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Die Bücherdiebin von Zusak, Markus, Jugendbücher, Historie, Deutsche Geschichte

Die Bücherdiebin

Zusak, Markus

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2008

Verlag: cbj

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783570132746

Inhalt

1939, Nazideutschland. Der Tod hat viel zu tun und eine Schwäche für Liesel Meminger.
Am Grab ihres kleinen Bruders stiehlt Liesel ihr erstes Buch. Mit dem "Handbuch für Totengräber" lernt sie lesen und stiehlt fortan Bücher, überall, wo sie zu finden sind: aus dem Schnee, den Flammen der Nazis und der Bibliothek des Bürgermeisters. Eine tiefe Liebe zu Büchern und Worten ist geweckt, die sie auch nicht verlässt, als die Welt um sie herum in Schutt und Asche versinkt. Liesel sieht die Juden nach Dachau ziehen, sie erlebt die Bombennächte über München – und sie überlebt, weil der Tod sie in sein Herz geschlossen hat.

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Bewertung

Auf dem Weg zu ihren Pflegeeltern stirbt Liesels kleiner Bruder. Alles was ihr von ihm bleibt, sind Erinnerungen, Träume und ein Buch. Durch dieses Buch wird bei ihr eine innige Liebe zu Büchern und Worten geweckt. Wenn sie liest vergisst sie das ganze Elend des zweiten Weltkriegs um sich herum. Die Worte helfen ihr durch die schwersten Zeiten, sind wie ein Rettungsring, an dem sie sich festklammern kann. Und sogar vor dem Tod beschützen die Worte Liesel, denn dieser macht einen weiten Bogen um sie. Eine Geschichte von Büchern und von Worten, von Liebe und vom Tod ...
Das wundersame Wirken von Worten, die den Leser alles um sich herum vergessen lassen, alles Elend und allen Streit, wird durch Markus Zusaks "„Bücherdiebin“" Wirklichkeit. Das Buch hat einen sehr besonderen Sprachstil, den man mit Farben vergleichen könnte: So viele unterschiedliche Nuancen und farbliche Abstufungen und kein Satz gleicht einem anderen. Markus Zusak greift zwei Themen auf, die immer noch mit einem unangenehmen Gefühl, mit viel Schmerz und Erinnerungen verbunden sind: die Zeit des Zweiten Weltkriegs und den Tod. Letzterem versucht er den Schrecken zu nehmen, indem er ihn in der Ich-Form seine eigenen Geschichten erzählen lässt. Der Tod beschreibt, wie er die Seelen der Verstorbenen sanft und liebevoll in seinen Armen davonträgt, wie er den Menschen immer nah ist, immer allgegenwärtig und wie er dennoch nicht gefürchtet werden muss.
Das Buch ist unheimlich gefühlvoll und geht unter die Haut. In jedem einzelnen Satz steckt so viel Gefühl, dass der Leser wie benommen die Geschichte sehr intensiv wahrnimmt. Außerdem ist es traurig, jedoch nicht, weil es brutale oder skrupellose Szenerien beschreibt, sondern es ist traurig, weil es schön ist. Weil es schön ist, sich in den starken Armen dieser Geschichte geborgen zu fühlen und zu lesen, dass man keine Angst vor dem Tod haben muss, sondern dass er wie ein Freund eines jeden Menschen ist.
Das Buch hat mich sehr tief berührt und es spukt mir noch immer im Kopf herum. Während des gesamten letzten Teils des Buches habe ich geweint, und konnte es dennoch nicht aus der Hand legen, so sehr hat mich die Geschichte gefangen genommen. Es ist eines dieser Bücher, die man nie wieder vergisst und die immer in einem nachklingen werden. Auch als ich das Buch zur Seite gelegt hatte, konnte ich meine Gedanken nicht von der Geschichte lösen, und habe erst nach einem Tag gewagt ein neues Buch zur Hand zu nehmen, in der Befürchtung die Erinnerungen an diesem wunderschönen, wirklich einzigartigen Roman dadurch zu verdrängen. Ich vermag nicht zu sagen, ob dieses Buch für Kinder geeignet ist, jeder muss selber für sich entscheiden, ob er sich gewappnet und reif genug für die Geschichte fühlt. Dieses Buch mit dem „5-Sterne-Titel“ auszuzeichnen, wäre unehrlich und unwürdig, da es weit über diese Bewertung hinausgeht.
Julia Gurol (13 Jahre) - Kinder-Redaktion Buecherkinder.de



