Jugendbücher  >  Aus dem Leben
Die Liga der Guten von Bertram, Rüdiger, Jugendbücher, Aus dem Leben, Problemthemen

Die Liga der Guten

Bertram, Rüdiger

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Rowohlt

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783499215063

Inhalt

Jan, Mats und Andy sind Freunde. Sie hängen immer zusammen ab, weil sie die Kleinsten in der Jahrgangsstufe sind und niemand sonst mit ihnen befreundet sein will. Bis zu jenem Tag, bis zu jener Ohrfeige, die Jan nicht mehr klaglos hinnimmt. Er hält in der Schule eine flammende Rede gegen Ungerechtigkeit und für mehr Anstand und Ethik. Er gründet DIE LIGA DER GUTEN. Ab sofort werden keine Kompromisse mehr gemacht. Wer dazugehören will, muss sich konsequent für das Gute entscheiden und entsprechend handeln.
Seine Idee begeistert viele Jugendliche, alle wollen zu den Guten gehören. Immer mehr Anhänger scharen sich um Jan, der von zu Hause ausgezogen ist und mit seinen Freunden auf einer alten Fabrikbrache lebt.Doch wer bestimmt, was gut und was böse ist? Für Jan wird es immer schwieriger, die ständig wachsende Gruppe zu kontrollieren. Eine Katastrophe bahnt sich an ...

Bewertung

Jan, Mats und Andy haben nichts falsch gemacht. Doch die „Coolen“ ihrer Schule betrachten allein ihre Existenz als den größten Fehler, den sie machen konnten. Aber als Jan einfach ohne Grund eine Ohrfeige kassiert, ist für ihn Schluss. Er findet, Gut und Böse sind zu flexibel definiert, weshalb er die Organisation „Die Liga der Guten“ gründet. Dort wird nur noch das akzeptiert, was moralisch korrekt ist. Doch es stellt sich die Frage, wie weit man gehen darf, um das Gute durchzusetzen. Und wer überhaupt definiert, was gut und was böse ist.
Auch, wenn ich die Story an sich etwas unrealistisch finde, gefällt mir das Thema, welchem sich das Buch widmet, wirklich sehr, sehr gut. Ich finde es sehr interessant und auch wichtig, sich mit der Frage „Was ist gut und was ist böse?“ in einem Jugendbuch zu beschäftigen, da die Antwort wirklich sehr knifflig ist.
Die Story allein hätte mich vermutlich nicht so begeistern können, wäre es nicht ebendieses Thema gewesen. Es ist nur interessant, wenn man sich dazu noch damit auseinandersetzen will, doch wer ein Buch ohne Anspruch, einfach so nebenbei sucht, ist bei „Die Liga der Guten“ falsch.
Schriftgröße und Schreibstil sind angenehm zu lesen und einfach zu verstehen, denn es gibt kaum Schachtelsätze. Im Buch sind weder Bilder noch Vignetten enthalten, doch da es ein sehr ernstes Thema ist, hat es so, eher schlicht und einfach, viel besser gepasst.
Die Geschichte ist aus Mats Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben, was einen dem Geschehen nah wirken lässt, was ich gut finde, denn so kann man Mats Ansichten und Gedanken mit dem vergleichen, das man darüber denkt. Das Cover zeigt einen Jungen in Kapuzenshirt. Man kann ihn nicht genau erkennen, da sein Gesicht etwas im Schatten liegt. Er steht vor einer mit Graffiti besprühten Wand. Ich finde, es passt zwar zum Buch, würde mich aber nicht unbedingt zum Kauf des Buches animieren.
Ich vergebe 3 Sterne für ein Buch, mit einem etwas ungewöhnlicheren Thema, welches vermutlich dafür gedacht ist, zum Nachdenken anzuregen, und für Jungen wie Mädchen ab ca. 12 Jahren zu empfehlen ist.
Emma Keufen (13) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Problemthemen