheimnis der Herkunft der Werwölfe ist immer noch nicht geklärt.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, und vergebe dafür 5 Sterne.
Susanne Rothkranz :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Fantasy