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Die Poison Diaries von Wood, Maryrose, Jugendbücher, Liebe, Liebe

Die Poison Diaries

Band 1

Wood, Maryrose

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2011

Verlag: Fischer FJB

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783841421241

Inhalt

Um 1800: Jessamine lebt mit ihrem Vater in einer verlassenen Kapelle im Norden Englands. Sie führen ein stilles, von Jahreszeiten geprägtes Leben. Jessamines Vater ist Botaniker, seine Leidenschaft sind Heil- und Giftpflanzen. In einem verborgenen Giftgarten züchtet er mächtige tödliche Gewächse, sorgsam darauf bedacht, seine Tochter von der Gefahr fernzuhalten. Als eines Tages Weed auftaucht, ein rätselhafter Fremder mit absinthgrünen Augen, verfällt Jessmine ihm sofort. Doch kaum haben die beiden zueinander gefunden, wird das Mädchen sterbenskrank. Was ist Weeds dunkles Geheimnis? Ist er ihre Rettung oder bringt er den Tod?

Bewertung

Eines Tages bringt ein aufgewühlter Mann den Waisenjungen Weed zum Haus von Jessamine und ihrem Vater. Der Junge solle über ungewöhnliche Heilkräfte verfügen. Als Jessamine Weed zum ersten Mal sieht, ist sie sofort hin und weg von ihm. "Mein Atem verfängt sich in meiner Brust. Noch nie in meinem Leben habe ich so schöne Augen gesehen – wie Zwillingsjuwelen. Kein Ungeheuer verfügt über eine derartige Schönheit."
In der Grafschaft Northumberland Ende des 18. Jahrhunderts nimmt alles seinen Anfang. Dort wächst Jessamine wohlbehütet, aber einsam auf. Ihr Vater ist oft unterwegs, weil er Patienten mit selbst angebauten Heilpflanzen behandelt. Jessamines Mutter ist gestorben, als das Mädchen noch klein war. So verbringt die 16-Jährige oft den Tag damit, sich um die ungefährlichen Heilpflanzen des Vaters zu kümmern, kocht und führt den Haushalt. Nur den Garten, in dem die gefährlichen Heilpflanzen wachsen, darf Jessamine nicht betreten.
Unerwartet besucht der Besitzer einer Nervenanstalt die kleine Familie Luxton. Auf dem Rücken trägt er den Jungen, eingewickelt in einem Bündel, halb verhungert und ängstlich. Der Mann, Tobias Pratt, drängt Jessamine und ihrem Vater den Jungen auf. Dieser solle die Leute in Pratts Nervenanstalt geheilt, aber alle Bewohner des nahe gelegenen Dorfes vergiftet haben. Widerwillig nimmt Thomas Luxton den Jungen Weed auf. Dieser verzieht sich sofort in den Keller des Hauses, das eine ehemalige Kapelle ist, nimmt nur wenig Essen zu sich und schweigt beharrlich darüber, warum er so viel über Pflanzen weiß. Langsam schafft Jessamine es, Weed aufzutauen, bald schon gehen sie auf den Wiesen spazieren und reden über Pflanzen und die Welt. Bei einem Spaziergang nähern sich die zwei dem verbotenen Garten, in dem die giftigsten Heilpflanzen blühen. Doch als der Garten in Reichweite ist, krümmt sich Weed und hält sich die Ohren mit vor Schmerz verzerrtem Gesicht zu. Welches Geheimnis verbirgt er?

