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Die hohe Kunst, unterm Radar zu bleiben

Nielsen, Susin

Übersetzung: Max, Claudia

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: cbt

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783570310342

Inhalt

In der neuen Schule, in der fremden Stadt, bei den neuen Nachbarn heißt Henrys (13) Devise: bloß nicht auffallen. Denn wehe, es kommt raus, was sein Bruder getan hat. Weil Henry, seit ES passiert ist, nur noch Robotersprache spricht, hockt er viel beim Seelendoc. Seine Gefühle jedoch, und nicht nur die, frisst er weiter in sich hinein. Als er Alberta trifft, die zwar auch nicht normal, aber ziemlich toll ist, fragt er sich, ob da mehr daraus werden könnte. Und ob das bedeutet, dass es für ihn tatsächlich ein Leben DANACH gibt.

Bewertung

Henry hat es nicht leicht im Leben: Er ist 13 Jahre alt, hat feuerrote Haare, ist recht klein für sein Alter und muss seine Klamotten in Sondergrößen kaufen, was nur ein Euphemismus für Fetti-Kleidung ist. Er lebt alleine mit seinem Vater in einer zweieinhalb Zimmer-Wohnung und isst jeden Abend Pizza oder Hühnchen von KFC. Dennoch könnte er eigentlich ein recht normales Leben führen, wäre da nicht die Sache mit seinem Bruder. Der hat nämlich etwas angestellt, weswegen die Familie jetzt entzweit ist und Henry regelmäßig zum Psychiater gehen muss. Deshalb lautet Henrys Devise: Immer schön unterm Radar bleiben, damit niemand Wind von der Geschichte mit seinem Bruder kriegt. Doch allen Vorsätzen zum Trotz begegnet Henry ein paar Menschen, die auch etwas anders sind, und denen er sich nach und nach öffnet – allen voran Alberta …

 

Wenn man sich das Cover des Buches anschaut, bekommt man den Eindruck, es handle sich um einen Superhelden-Roman. Falsch gedacht! Es geht um etwas vollkommen anderes. Das Cover ist auch das Einzige am ganzen Buch, bei dem ich was verbessern würde.

Der Anfang ist sehr lustig gestaltet, ich habe dadurch sofort einen positiven Eindruck vom Buch erhalten. Doch der Stil ändert sich in fließenden Übergängen das ganze Buch hindurch. Von lustig zu spannend zu dramatisch zu traurig zu actionreich und dann wieder lustig… Diese Übergänge geschehen allerdings passend zur Handlung, da sich in diesem 255 Seiten langen Meisterwerk die komplette Wahrheit über Henry und seine Familie erst nach und nach offenbart.

Der Ich-Erzähler Henry lässt einen sehr anschaulich und amüsant an seinem Leben teilhaben. Das liegt auch daran, dass er in ein Tagebuch schreibt, das er von seinem Psychologen Cecil erhalten hat. Dieses Stilmittel wurde von Schriftstellern schon oft verwendet, aber selten so gut umgesetzt. Und trotz aller traurigen und dramatischen Ereignisse nimmt die Geschichte ein Happy End.

 

Ich gebe voll verdiente fünf (5!) Sterne und empfehle dieses großartige Buch für eigentlich alle Leser ab 13 Jahren.

 

Raphael Mergehenn (13) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie, Erwachsenwerden, Problemthemen