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Die Unschuldigen von Seidel, Jürgen, Jugendbücher, Historie, Deutsche Geschichte

Die Unschuldigen

Seidel, Jürgen

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: cbj

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783570401378

Inhalt

Aachen, November 1944: Die Partisanengruppe »Werwolf« soll den von den Aliierten eingesetzen Oberbürgermeister Franz Corneli ermorden. Zu dem SS-Mordkommando gehört auch die 19-jährige Heidrun. Als sie Cornelis Haus auskundschaftet, bekommt sie Gewissensbisse – erst recht, als sie den anziehenden Manfred kennenlernt. Ohne zu ahnen, dass er Cornelis Sohn ist, beschließt sie, sich von den Partisanen loszusagen. Doch die »Werwölfe« spüren Heidrun auf, und sie verrät ihnen Cornelis Adresse – sein Todesurteil. Heidrun wird mit dieser Schuld kaum fertig, Zugleich fühlt sie sich immer stärker zu Manfred hingezogen – bis sie erfährt, wessen Sohn er ist ...

Bewertung

Jürgen Seidels Roman "Die Unschuldigen" spielt während des zweiten Weltkriegs in Aachen. Er wird aus zwei verschiedenen Sichten erzählt, die zu Beginn nichts gemein haben, bis das Schicksal sie zusammenführt. Da wäre die zunächst überzeugte Nazionalsozialistin Heidrun und der, den Allierten zugewandte, Bürgermeistersohn Manfred. Heidrun ist Teil des Sonderkommandos: "Mission Karneval". Dieses Kommando soll den Bürgermeister von Aachen ermorden, da er als Gefahr für die Nazioinalsozialisten gesehen wird und mit den Amerikanern kooperiert. Für Heidrun ist es nur "der Feind", ein Mann von dem sie weder, Namen, Aussehen, Charakter noch Geschichtr kennt, doch er ist gefährlich so viel weiß sie.
Kurz nach Beginn der Mission, verliert Heidrun ihre Gruppe und muss sich allein im verwüsteteten Aachen durchschlagen. Sie wird von vielen freundlichen Menschen in Empfang genommen ohne ihre wahre Identität Preis zu geben und erfährt von deren Eindrücken des Kriegs. Alle samt sind sie gegen die Nazionalsozialisten und in Heidrun werden erste Zweifel geweckt. Als sie nun Manfred kennenlernt und sich Hals über Kopf in ihn verliebt, ohne zu wissen wer er wirklich ist, beschließt sie unterzutauchen und nie wieder zu ihrer Gruppe zurück zu kehren. Doch deren Spürsinn setzt ihr einen Strich unter die Rechnung.
Jürgen Seidel schafft es, die Gedanken der verschiedenen Gruppen, die es während des Kriegs gab, überzeugend und realistisch in die Geschichte einfließen zu lassen. Besonders Heidruns Erzählweise ist sehr gelungen, da ich nun erstmals ein wenig verstehen kann, wie die Menschen dazu gebracht werden konnten, solch grausame Dinge zu verrichten, wie sie hier in Deutschland geschahen. Ich kann ihre Gedanken nachvollziehen und verstehen, wie sie ihr eingebläut wurden und warum sie so denkt und eben auch handelt. Natürlich wissen wir alle das es falsch war, das zu tun und ihre Gedanken können einen wahnsinnig machen, man möchte sie an der Schulter packen und sagen: „Stopp, das stimmt nicht, wie kannst du so denken, hör nicht auf die!“. Doch sie ist eben noch ein junges Mädchen, das glaubt, was man ihr sagt, und das sich euphorisch für etwas begeistert. Genauso geht sie mit offenen Augen durch die Welt und spürt das etwas nicht stimmt. Manfred hingegen ist das völlige Gegenteil, auch seine Sicht ist gut erklärt und für uns sowieso leichter zu verstehen.Dennoch ist das Buch an einigen Stellen sehr langatmig und nicht so fesselnd wie gedacht. Es hat einige Durchhänger, dann wird es wieder spannend, aber zwischendurch ist es oft sehr zäh. Vor einigen Tagen stand in einer Zeitung "ein Buch muss auf JEDER Seite gut sein" und das kann ich von diesem leider nicht behaupten. Ich hatte mich sehr darauf gefreut es zu lesen, da ich die Hintergründe und die Zeit sehr spannend finde und das war auch was mir an diesem Buch gefiel, trotzdem musste ich mich immer wieder eher "durchkämpfen" und hätte es gern zur Seite gelegt. Es ist kein Buch, das man ohne weiteres verschlingt, doch wen die Zeit und ihre Hintergründe interessieren, dem kann ich es empfehlen.
Ich denke, es hätte um einiges spannender sein können, da die Geschichte wirklich gut ist doch oft fehlten die Beschreibungen und es wurde zu schnell zur nächsten Handlung übergegangen, so als müsste alles noch untergebracht werden. Vieles findet auf der Flucht statt, was wirklich interessant und spannend sein kann, doch was fehlte waren die Gefühle, die Angst, das hätte es um einiges lebendiger gemacht. Kurz bevor ich "Die Unschuldigen" las, hatte ich ein anderes Buch regelrecht verschlungen und dieses Buch spielte, wie "Die Unschuldigen" häufig während einer Flucht und enthält eigentlich weniger Handlung, trotzdem war es spannender.
Ich gebe 3 Sterne für diesen Roman, denn die Handlung ist wirklich interessant und Heidruns Sicht und Gedanken sind grandios erzählt. Ich hätte mir mehr Spannung gewünscht, trotzdem ist es alles in allem ein gutes Buch und eben wie immer eine Geschackssache.
Elisa Lehmann (14) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Deutsche Geschichte