Weed, dessen Name übersetzt "Unkraut" bedeutet, ist ein in sich gekehrter Junge, der durch seine Lebensumstände zu einem bitteren und unverständlichen Jungen geworden ist. Als Kind wurde er vor einem Kloster ausgesetzt und ein Bier liebender Mönch kümmerte sich um ihn. Danach kam Weed zu der Nervenanstalt, wo er die Sklavenarbeiten erledigte und den wundersamen Tee zubereitete. Seine Zurückgezogenheit wurde dadurch gefördert, dass er keinem sein außergewöhnliches Geheimnis anvertrauen konnte.
Die Poison Diaries – eine wahrhaftig düstere Liebesgeschichte. Obwohl der erste Band der Trilogie mit 266 Seiten relativ dünn für einen Fantasyroman ist, beeindruckt er dennoch durch seine düstere und hoffnungslose Geschichte, die doch zunächst einen guten Lauf nimmt. Doch es verleiht dem Buch die gewisse Außergewöhnlichkeit, weil es einen unerwarteten Lauf nimmt. Obwohl die Handlung sich zu Anfang etwas zieht, fesselt sie spätestens bei der Krankheit von Jessamine. Das Buch, das sehr leicht zu lesen war, habe ich in einem Zug ausgelesen. Ich kann es kaum erwarten, bis der zweite Band herauskommt, um herauszufinden, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.
"Die Poison Diaries" – für alle Mystery-Fans ab 14 Jahren zu empfehlen. Dieser außergewöhnliche Auftakt der Trilogie hat 5 Sterne redlich verdient.
Miriam Thiel (14 Jahre) - Jugend-Redaktion Buecherkinder.de



Jessamine, ein Mädchen, dass nicht viel von der Welt kennt, außer ihren Vater und das Gemäuer in dem sie wohnen, führt ein Tagebuch: The Poison Diaries. Jeden Tag schreibt sie, wie sie auf die Bella Donna Samen aufpasst und was in ihrem Leben sonst geschieht. Ihr Vater ist so etwas wie ein Hexer. Jede Pflanze kennt er und weiß auch, wie er sie einsetzen muss, um Menschen zu heilen. Manchmal ist er tagelang unterwegs und lässt Jessamine allein, dann ist sie neugierig, will mehr wissen über die Arbeit ihres Vaters oder den "verbotenen Garten".
Eines Tages ändert sich alles. Weed tritt in das Leben des Vaters und somit lernt auch Jessemine ihn kennen. Weed ist still, unheimlich und geheimnisvoll. Er scheint alles das zu sein, was Jessamine nicht ist und scheint alles zu verkörpern, was sie sehen und erleben möchte. Doch warum kennt der junge Mann sich so gut mit den Pflanzen aus, sogar besser als ihr Vater? Warum hat er Angst vor dem Giftgarten und all seinen giftigen Pflanzen? Er hütet ein dunkles Geheimnis und als Jessimne sehr krank wird, stellt sich die Frage: Kann er sie retten oder wird Weed dem Poison Prinz die Tür öffnen?

Der Hintergrund der Geschichte ist vielversprechend. Giftige Pflanzen, die in der Zeit um 1700-1800 noch gänzlich unerforscht sind und eigentlich liebenswerte Charaktere treffen aufeinander. Schade nur, dass Jessamine ein eher "dummer" Charakter ist. Ohne viele Fragen glaubt sie Weed blind alles, was er sagt und macht. Und auch ihrem Vater gegenüber ist sie nie misstrauisch. Alles scheint nur Gut oder Böse für sie zu sein. Die komische Einstellung mancher Figuren wird noch dadurch unterstrichen, dass die Sätze sehr kurz sind und manchmal gar keinen Sinn transportieren. Gelangweilt las ich über einige Sätze hinweg und dachte fröhlich an etwas ganz anderes.
Alle anderen dunklen Geheimnisse werden nur sehr kurz angerissen, sodass sich keine Spannung aufbaut. Ob die Geheimnisse nun gelüftet werden oder nicht, dass war mir ziemlich egal. Auch das Tagebuch leitet den Leser eher in eine Sackgasse, denn es taucht nur immer sehr kurz auf und hat keinen richtigen Sinn.
Letztlich habe ich es zu Ende gelesen, um zu wissen, was vielleicht im nächsten Band passieren soll. Einige interessante Passagen gab es dann doch noch im letzten Drittel des Buches. Gespräche zwischen der im Delirium liegenden Jessamine, Weed und dem Bösen, sind gut geschrieben und haben einen moralischen, aber auch guten Inhalt preiszugeben. Schade, dass diese Momente so selten sind, denn schon von außen ist das Buch eine Augenweide.
Empfehlenswert ist es für jemanden, der keine bestimmte Vorstellung von diesem Buch hat und vielleicht noch kein anderes Buch über giftige Pflanzen und diese Zeit gelesen hat. Allen anderen würde ich prinzipiell davon abraten dieses Buch zur Hand zu nehmen. Ich vergebe 2 Sterne.
Franziska Huhnke für Buecherkinder.de

Themen: Liebe