Als ich das Buch zuschlug, fühlte ich mich wie benommen. Ähnlich wie im Kino, wenn der Abspann nach einem bewegenden Film läuft. Man ist nahezu unfähig sich zu bewegen, wahrscheinlich weil man noch nicht bereit ist, die Geschichte, die in einem nachhallt, loszulassen.
Genau das waren meinem Empfindungen als ich "Die Bücherdiebin" nach einer durchlesenen Nacht zuklappte. Es war nicht nur die Geschichte der Liesel Meminger, der Bücherdiebin, die mich bewegt hatte, es war die Art und Weise, wie Markus Zusak die wohl vier wichtigsten Jahre ihres Lebens zwischen 1939 und 1943 beschrieben hat. Worte sind in dieser Geschichte von großer Bedeutung, Worte und Farben. Und tatsächlich malt Markus Zusak diese Geschichte. Mal knallt er uns kurze Sätze um die Ohren, ein anderes Mal beschreibt er den Augenblick des Todes in so vielen Nuancen, dass seine Sätze wie Gemälde vor dem Leser aufsteigen.
Der Tod selber wird zum Ich-Erzähler. Doch er ist nicht der unheimliche Sensenmann mit schwarzem Mantel – wie er selbst von sich sagt – nein, er trägt die Seelen leise davon. Freundlich und neugierig begleitet er Liesel in diesen vier Jahren. Allwissend wie er ist nimmt er den Leser mit in die Vergangenheit oder lässt die Tür zur Zukunft einen Spalt für uns auf. Und obwohl wir dadurch in Teilen wissen, wie die Geschichte ausgehen wird, nimmt er trotzdem nie zuviel vorweg.
Ich werde wohl einige Tage ohne Buch auskommen müssen, zu sehr hallt diese wunderschön geschriebene Geschichte in mir nach und ließe so jedem anderen Buch keine Chance.
Stefanie Leo - Redaktion Buecherkinder.de



Ich hatte am Anfang Schwierigkeiten mit dem Gedanken, dass der Tod die Geschichte erzählt und dabei so locker über sich selbst und über das Geschehene berichtet. Aber genau dies macht im Nachhinein etwas Besonderes aus. Auch an den Schreibstil, der nicht - wie in anderen Büchern - jeden Sachverhalt und jeden Menschen genau beschreibt, sondern immer nur kurze Episoden, einen Charakterzug oder einen Blick in die Zukunft gewährt, musste ich mich erst gewöhnen.
Nach dem Ende des Buches hat sich jedoch alles zu einer Geschichte zusammengefügt und alle Menschen der Himmelstrasse und darüberhinaus, sind mir sehr ans Herz gewachsen. Aber ich muss auch zugeben, dass ich während der letzten 30 Seiten nur geweint habe und obwohl vorher schon alles auf dieses Ende hingewiesen hat, ich doch sehr überwältigt war von den Geschehnissen, die man eigentlich schon hundertmal in anderen Geschichten ähnlich über diesen Krieg gelesen hat.
Ob dieses Buch für Jugendliche geeignet ist, mag ich nicht beurteilen. Das kommt sicher auf den Charakter des jeweiligen Jugendlichen an. Aber für mich ist es eines jener Bücher, die lange nachwirken und trotz des Schreckens, dass es beschreibt, doch viele glückliche Gefühle hinterlässt.
Jutta Koßmann-Dhur für Buecherkinder.de

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