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Die Hexe, die sich im Dunkeln fürchtete von Spengler, Constanze, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Anders sein

Die Hexe, die sich im Dunkeln fürchtete

Spengler, Constanze

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Hinstorff

Empfohlen ab: 4 Jahre

ISBN: 9783356015560

Inhalt

Eine kleine Hexe, eine freundliche Hexe, eine weise Hexe. Die einen Wirbelsturm heraufbeschwören konnte, ohne vorher zu frühstücken! Und die nie Angst hatte, den Bus zu verpassen. Die sich nicht fürchtete, ihr Haus könne doch einmal zur Seite kippen. Die sich vor Spinnen nicht ekelte, vor Schlangen nicht und nicht vor Gespenstern. Die Vulkanausbrüche kalt ließen, die Helligkeit liebte und die selbst mit dem nervigen Spiegel an der Wand geduldig redete. Eine perfekte Hexe!? Nun, nicht ganz. Denn je mehr das Licht des Tages der Dämmerung wich, desto deutlicher spürte sie doch ... eine Angst – nämlich die vor der Dunkelheit.

Bewertung

Die Hexe, die in dem schiefen Haus am Fuß der Schwarzen Berge wohnte, hatte vor beinahe nichts Angst. Außer vor der Dunkelheit, weswegen sie nachts auch nie ihr Haus verließ. Nicht einmal in der Walpurgisnacht, in der alle Hexen zusammen auf dem Blocksberg feiern. Weil ihr Zauberspiegel sie deswegen auslacht und sie selbst auch keine Lust mehr hat, sich pünktlich zur Walpurgisnacht einen Ausredeschnupfen anzuhexen, will sie endlich etwas gegen die Dunkelheit tun. Wozu ist sie schließlich eine Hexe?!
Constanze Spenglers hinreißende und sehr phantasievolle Hexengeschichte erzählt davon, wie die Hexe alle Zutaten für den Zauber gegen die Angst vor der Dunkelheit zusammensammelt, ohne dass sie dabei bemerkt, dass die Beschaffung jeder einzelnen Zutat an sich schon enorm viel Mut verlangt: Sie muss eine Nachtblume aus den Schwefelsümpfen holen, auf dem Dachboden nach einer Fledermaus gucken, den Bart eines Gespensts beschaffen, einen Kiesel vom Mondgestein und das Herz einer Kröte. Die Kröte findet sie schon ganz am Anfang und nimmt sie zu all ihren übrigen Besorgungen mit. Dass sie sprechen kann, erfahren Hexe und Leser aber erst, als es daran geht, das Krötenherz zu den Zutaten zu geben. Die Kröte möchte nicht getötet werden, und schon gar nicht für einen vollkommen unnötigen Zaubertrank, und so sagt sie der Hexe, warum diese doch auch ohne Trank schon unglaublich mutig ist: Sie ist auf den Grund des Schwarzen Sees getaucht, hat sich nachts bei einem Gespenst aufgehalten (dem der Bart leider schon abhanden gekommen war), musste eine andere Hexe in einem düsteren Haus aufsuchen (um den Bart des Gespensts doch noch zu bekommen) und hat dabei schon mehrfach bewiesen, dass sie verschiedenen Arten von Dunkelheit beherzt begegnen kann. Klar, dass die Hexe die Kröte verschont, denn sie hatte sie ohnehin schon lieb gewonnen.
"Die Hexe, die sich im Dunkeln fürchtete" ist eine sehr spannende und auch weise Geschichte, die dem Leser zeigt, dass man vieles aus eigener Kraft erreichen kann und dass es keiner Zauberei bedarf, um sich aus einer misslichen Lage zu befreien. Die Botschaft kommt versteckt genug daher, dass man sich nicht übermäßig belehrt fühlt und die Geschichte als solche genießen kann. Die doppelseitigen Illustrationen in Aquarell arbeiten stark mit Hell-Dunkel-Kontrasten, manche Seiten sind herrlich gruselig-düster, andere in hellen, warmen Farben gehalten. Damit wird das, was die Hexe am stärksten bewegt, auch in den Bildern eingefangen. Kinder schließen sie gleich ins Herz, weil sie eine liebe Hexe ist, und sich ihre Ängste gut nachempfinden lassen. Auch die Kröte mag man gleich gern, besonders, wenn sie regenwurmverspeisend mit am Tisch der Hexe sitzt.
Moritz (6) und Lisa (4) wollen das Buch auf jeden Fall wieder vorgelesen bekommen und vergeben beide 5 Sterne, denen ich mich als Mama gerne anschließe. Maren Bonacker mit Moritz und Lisa :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Anders sein