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Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13 B von Toten, Teresa, Jugendbücher, Aus dem Leben, Liebe

Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13 B

Toten, Teresa

Übersetzung: Lecker, Ann

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: cbt

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783570163047

Inhalt

Als Adam das Mädchen Robyn trifft, weiß er nach einer Sekunde, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Ihre kohlschwarzen Wimpern und himmelblauen Augen hauen ihn einfach aus seinen farbabgestimmten Socken. Doch wie soll er je eine „normale“ Beziehung mit Robyn haben, wenn sein Leben alles andere als normal verläuft? Zum einen gibt es seine geschiedenen Eltern und den kleinen Halbbruder, der wie eine Klette an Adam klebt – zum anderen kämpft Adam mit dem Ungeheuer namens Zwangsneurose. Noch dazu bekommt seine Mutter seit kurzem Drohbriefe. Doch Adam will Robyns Batman sein – und gemeinsam können sie vielleicht alles Böse der Welt besiegen …

Bewertung

Adams Leben ist alles Andere als normal. Er lebt bei seiner Mutter, die alle möglichen Dinge sammelt, das Haus damit verwüstet und dies für normal hält. Sein Vater lebt mit einer anderen Frau zusammen, die mit ihrer Mutter aber gute Freundinnen sind. Sein Halbbruder kann nur noch ruhig gestellt werden, wenn er einen seiner Tobsuchtsanfälle hat, wenn Adam zu ihm kommt. Und das größte Problem: Adam selbst hat Zwangsstörungen. Er kann nicht mehr einfach über Türschwellen gehen ohne seine Rituale durchgeführt zu haben, er fängt an in allen möglichen Situationen Zahlenreihen in seinem Kopf durchzugehen, wobei er nur die ungeraden Zahlen nimmt, da die geraden Chaos verursachen, er muss ständig mit den Fingern irgendwo dagegen trommeln ...

Wie gesagt: Sein Leben ist alles andere als normal. Und nicht nur das. Er ist mit seinem Leben auch nicht unbedingt zufrieden. Denn er braucht professionelle Hilfe um mit all seinen Zwangsstörungen zurechtzukommen. Er bekommt nicht nur Einzeltherapie, sonder geht auch in eine Selbsthilfegruppe. Diese findet immer im Zimmer 13 B statt. Das Haus, in dem die Therapie stattfindet, hat einen Aufzug. Doch in Etage 13 hält dieser nicht an. Und auch das B ist eigentlich total verwirrend, da es kein Zimmer 13 A gibt.

Alle Jugendlichen haben in dieser Therapie Heldennamen, um zu lernen, dass sie alle stark genug sind, um ihre Zwänge zu bekämpfen. Adam hat aber eigentlich auch keine Lust an seinem Leben etwas zu ändern, denn es gibt keinen guten Grund, für den er endlich die Therapie ernst zu nehmen bräuchte um seine Zwänge loszuwerden. Denn er hat bis auf einen Freund keine sozialen Kontakte. Und dieser eine Freund hat keine Probleme mit seinen Zwangsstörungen.

Doch dann kommt ins Zimmer 13 B plötzlich ein neuer Teenager mit Zwangsstörungen. Robin. Robin Plummer. Adam ist hin und weg von ihr, als er sie zum ersten Mal sieht. Er weiß endlich, für was er seine Zwangsstörungen bekämpfen muss. Für was er daran arbeiten muss, sie endlich loszuwerden. Denn er will Robin helfen. Er möchte sie unterstützen ihre Zwangsstörungen zu bekämpfen. Doch dazu muss er sich zuerst selbst in den Griff bekommen. Durch starke Mitarbeit in der Therapie und der Selbsthilfegruppe schafft er es schließlich seine Zwänge zu minimieren.

Doch dann bekommt seine Mutter plötzlich auch noch Drohbriefe, in denen steht, was für eine schlechte Mutter sie ist, in der sie aufs Äußerste beschimpft wird und die bei Adam zu einem starken Rückfall führen. Wird er es dennoch wieder schaffen für Robin zu kämpfen? Wird seine Liebe wirklich stärker sein, als seine Zwangsstörungen?

 

Theresa Toten schreibt in „Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13 B“ über einen Jungen, dessen Leben eigentlich schon völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Doch für die Liebe versucht er dagegen anzukämpfen. Er versucht seine Zwänge wieder in den Griff zu bekommen, schreibt Listen, um sich über sein Leben klar zu werden, um selbst zu erfahren, was eigentlich los ist. Doch das Leben seiner Mutter wirft ihn wieder aus der Bahn, als er es fast geschafft hat.

Toten schreibt sehr real und das Buch ist daher sehr ergreifend und fesselnd. Es wird genau geschildert, wie Adam sein Leben mit den Zwängen zu meistern versucht. Aber auch wie er immer wieder unter ihnen zusammenbricht. Daher kann das Leben des Teenagers genau nachvollzogen werden.

Das Buch ist jedoch auch witzig, da die Heldennamen und die Termine in der Selbsthilfegruppe immer sehr witzig beschrieben sind. Zudem hat das Reality-Buch auch eine gewisse Spannung, da während des Lesens immer wieder gerätselt werden muss, wer der anonyme Versender der Drohbriefe ist. Dies löst sich am Ende jedoch ganz anders auf, als man zu denken wagt.

In dem Buch wird klar, was psychische Krankheiten mit Menschen machen können, und wie weit Adam für seine Mutter geht, damit ihre Probleme nicht zum Vorschein kommen.

Das Buch umfasst ca. 340 Seiten, die in 40 Kapitel unterteilt sind. Das Cover zeigt eine Stuhlreihe, auf der eine Person läuft. Im Hintergrund sind Herzen zu sehen, die sich von der grauen Wand sehr stark abheben. Auch der in rot gehaltene Titel sticht aus dem grauen Hintergrund sehr hervor.

 

Ich empfehle das Buch an alle Jugendlichen ab 15 Jahren, die gerne realistische Geschichten lesen und gebe 5 Sterne für ein wirklich sehr interessantes Buch, dessen Happyend nicht so aussieht, wie man es während des Buches erwartet.


Lisa Fehr (17) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Liebe