Bilderbücher  >  Zum Vorlesen
Die Geschichte von Nathan dem Weisen von Bolliger, Max, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Ferne Länder, Klassiker

Die Geschichte von Nathan dem Weisen

Die Ringparabel neu erzählt

Bolliger, Max / Ferri, Giuliano

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2017

Verlag: Herder

Empfohlen ab: 4 Jahre

ISBN: 9783451713972

Inhalt

Ein Vater, der seine drei Söhne gleichermaßen liebt, hat nur einen einzigen Ring zu vererben. So lässt er zwei Kopien anfertigen, sodass jeder der Söhne in dem Glauben lebt, er habe den echten. In Anlehnung an das Decamerone von Boccaccio erzählt Max Bolliger die Ringparabel, die Nathan, der Weise bei seiner Begegnung mit dem Sultan als Antwort auf die Frage nach der wahren Religion zitiert. Diese Geschichte vermittelt im Streit der Religionen seit Jahrhunderten die Einsicht: Nicht in Gewalt, sondern im friedlichen Miteinander zeigt sich die Wahrheit.

Bewertung

Als Saladin, der verschwenderische Sultan von Babylon eines Tages kein Geld mehr hat, lädt er Nathan zu sich ein, von dem er weiß, dass er ein reicher und weiser Mann und frommer Jude ist. Saladin überlegt sich, ob er Nathan mit Gewalt zwingen soll, ihm sein Geld zu geben, doch er entscheidet sich dazu, ihm eine hinterlistige Frage zu stellen.

Da in dem Land, in dem die beiden leben, drei Religionen miteinander verfeindet sind, stellt Saladin Nathan die Frage, welche der Religionen er für die richtige hält. Doch Nathan als weiser Mann bemerkt, dass der Sultan ihn hintergehen möchte und antwortet ihm deshalb nicht. Anstelle dessen beginnt er Saladin eine Geschichte zu erzählen: Vor langer Zeit lebte einst ein Mann. Er hatte drei Söhne. Dem Sohn, der ihm am wichtigsten war, sollte er einen Ring vererben, der nicht nur sehr wertvoll war, sondern dem, der ihn trägt, auch die Gabe verleiht, seinen Nächsten, wie sich selbst zu lieben. Doch der Vater wusste nicht, welchem der Söhne er den Ring vererben sollte, denn er liebte alle drei Kinder gleichermaßen. So versprach er einem nach dem anderen den Ring. Er beauftragte einen Goldschmied, zwei weitere Ringe anzufertigen, die dem Original ganz und gar gleich waren. Kurz bevor der Vater starb, gab er jedem der Söhne einen Ring. Doch schon bald bemerkten die Brüder, dass auch die beiden anderen einen Ring besaßen. Sie begannen zu streiten, wer von ihnen nun der rechtmäßige Erbe sei. Doch schon bald merkten die drei, dass es nichts bringt weiter zu streiten. Und so begannen sie alle ihren Nächsten zu lieben, wie sich selbst, jeder fest im Glauben, der rechtmäßige Erbe zu sein.

 

Max Bollinger schreibt in „Die Geschichte von Nathan dem Weisen – Die Ringparabel neu erzählt“ über einen Sultan, der durch die Ringparabel lernt richtig zu Handeln. So ist auch die Botschaft des Buches: Wir sollen lernen, dass es nicht darum geht, wer mehr oder weniger Wert ist, sondern dass alle Menschen gleich viel Wert sind. Guiliano Ferri gestaltet die Geschichte mit großen und ausdrucksstarken Bildern, die über das ganze Buch gemalt sind und sich auch im Hintergrund des Textes befinden. Die Geschichte ist relativ kurz und einfach dargestellt, sodass sie sich schon für Kinder ab 5 Jahren eignet. Ich vergebe 5 Sterne für ein Buch gegen Rassismus und für den Frieden.

 

Lisa Fehr :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Ferne Länder, Klassiker