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Die Bücherdiebin von Zusak, Markus, Jugendbücher, Historie, Deutsche Geschichte

Die Bücherdiebin

Die Romanvorlage zum Kinofilm

Zusak, Markus

Übersetzung: Ernst, Alexandra

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: cbj

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783570158029

Inhalt

Am Grab ihres Bruders stiehlt Liesel ihr erstes Buch. Mit dem »Handbuch für Totengräber« ist eine tiefe Liebe zu Büchern und Worten geweckt, die sie auch dann nicht verlässt, als ihre Welt in Schutt und Asche versinkt. Liesel sieht die Juden nach Dachau ziehen, sie erlebt die Bombennächte über München – und sie überlebt: weil der Tod sie in sein Herz geschlossen hat.
Die cbj Sonderausgabe zum Film enthält zahlreiche Filmfotos in Farbe.

Bewertung

Als die neunjährige Liesel Memminger zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder auf dem Weg zu der neuen Pflegefamilie der Kinder ist, welche ihnen eine Ausbildung und überlebenswichtige Nahrung bieten kann, stirbt der sechsjährige Bruder Liesels im Zug nach München an einem Hustenanfall. Doch in einer Zeit des Nationalsozialismus bleibt keine Zeit für ewige Beerdigungszeremonien. Die nun nur noch zweiköpfige Familie beerdigt auf kürzestem Weg ihren Sohn und Bruder. An dieser Stelle startet die Karriere der Bücherdiebin. Denn Liesel klaut am Grab ihres Bruders ihr erstes Buch, welches der Auszubildende Totengräber verloren hat. Als sie dann bei ihren Pflegeeltern ankommt und ihre Mutter sie verlässt ist das schon ihr dritter Verlust. Denn auch ihr Vater verstarb früh, schon bevor sie ihn kennenlernen konnte. Bei den Hubermanns lebt sich Liesel langsam aber sicher ein, lernt ihren besten Freund Rudy kennen und klaut schon bald ihr nächstes Buch. Denn als am 20. April 1940 ein Freudenfeuer zu Ehren des Geburtstages des Führers entzündet wird, welches aus Büchern kommunistischer und jüdischer Schriftsteller besteht, greift die Bücherdiebin wieder zu und klaut ihr zweites Buch. Ihr Pflegevater, zu dem sie ein sehr gutes Verhältnis hat, bringt ihr schließlich das Lesen und Schreiben bei, bevor schwere Zeiten in das Hause Hubermann kommen. Denn nicht nur Rosa Hubermann verliert einen Wäschekunden nach dem anderen, auch ihr Ehemann Hans findet keine Arbeit mehr, da er nicht in der Partei ist und als Judenfreund bekannt ist. Und niemand möchte in dieser Zeit einen solchen beschäftigen. Doch es kommt noch schlimmer: Denn plötzlich taucht Max Vandenburg, der Sohn eines ehemaligen jüdischen Kameraden von Hans bei den Hubermanns auf. Und Liesels Pflegeeltern können ihm den Unterschlupf keinesfalls verwehren. Denn ohne den Vater von Max wäre Hans dem ersten Weltkrieg erlegen. Doch Max stellt eine große Gefahr für die Familie dar. Und dann beginnt auch noch der Zweite Weltkrieg. Doch dies ist kein Grund für die Bücherdiebin ihr „Hobby“ aufzugeben. Auch wenn sie nach und nach eine ihrer nächsten Personen nach der anderen verliert.
Markus Zusak schreibt in „Die Bücherdiebin“ aus der Sicht des Todes über das Leben eines jungen Mädchens im dritten Reich, die ihre Schwäche für Bücher entdeckt. Der Tod stellt sich als Mensch vor, der jedoch nicht sterben kann und der vom Krieg dirigiert wird. Er gibt immer wieder einen Einblick in die Zukunft der Menschen, schildert dann wieder Liesels Alltag, der in Schutt und Asche versinkt, in einer Zeit, die zuerst von Nationalsozialismus und dann vom Krieg geprägt ist und damit von Tod, Armut und Angst.
Auf knapp 600 Seiten schreibt Zusak lebensnah, natürlich aber auch witzig und erschütternd über das Leben des Mädchens, dessen Welt langsam aber sicher in sich zusammenfällt. Der historische Roman ist in neun Teile aufgespalten, in denen Liesel jeweils ein Buch stiehlt. Das Cover zeigt das Mädchen mit einem Buch in der Hand vor einem Bücherhaufen, der gerade verbrannt wird. Es stellt vermutlich ihren zweiten Diebstahl dar. Die Bücherdiebin bekommt von mir 5 Sterne für ein wirklich klasse Buch mit vielen lebensnahen Eindrücken der Zeit von zwischen 1939 und 1945.
Lisa Fehr (16) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Deutsche Geschichte